Parkinson

Potenzial ergänzender Therapien beim fortgeschrittenen M. Parkinson

Mit Safinamid motorische und nichtmotorische Symptomatik bessern

Berlin/Stuttgart (7. Oktober 2019) – Da die Standardtherapien zu Behandlung des M. Parkinson im Verlauf der Erkrankung häufig an ihre Grenzen stoßen, stellt sich früher oder später die Frage, mit welchen additiven Behandlungsformen sich weitere Verbesserungen für die Patienten erzielen lassen. Angestrebt wird dabei eine Beeinflussung nicht nur motorischer, sondern auch nichtmotorischer Beschwerden wie z.B. Schmerzen und Depressivität. Gute Erfahrungen werden seit einigen Jahren mit der Gabe von Safinamid (Xadago®) als Add-on gemacht, berichteten Experten auf einem von Zambon unterstützten Symposium im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Die dual wirksame Substanz mit ihrem gleichzeitig dopaminergen und glutamatergen Ansatz bietet Chancen zur Besserung unterschiedlichster Symptome im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung.

Jeder fünfte Parkinson‐Patient erhält keine Medikamente

Bedeutung der integrierten Versorgung wächst mit Prävalenz und steigendem Alter der Patienten

München (11. April 2019) – „Gut jeder fünfte deutsche Parkinson‐Patient wird nicht medikamentös behandelt. Offensichtlich gibt es einen Bruch in der Versorgung, wenn die Patienten vom eigenen Zuhause ins Pflegeheim kommen“, sagte Prof. Dr. Dirk Woitalla, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) e.V., auf deren heutiger Pressekonferenz anlässlich des Welt‐Parkinson‐Tages am 11. April. Um solche Versorgungslücken zu schließen, forderte er eng verzahnte, regionale Versorgungsstrukturen zwischen Haus‐ und Fachärzten, stationären Pflegeheimen und Spezialkliniken. „Bei langjährigen Patienten verändert sich die Symptomatik oder die Medikamentenwirksamkeit lässt nach. Ein stationärer Aufenthalt in einer auf Parkinson spezialisierten Klinik ermöglicht es dann, gleichzeitig Diagnostik und Therapie durchzuführen, nicht motorische Störungen zu behandeln und bei geeigneten Patienten eventuell invasive Therapieformen anzuwenden“, ergänzte Prof. Dr. Rüdiger Hilker‐Roggendorf, ebenfalls DPG‐Vorstandsmitglied. Dafür seien die Klinikärzte auf die Expertise und Kooperation von Haus‐ und niedergelassenen Fachärzten angewiesen.

Parkinson‐Forschung

Die Therapie steht vor einem entscheidenden Wandel

München (1. April 2019) – Die Behandlung der Parkinson‐Krankheit könnte dank vielversprechender neuer Forschungsergebnisse bald einen entscheidenden Schritt vorankommen: „Zum ersten Mal sind Therapien in Reichweite, die an den Ursachen ansetzen, statt lediglich die Symptome zu bekämpfen“, sagte Prof. Dr. Günter Höglinger, Erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen e.V. (DPG), heute in München anlässlich der Pressekonferenz zum Welt‐Parkinson‐Tag am Donnerstag, 11. April. „Derzeit werden weltweit zahlreiche innovative Therapieformen in klinischen Studien getestet. Sie könnten den Fortschritt des Leidens verzögern oder sogar erstmals stoppen “, ergänzte Prof. Dr. Karla Eggert, Zweite Vorsitzende im Vorstand der Fachgesellschaft.

