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Parsabiv® (Etelcalcetid) bei Dialysepatienten

sHPT-Therapie 2.0

München (23. Juni 2017) – Der sekundäre Hyperparathyreoidismus (sHPT) ist eine ernst zu nehmende Stoffwechselstörung, die bei Patienten mit chronischer Nierenkrankheit häufig progredient verläuft und mit erheblichen klinischen Folgen wie Gefäß- und Knochenerkrankungen verbunden ist.1 An die Therapie des sHPT werden hohe Anforderungen gestellt, da es nicht nur gilt, die pathologisch erhöhte Parathormonkonzentration (PTH) im Serum abzusenken, sondern auch, die risikoassoziierten Begleitparameter Serumcalcium und Serumphosphat in Balance zu halten. Calcimimetika, die bei dialysepflichtigen Patienten eingesetzt werden, können diesen Therapieanforderungen gerecht werden.

Sie ermöglichen eine effektive Senkung der Parathormonspiegel, ohne dass dies mit einem Anstieg der Calcium- und Phosphatspiegel im Serum verbunden ist. Vor dem Hintergrund der überarbeiteten KDIGO-Leitlinien2 haben Calcimimetika eine indirekte Aufwertung erfahren: Die Leitlinien betonen, dass erhöhte Calciumspiegel, eine häufige Begleiterscheinung von Vitamin-D-Analoga (einer anderen PTH-senkenden Substanzgruppe) unbedingt zu vermeiden sind. „Die Leitlinien setzen hier auf Sicherheit, denn hohe Calciumwerte sind mit einem schlechteren Outcome verbunden“, erklärt Professor Dr. Markus Ketteler, Coburg, Vorsitzender der KDIGO-Leitliniengruppe, die die Leitlinien überarbeitet hat.

Parsabiv® (Etelcalcetid) ist zur Behandlung des sekundären Hyperparathyreoidismus bei erwachsenen Patienten mit chronischer Nierenerkrankung zugelassen, die sich einer Hämodialysetherapie unterziehen. Mit der Markteinführung wird das Spektrum der sHPT-Therapie bei Dialysepatienten um eine praxisrelevante Option erweitert: Es ist das erste i.v.-Calcimimetikum – und senkt wie das orale Calcimimetikum alle wesentlichen Laborparameter des sHPT.3,4 „Das kann die leitliniengerechte Therapie erleichtern“, so Professor Ketteler.

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Etelcalcetid bietet darüber hinaus weitere Vorteile:

  • Etelcalcetid ist das erste Calcimimetikum, das i.v. gegeben wird und damit in der Routineversorgung dieser Patientengruppe besonders praktikabel ist. „Dialysepatienten haben eine hohe Tablettenlast, was bei vielen Patienten früher oder später zu Adhärenzproblemen führt“, erklärt Professor Dr. Radermacher, niedergelassener Nephrologe aus Minden. „Gerade bei Dialysepatienten bietet sich die i.v.-Gabe an, da sie ohnehin 3 Mal pro Woche punktiert werden. Diese Anwendungsform entlastet die Patienten – und letztlich auch das Gesundheitssystem, weil die Therapie nicht nur verschrieben wird, sondern die Patienten auch erreicht“.
  • Während Cinacalcet auf die transmembranöse Rezeptordomäne des calciumsensitiven Rezeptors wirkt, greift Etelcalcetid an der extrazellulären Domäne an und weist als größeres Molekül eine längere Halbwertszeit auf. Eine direkte Vergleichsstudie4 gegenüber Cinacalcet und jeweils zusätzlicher Placebokontrolle im Behandlungsarm („double-dummy“) wies formal die Nicht-Unterlegenheit des i.v.-Calcimimetikums nach und zeigte bei vergleichbarer Verträglichkeit eine überlegene Wirksamkeit: 232 von 340 (68,2 %) Dialysepatienten der Etelcalcetid-Gruppe erreichten einen Rückgang der mittleren PTH-Konzentration im Serum um mindestens 30 % gegenüber dem Ausgangswert in den Wochen 20 bis 27, während es in der Cinacalcet-Gruppe 198 von 343 Patienten (57,7 %) waren (der P-Wert für die Nicht-Unterlegenheit betrug < 0,001; für die Überlegenheit 0,004). Etelcalcetid führte somit zu einer statistisch signifikanten und klinisch relevanten Absenkung der PTH-Spiegel.

