Patientenbewusste Gesundheitspolitik gefordert

 

  • Perspektivwechsel erforderlich: Statt Kostendämpfung Versorgungsqualität und Therapieverbessung im Blick halten
  • Herausforderung ohne die Forschungsleistung der Pharmaindustrie nicht zu bewältigen


Berlin (12. April 2011) – Bei alleiniger Betrachtung der Kosten im Gesundheitssystem besteht die Gefahr, das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren: kranken Patienten schnell und dauerhaft zu helfen. Die Gesellschaft fordert heute eine gute medizinische Versorgungsqualität, die zu besseren Therapieergebnissen führt. Zeitgemäße Gesundheits- und Arzneimittelpolitik muss daher mehr sein als bloße Kostendämpfungspolitik. Die Verbesserung der Lebensqualität, der medizinische Fortschritt, bessere Therapien und nicht zuletzt Deutschland als Wirtschaftstandort für forschende Pharma-Unternehmen sind dabei zu beachtende Faktoren. Denn ohne die Forschungsleistungen der pharmazeutischen Industrie sind die großen gesundheitlichen Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft nicht zu bewältigen.

 

Arzneimittel werden zu Unrecht immer wieder als Kostenfaktor des Gesundheitsystems gesehen. Dabei leisten moderne und innovative Arzneimittel einen wesentlichen Beitrag zu einer nicht nur besseren Therapie, sondern begrenzen auch die Kosten des Gesundheitssystems und der gesamten Volkswirtschaft. "Patientenbewusste Gesundheitspolitik muß mehr sein als Kostendämpfung", fordert Marco Annas, Leiter Gesundheitspolitik von Bayer HealthCare Deutschland heute im Rahmen der Financial Times Konferenz "Gesundheitswirtschaft 2011" in Berlin.

 

Innovative Arzneimittel können helfen, die Dauer von Krankheiten und Krankenhausaufenthalten zu verkürzen oder ganz zu vermeiden sowie eine eventuelle Pflegebedürftigkeit hinauszuschieben. Im Mittelpunkt sollte aber auch das Ziel einer besseren Lebensqualität für die Patienten stehen; zum Beispiel durch bessere Verträglichkeit oder einfachere Anwendung der Medikamente. Das erhöht sowohl die Patientenzufriedenheit als auch die Therapietreue. Allerdings ist es um den Einsatz neuer Arzneimittel in Deutschland gar nicht so gut bestellt: Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern gehört Deutschland zu den Schlusslichtern, was den Zugang der Patienten zu innovativen Arzneimitteln betrifft. Nur knapp 4,6 Prozent Marktanteil entfielen in Deutschland im Jahr 2010 auf neue Arzneimittel, die nicht älter waren als fünf Jahre.(1) "Angesichts solcher Beispiele scheint es nicht sinnvoll zu sein", so Annas, "Einsparziele im Gesundheitswesen vor allem mit patentgeschützten Medikamenten realisieren zu wollen.

 

 

Forschung hilft heilen

 

Die Herausforderungen der Arzneimittelforschung werden weiter wachsen. Schon heute kostet die Entwicklung eines neu zugelassenen Arzneimittels bis zu zwei Milliarden Euro (2), dauert 8 bis 10 Jahre und erfordert Tausenden von Patienten in den klinischen Studien. Und noch immer sind selbst weit verbreitete Volkskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Alzheimer oder Krebs nicht zufriedenstellend behandel- oder heilbar. Sprunginnovationen sind dabei selten. Es sind vielmehr mühsam erforschte Schrittinnovationen, die zu fühlbaren Therapieverbesserungen führen. Wenn zum Beispiel ein Medikament weniger Nebenwirkungen hat oder anstatt als Spritze patientenfreundlich als Tablette verabreicht werden kann, dann sind das Innovationen, die der Patient zu schätzen weiß. "Allerdings", so Annas, "erleben wir gerade in Deutschland, dass die Hürden für neue Arzneimittel durch das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes weiter angehoben werden". Wenn Unternehmen erhebliche Ressourcen in die Erforschung und Entwicklung neuer Arzneimittel stecken, sei entscheidend, dass das neue Verfahren der frühen Nutzenbewertung und die abschließende Verhandlung mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen fair abläuft, damit Innovationen auch in Zukunft angemessen honoriert werden können.

 

 

Über Bayer Vital

 

Die Bayer Vital GmbH vertreibt in Deutschland die Produkte der in der Bayer HealthCare AG zusammengeführten Divisionen Animal Health, Consumer Care, Diabetes Care und Pharma. Bayer Vital konzentriert sich auf das Ziel, in Deutschland innovative Produkte in Zusammenarbeit mit den Partnern im Gesundheitswesen zu erforschen und Ärzten, Apothekern und Patienten anzubieten. Die Produkte dienen der Diagnose, der Vorsorge und der Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin. Damit will das Unternehmen einen nachhaltigen Beitrag leisten, die Gesundheit von Mensch und Tier zu verbessern. Mehr über Bayer Vital steht im Internet: http://www.bayervital.de

 

 

Anmerkungen

 

  1. VFA : Entwicklung des GKV-Arzneimittelmarktes 2010
  2. CMR Industry Benchmark 2006 – 2008

 


 

Quelle: Bayer HealthCare AG, 12.04.2011 (tB).

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