Deutsche Gesellschaft für Neurologie

Blinddarm und Parkinsonrisiko – ein Zusammenhang,
aber wahrscheinlich keine Kausalität

Berlin (17. Dezember 2018)  – Eine Studie zeigte: Menschen, bei denen vor Jahrzehnten der Wurmformfortsatz des Darms (Blinddarm) entfernt wurde, haben ein geringeres Parkinsonrisiko. Als Assoziationsstudie kann die Erhebung aber keine Kausalität (Ursache-Folge-Beziehung) nachweisen. Für Blinddarm-Operationen zur Parkinson-Prophylaxe gibt es somit keinen Anlass. Die Studie liefert aber neue Ansätze für die Entwicklung zukünftiger Biomarker und Therapieansätze. Somit könnte sie durchaus einen Meilenstein im Kampf gegen die Parkinson’sche Erkrankung darstellen, einer Erkrankung mit steigender Inzidenz, nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung.

Telemedizin

Dresdner Uniklinikum erprobt hautnahe High-tech-Diagnostik zur Versorgung von Parkinson-Patienten

Dresden (22. November 2018) – Unter Federführung des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden werden bis 2021 innovative Konzepte zur kontinuierlichen telemedizinischen Erfassung wichtiger Symptome bei Patienten mit fortgeschrittenem Parkinson-Syndrom erprobt und weiterentwickelt. Die direkte Analyse und Dokumentation der von Sensoren im Alltag erfassten Daten der Parkinsonkranken – Quellen sind unter anderem spezielle Socken sowie Smartphones – soll es den behandelnden Ärzten ermöglichen, deutlich früher zu intervenieren als bisher. Erwartet wird eine höhere Versorgungsqualität verbunden mit einer gesteigerten Lebensqualität der Patienten und einer gesenkten Zahl vermeidbarer stationärer Notfallbehandlungen.

Magnetresonanz-gesteuerter, hoch fokussierter Ultraschall

Deutschlandweit erstes Gerät für hoch fokussierten Ultraschall bei Tremor und Parkinson

Bonn (11. April 2018) - Das Universitätsklinikum Bonn hat ein System zur Anwendung von Magnetresonanz(MR)-gesteuertem, hoch fokussiertem Ultraschall (MRgFUS) innerhalb des Schädels in Betrieb genommen. Mit dem neuen Verfahren lässt sich Tremor gezielt und nicht-invasiv behandeln. Es ist in Deutschland das erste Gerät dieser Art. Wer unter einem schweren therapieresistenten essentiellen Tremor oder Parkinson-Tremor leidet, kann sich in Bonn mit dieser Methode behandeln lassen. Für eine deutschlandweit erste Studie sind Patienten mit ausgeprägtem Tremor gesucht, die auf verschiedene Therapiemethoden nicht angesprochen haben. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Verfahren mit mehr als 1 Million Euro.

MoveIT

Sensoren sollen Stürze von Parkinson-Patienten verhindern

Erlangen (8. März 2018) - Ein für Parkinson-Patienten wegweisendes Projekt des EIT Health mit dem Titel „MoveIT“ wurde jetzt unter der Federführung der Molekular-Neurologischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der FAU und anderen europäischen Partnern gestartet. Mit Hilfe von Sensoren im Schuh und am Oberkörper sollen Besonderheiten im Gang und bei Stürzen von Parkinson-Patienten telemedizinisch analysiert werden.

Gießener Premiere in der Parkinson-Behandlung

Neurochirurgen setzen neuartige Elektroden ein

Gießen/Marburg (5. Januar 2018) - „Für uns war das schon ein großer und spannender Moment im OP, als wir dem ersten Patienten diese neue Generation von Elektroden eingesetzt haben. Ein echter Fortschritt in der Behandlung durch die tiefe Hirnstimulation“, sagt Oberärztin Malgorzata Kolodziej, Leiterin der neurochirurgischen Schmerztherapie und Neuromodulation. Sechs Stunden hat der Eingriff gedauert, den die Neurochirurgen zuvor schon mithilfe von MRT-Aufnahmen und einem speziellen Computerprogramm zusammen mit PD Dr. Iris Reuter von der Klinik für Neurologie vorbereitet und durchgespielt hatten. Dem 51-jährigen Patienten, der seit 15 Jahren an Parkinson leidet, wurden in einem minimal-invasiven Verfahren (Schlüssellochchirurgie) dabei vier kleinste Elektrodenringe in einen bestimmten Bereich des Gehirns eingesetzt, die dann elektrische Impulse abgeben und damit Nervenzellen in der Umgebung stimulieren (anregen), um so die Bewegungsstörungen, unter denen der Parkinsonpatient leidet, auszugleichen. Diese Therapie bezeichnet man als Tiefe Hirnstimulation (THS) oder Deep Brain Stimulation (DBS).

