Patientengeschichten: Körperstolz-Protagonist Thomas Müller: 'Wir Kehlkopflose gehören zu den kommunikativsten und fröhlichsten Patienten'. Thomas Müller (58) ist einer von 100.000 Tracheostoma-Patienten in Deutschland. Nach einer Krebsdiagnose wurde ihm der Kehlkopf entfernt. Moderne Medizinprodukte wie Stimmventile und Filter helfen ihm, beschwerdefrei zu atmen, zu sprechen und ein aktives Leben zu führen. Als Protagonist der BVMed-Kampagne 'Körperstolz' zeigt er, dass man auch mit chronischen Erkrankungen mitten im Leben stehen kann und dass ein Tracheostoma kein Tabuthema sein muss. Sein Leben hat sich seit der Operation zwar verändert, eingeschränkt fühlt er sich aber nicht: 'Ich fahre gerne in den Urlaub nach Italien, treibe Sport und koche mit meiner Freundin. Das Tracheostoma nimmt dabei wenig Raum in meinem Leben ein. Es gehört einfach zu mir.' Die Plakate mit Thomas sind derzeit mitten in Berlin und am Flughafen Tegel zu sehen. Photo und Copyright: BVMedPatientengeschichten: Körperstolz-Protagonist Thomas Müller

"Wir Kehlkopflose gehören zu den kommunikativsten und fröhlichsten Patienten"

Berlin (8. Juni 2016) – Thomas Müller (58) ist einer von 100.000 Tracheostoma-Patienten in Deutschland. Nach einer Krebsdiagnose wurde ihm der Kehlkopf entfernt. Moderne Medizinprodukte wie Stimmventile und Filter helfen ihm, beschwerdefrei zu atmen, zu sprechen und ein aktives Leben zu führen. Als Protagonist der BVMed-Kampagne "Körperstolz" zeigt er, dass man auch mit chronischen Erkrankungen mitten im Leben stehen kann und dass ein Tracheostoma kein Tabuthema sein muss. Sein Leben hat sich seit der Operation zwar verändert, eingeschränkt fühlt er sich aber nicht: "Ich fahre gerne in den Urlaub nach Italien, treibe Sport und koche mit meiner Freundin. Das Tracheostoma nimmt dabei wenig Raum in meinem Leben ein. Es gehört einfach zu mir." Die Plakate mit Thomas sind derzeit mitten in Berlin und am Flughafen Tegel zu sehen.

"Ich habe große Freude am Leben und möchte mit meiner Teilnahme anderen Betroffenen zeigen, dass es auch nach einer Kehlkopfoperation weitergeht", begründet Thomas Müller sein Engagement für die "Körperstolz"-Kampagne. "Wir Kehlkopflose gehören zu den kommunikativsten und fröhlichsten Patienten! Das belegen Statistiken, und das merke ich auch täglich im Umgang mit anderen Betroffenen." Er sei stolz auf seinen Körper, "da er stark genug war, zwei Krebserkrankungen zu überstehen und mir weiterhin ein erfülltes Leben ermöglicht." Thomas ist Sprecher von "Palatina", einer Selbsthilfegruppe für Kopf-Hals-Operierte in Kaiserslautern. Er gibt anderen Betroffenen Tipps im Umgang mit dem Tracheostoma: "Ich bin jemand, der aufbaut und nicht aufgebaut werden muss."

Seine erste Krebserkrankung am Kehlkopf begann 1981. Innerhalb eines Jahres mussten bei ihm beide Stimmbänder entfernt werden. 25 Jahre später erhielt Thomas die zweite Diagnose: Kehlkopfkrebs. "Daraufhin musste mein Kehlkopf entfernt werden." Sprechen kann er mit Hilfe von modernen Medizinprodukten: "Ein Stimmventil, das zwischen Luft- und Speiseröhre liegt, ermöglicht mir problemloses Sprechen. Es ist ein Einwegventil, das die Luft vom Ausatmen über die Luftröhre in die Speiseröhre leitet und dabei schwingungsfähige Strukturen als Ersatz für die Stimmbänder nutzt. Das Stoma muss beim Sprechen verschlossen werden. Das mache ich mit dem Finger, es gibt aber auch freihändige Modelle."

Weitere Hilfsmittel benötigt er, um die fehlenden Nasenfunktionen auszugleichen. "Aufgrund der kompletten Laryngektomie, also der Entfernung des Kehlkopfes, atme ich ausschließlich über das Tracheostoma", erklärt Thomas im Interview mit dem BVMed. "Dadurch gehen die Funktionen der Nasen- und Mundatmung, wie Reinigung, Befeuchtung und Erwärmung der Luft, verloren. Jetzt übernimmt das ein HME-Filter für mich. HME steht für Heat and Moisture Exchanger."

Das ausführliche Interview mit Thomas Müller gibt es unter www.bvmed.de/thomas-mueller

Der BVMed trägt seit 2010 mit der Kampagne "Maßstab Mensch" (www.massstab-mensch.de) die Bedeutung und Faszination moderner Medizintechnologien in die Öffentlichkeit. Diese wurde 2015 mit der neuen Motivreihe "Körperstolz" fortgesetzt.

Mit ihr rüttelt der BVMed an einem gesellschaftlichen Tabu: Trotz ihrer Verbreitung und Relevanz für den Einzelnen werden einige Medizinprodukte schamvoll versteckt, über ihre vielfache Nutzung wird öffentlich kaum gesprochen. Das will die neue Kampagne ändern: Sie macht deutlich, dass es für Scham und Tabuisierung keinen Grund gibt und will Betroffene motivieren, auf den eigenen Körper stolz zu sein und dies auch öffentlich zu zeigen.

Die Kampagne möchte zugleich das Verständnis von der Lebenssituation Betroffener stärken. Darüber hinaus wird die Botschaft transportiert, dass Medizinprodukte entscheidend zu ihrer Lebensqualität beitragen und ihnen ein weitgehend normales Leben ermöglichen. All diese Aspekte spiegelt die Kampagnenbotschaft wider: "Jeder Mensch ist einzigartig. Einigen helfen wir, wie alle anderen zu leben".

Im Zentrum der Kampagne stehen sechs Motive: Tracheostoma, Dialyse, Stoma, Inkontinenz, Künst liche Ernährung und Diabetes.


Weitere Informationen


Quelle: Bundesverband Medizintechnologie (BVMed), 08.06.2016 (tB).

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