„Wir können Patienten nun eine zusätzliche Behandlungsoption anbieten, die zu einer effektiven Senkung der Parathormonkonzentration und Verbesserung anderer wichtiger Laborwerte führt und darüber hinaus im klinischen Alltag praktikabel ist. Wir haben also nun eine sHPT-Therapie 2.0“, so Professor Radermacher.

Über Parsabiv® (Etelcalcetid)9

Etelcalcetid ist ein neuartiges Calcimimetikum, das von der Europäischen Kommission (EC) für die Behandlung des sHPT bei erwachsenen CKD-Patienten, die mittels Hämodialyse behandelt werden, zugelassen ist; es wird am Ende jeder Hämodialysesitzung intravenös angewendet. Ein Calcimimetikum ist ein Arzneimittel, welches die Wirkung von Calcium ‚nachahmt‘, indem es den calciumsensitiven Rezeptor der Nebenschilddrüse aktiviert. Etelcalcetid bindet an und aktiviert den calciumsensitiven Rezeptor der Nebenschilddrüse und senkt so den PTH-Spiegel.

Über Mimpara® (Cinacalcet)10

Mimpara® (Cinacalcet) ist das erste orale Calcimimetikum, das von der EC für die Behandlung des sekundären Hyperparathyreoidismus (sHPT) bei dialysepflichtigen Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz zugelassen wurde. Mimpara kann als Teil eines therapeutischen Regimes angewendet werden, das je nach Bedarf Phosphatbinder und/oder Vitamin D umfassen kann. In der EU ist das Präparat außerdem zur Verminderung der Hyperkalzämie bei Patienten mit Nebenschilddrüsenkarzinom oder primärem Hyperparathyreoidismus (pHPT), bei denen eine Parathyreoidektomie aufgrund der Serumcalciumspiegel (wie in den relevanten Behandlungsrichtlinien definiert) angezeigt wäre, jedoch klinisch nicht angebracht oder kontraindiziert ist. Mimpara bindet an den calciumsensitiven Rezeptor, wodurch die PTH-Konzentration infolge der PTH-Synthese- und Sekretionshemmung abfällt. Darüber hinaus führt die Reduktion von PTH zu niedrigeren Calcium- und Phosphatkonzentrationen im Serum.

Über Amgen

Amgen ist ein weltweit führendes unabhängiges Biotechnologie-Unternehmen, das mit nahezu 20.000 Mitarbeitern in fast 100 Ländern weltweit seit über 35 Jahren vertreten ist. In Deutschland arbeiten wir an zwei Standorten mit rund 810 Mitarbeitern jeden Tag daran, Patienten zu helfen.

Weltweit profitieren jährlich Millionen von Patienten mit schweren oder seltenen Erkrankungen von unseren Therapien. Unsere Arzneimittel werden in der Nephrologie, Kardiologie, Hämatologie, Onkologie, Knochengesundheit und bei Entzündungserkrankungen eingesetzt. Wir verfügen über eine vielfältige Pipeline und werden bald Biosimilars mit in unser Portfolio aufnehmen.

Referenzen

  • 1 Tomasello S. et al., Diabetes Spectrum. 2008 Jan;21(1)19-25.
  • 2 Updated KDIGO CKD-MBD Guideline 2017: http://kdigo.org/home/mineral-bone-disorder
  • 3 Block GA et al., Journal of the American Medical Association, 2017;317(2):146-155
  • 4 Block GA et al., Journal of the American Medical Association, 2017;317(2):156-164

     


Quelle: Amgen, 23.06.2017 (tB).

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