Starke Belege

Parkinson-Erkrankung könnte im Magen beginnen

Berlin (8. Juni 2017) – Trennt man einen Nerv, der das Gehirn mit dem Bauchraum verbindet, sinkt das Risiko, an Morbus Parkinson zu erkranken. Dieser Zusammenhang zwischen Bauch und Hirn wurde jetzt von schwedischen Forschern bestätigt. „Die neue Studie stützt die Hypothese, dass die Parkinson-Krankheit im Magen entsteht und sich über die Nervenbahnen ins Gehirn ausbreitet“, kommentiert Professorin Daniela Berg von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) die aktuelle Untersuchung aus Skandinavien. „Die neue Studie hat zwar keine unmittelbaren Konsequenzen für die Therapie, aber sie zeigt uns, dass wir bei der Erforschung neuer Behandlungsoptionen den richtigen Weg eingeschlagen haben“, so die Direktorin der Klinik für Neurologie am Campus Kiel des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein.

Welt-Parkinson-Tag am 11. April

Parkinson: die Krankheit an der Wurzel packen

Berlin (11. April 2017 ) – Die Parkinsontherapie steht am Beginn einer neuen Ära. Jüngste Erfolge der Forschung rücken Therapien in sichtbare Nähe, die nicht nur die Symptome lindern, sondern den Krankheitsprozess beeinflussen. Gelingt es, das Nervensterben zu hemmen, wäre dies ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Heilung. Dies berichten Experten der Deutschen Parkinson Gesellschaft (DPG), einer Schwerpunktgesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), anlässlich des Welt-Parkinson-Tags am 11. April. „Die Lebenserwartung von Menschen mit Parkinson ist heutzutage weitgehend normal, trotz Einsatz aller derzeit verfügbaren Mittel kommt es aber bei vielen Betroffenen im Langzeitverlauf zu schweren Behinderungen“, sagt Prof. Dr. Jens Volkmann, erster Vorsitzender der DPG, auf der heutigen Pressekonferenz. Mit der Entwicklung von krankheitsmodifizierenden Therapien bekommt jetzt die Früherkennung des Parkinson eine große Bedeutung, da die Behandlung möglichst beginnen sollte, bevor der Patient sichtbar erkrankt. In Deutschland und international werden derzeit innovative Therapieansätze erforscht, die Parkinson an der Ursache therapieren und den Nervenzelluntergang aufhalten sollen. Allein in Deutschland wartet eine Viertelmillion Menschen auf neue Therapien.

Morbus Parkinson

Patientenbedürfnisse und Leitlinien-Empfehlungen zur Therapie bei erkrankungsbedingten Schlafstörungen

Mannheim (22. September 2016) - Schlafstörungen sind eine bekannte Begleiterscheinung bei Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom [1]. Neben allgemeinen Schwierigkeiten beim Einschlafen und Durchschlafen stören nächtliche OFF-Zeiten, Akinesen und Dyskinesien die Schlafqualität. „Schlafprobleme zählen zu den häufigsten nichtmotorischen Störungen, die zu einer deutlichen Beeinträchtigung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität führen“, berichtete Prof. Dr. Lars Timmermann, Marburg, im Rahmen des 89. Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). In seinen Ausführungen verwies er auf die Therapie-Empfehlungen der aktuellen S3-Leitlinie und auf Studienergebnisse mit Rotigotin transdermales System, in denen ein schlafverbessernder Effekt gezeigt werden konnte [2,3].

