Nierenzellkarzinom 2009

Therapiemanagement: Evidenz und persönliche Erfahrung

PD Dr. Bernhard Brehmer

 

Dresden (17. September 2009) – Zielgerichtete Medikamente wie Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) sind mittlerweile im Behandlungsalltag beim metastasierten Nierenzellkarzinom (mRCC) etabliert; sie sind effektiv und generell gut verträglich. Für Sunitinib (Sutent®) ist im Rahmen einer kontrollierten Multicenterstudie bei Patienten mit mRCC ein mehr als verdoppeltes progressionsfreies Überleben (median 11 vs. 5 Monate, p<0,001) sowie eine etwa viermal höhere objektive Ansprechrate (47 % vs. 1%, p<0,001) im Vergleich zu Interferon-alpha (IFN-α) belegt. Das Gesamtüberleben lag im Sunitinib-Arm median bei 26,4 Monaten. (1)

 

Im Expanded Access Programm (EAP, n=5000) mit Sunitinib konnten die Effektivität aus der Zulassungsstudie bestätigt und zusätzlich wichtige Daten für den Therapiealltag und schwer behandelbare Patienten gewonnen werden. (2) So traten im Beobachtungszeitraum keine neuen oder unerwarteten Nebenwirkungen auf, auch ergab sich kein Hinweis auf schwerwiegende kumulative unerwünschte Wirkungen. Trotz heterogener, unselektierter Patientenpopulation (z.B. schlechter Allgemeinzustand bzw. ECOG ≥2 = 13 % der Patienten, höheres Alter = 32 % der Patienten, Hirnmetastasen = 7,5 % der Patienten, nicht-klarzellige Histologie = 14 % der Patienten) entsprach das Sicherheitsprofil dem in Phase-II/III-Studien.

 

Um das in Studien dargelegte Wirksamkeitspotenzial des Medikaments in der Praxis voll auszuschöpfen, sollten verschiedene Aspekte berücksichtigt werden. Es konnte gezeigt werden, dass mit der empfohlenen Sunitinib-Dosierung (50mg/d im 4/2-Schema) die Wahrscheinlichkeit für ein partielles oder komplettes Ansprechen im Vergleich zu geringeren Dosierungen erhöht ist. Gleiches gilt für eine Verlängerung des progressionsfreien Überlebens. (3) Mit zunehmender Therapiedauer nehmen auch die Ansprechraten und die Anzahl der Komplettremissionen unter Sunitinib zu, sodass eine möglichst lange Behandlungszeit angestrebt werden sollte. (1, 4)

 

Neben einer umfassenden, die Compliance verbessernden Aufklärung des Patienten über Therapieziele und mögliche Nebenwirkungen sind die drei wichtigsten Faktoren für das Erreichen des bestmöglichen Therapieerfolges demnach:

 

  • die empfohlene Dosierung (50 mg/d im 4/2-Schema)
  • bei einer möglichst langen Therapiedauer
  • verbunden mit einem guten Nebenwirkungsmanagement

 

Experten-Empfehlungen hierzu sind in der Pfizer-Broschüre „SUTENT® Therapiemanagement“  (5) zusammengefasst, die dem Arzt Hilfestellung für den Umgang mit Sunitinib bei der individuellen Behandlung seiner mRCC-Patienten gibt. Die praxisnahen Informationen in der Broschüre basieren auf der medizinisch-wissenschaftlichen Literatur und Empfehlungen von Fachgesellschaften, die zur Erweiterung der Evidenzbasis von 12 erfahrenen Sunitinib-Anwendern vor dem Hintergrund ihrer eigenen Erfahrung bewertet wurden. Für Patienten, die Sunitinib erhalten, wurde die Broschüre „ SUTENT® bei der Behandlung von Nierenkrebs“ konzipiert. (6)

 

 

Referenzen

 

  1. Motzer RJ et al. J Clin Oncol. 2009 Jun 1.
  2. Gore M et al. Published online July 16, 2009.
  3. Houk BE et al. ASCO 2007; #5027.
  4. Negrier S et al. Ann Oncol 2008;19 (Suppl. 8): #588PD.
  5. SUTENT® Therapiemanagement. Empfehlungen aus Literatur und Praxis. Pfizer Pharma GmbH. Stand August 2009.
  6. SUTENT® bei der Behandlung von Nierenkrebs. Informationen für Patienten, denen SUTENT® von ihrem Arzt verordnet wurde. Pfizer Pharma GmbH. Stand Juni 2009.

 

 

Autor

 

PD Dr. Bernhard Brehmer, Leitender Oberarzt an der urologischen Klinik des Universitätsklinikums Aachen, Aachen

 

 

Download

 

Folien Referat PD Dr. Bernhard Brehmer zum Thema „Therapiemanagement – Evidenz und persönliche Erfahrungen“. – brehmer.pdf brehmer.pdf (481.34 KB)

 

 


Quelle: Satellitensymposium der Firma Pfizer zum Thema „Nierenzellkarzinom 2009 – Was ist gesichert?“ anlässlich des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie in Dresden am 17.09.2009 (V3-Agentur).

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