Abb.: Gesunde Hefezellen (oben) und kranke Hefezellen (unten) mit Ansammlungen von α-Synuklein-Aggregaten (grün). Die Mitochondrien (rot), verantwortlich für die Zellatmung, liegen in den kranken Zellen stark fragmentiert vor, wenn der protektive Faktor Yhb1 fehlt (unten), wie die fluo-reszenzmikroskopische Analyse zeigt. Quelle: Braus / CNMPB.Von Hefezellen lernen

Neue Ansätze für die Therapie von Parkinson

Göttingen (6. September 2016) - Hefezellen gehören zu den ältesten Kulturbegleitern des Menschen für die Herstellung von Brot, Bier oder Wein. Doch Hefezellen können auch helfen, etwas Neues über komplexe menschliche Krankheiten zu lernen. Göttinger Grundlagenforscher nutzten Hefezellen als Referenzzellen für das Studium zellulärer Mechanismen bei Morbus Parkinson – und haben neue Erkenntnisse über krankmachende Prozesse gewonnen.

Parkinson-Krankheit: Neue Leitlinie für Diagnostik und Therapie veröffentlicht

Berlin (6. April 2016) – Rechtzeitig vor dem Welt-Parkinson-Tag am 11. April veröffentlicht die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) nach vierjähriger Arbeit heute die vollständig überarbeitete und erweiterte S3-Leitlinie „Idiopathisches Parkinson-Syndrom“ (IPS). Systematisch entwickelt, wissenschaftlich begründet und praxisorientiert stellt sie einen bedeutenden Fortschritt für die rund 200.000 Patienten dar, die in Deutschland von der neurodegenerativen Krankheit betroffen sind.

Kaffee gegen Parkinson?

 

Göttingen (17. März 2016) - Wissenschaftler des Exzellenzclusters CNMPB an der Universitätsmedizin Göttingen und des Instituts für Molekulare Medizin in Lissabon, Portugal, beschreiben schützenden Effekt von Coffein-ähnlichen Substanzen auf Nervenzellen im Parkinson Modell. Publiziert in der Fachzeitschrift „Cerebral Cortex“. Aktuelle Therapien bei Morbus Parkinson konzentrieren sich aus-schließlich auf die Linderung der Symptome, wie die für diese Erkrankung typischen motorischen Begleiterscheinungen. Eine ursächliche Behandlungsmethode gibt es nach wie vor nicht. Auffällig kurze Schritte, schlurfender Gang, erstarrte Mimik oder Zittern der Hände machen die Parkinson Krankheit in einem frühen Stadium sichtbar.

Morbus Parkinson

Patienten können von früherem Behandlungsbeginn profitieren

 

Düsseldorf (24. September 2015) - Erhaltung der Selbstständigkeit in den Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zählen laut den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) zu den relevanten Therapiezielen [1]. Doch schon in der frühen Erkrankungsphase können die Alltagsfähigkeiten wesentlich beeinträchtigt sein, erläuterte Prof. Dr. med. Heinz Reichmann, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden, beim 88. Jahreskongress der DGN. Er plädierte für einen früheren Behandlungsbeginn und verwies auf die Vorteile der Therapie mit langwirksamen Dopaminagonisten.

Safinamid (Xadago) bei Parkinson

Kein Anhaltspunkt für Zusatznutzen

 

  • Relevante Studiendaten unberücksichtigt
  • Analysen fehlen u.a. zu schwerwiegenden Nebenwirkungen bei der Vergleichstherapie und zu Langzeitdaten

 

Köln (17. August 2015) - Safinamid (Handelsname Xadago) steht seit Februar 2015 als Zusatztherapie zur Behandlung von mittleren bis späten Stadien der Parkinson-Krankheit bei Erwachsenen zur Verfügung. Der Monoaminoxidase (MAO-B)-Hemmer soll in Kombination mit Levodopa und gegebenenfalls weiteren Parkinsonmitteln dem Dopaminmangel im Gehirn entgegenwirken. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat in einer Dossierbewertung überprüft, ob dieser Wirkstoff gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie einen Zusatznutzen bietet.