Pneumokokkenerreger. Photo: Sanofi-Pasteur-MSDImpfmanagement im hausärztlich‑internistischen Praxisalltag

 

PD Dr. Renate Weber 

 

Wiesbaden (10. April 2010) – Impfen ist die effektivste Maßnahme zur Verhütung von Infektionskrankheiten. Neue Entwicklungen zielen zusätzlich auf die Vermeidung von Tumorentstehungen (HPV). Durch weltweite Impfaktionen gelang es bereits, Pocken im klinischen Alltag auszurotten. Die Elimination der Poliomyelitis dürfte folgen, und Krankheiten wie Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Masern, Mumps und Röteln konnten flächendeckend über weite Gebiete zum Verschwinden gebracht werden.

 

Hohe Impfraten aufrechtzuerhalten ist bedeutend für den Einzelnen und für die gesamte Weltbevölkerung, um hierdurch effektiv und kostensparend Infektionskrankheiten entgegenzutreten. Nachlassende Impfbereitschaft könnte rasch zu einem erneuten Auftreten dieser Krankheiten führen. Höchste Bedeutung hat die aktive Immunisierung (intramuskulär, intradermal, subkutan oder oral) mittels Tot‑ oder Lebendimpfstoffen, die über Jahre dauerhaften Schutz durch Induktion eines immunologischen Gedächtnisses verursacht.

 

Die zeitliche Abfolge der Impfschemata erfolgt i. d. R. durch ein‑ bis viermalige Applikation der Impfstoffe (monovalent oder Kombinationsimpfstoffe), um einen sicheren Langzeitschutz zu gewährleisten. Durch regelmäßige Booster mittels einmaliger Impfdosis kann die Langzeitimmunität aufrechterhalten werden. Besonderer Schutz gilt Menschen mit chronischen Erkrankungen des Herz‑Kreislauf‑Systems, Leber‑, Nierenerkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen sowie immunsupprimierten Personen und Schwangeren.

 

Kontraindikationen gegen die Durchführung von Impfungen bestehen lediglich für Lebendimpfstoffe bei Schwangeren und bei hochgradiger Immunsuppression. Impfkomplikationen sind oft durch vorbestehende Allergien bedingt, und das Impfrisiko sollte im Vorfeld geklärt werden.

 

Impfindikationen gelten gemäß den Empfehlungen der STIKO in den Standardbereichen und den Indikationsimpfungen (Angehörige bestimmter Berufsgruppen, Patienten mit Grunderkrankungen, unter besonderen Lebensumständen, bei regionaler Infektionsgefährdung und für die Reiseimpfungen). Die STIKO‑Empfehlungen stellen in Deutschland Leitlinien dar, an denen sich die impfenden Ärzte orientieren sollen. Eine Impfpflicht besteht dabei nicht. Impfungen durchzuführen, liegt in der besonderen Verantwortung der Kinderärzte und hausärztlichen Kollegen. Impfungen bei Erwachsenen werden häufig vernachlässigt, obwohl durch Impfungen schwere Erkrankungen auch im Erwachsenenalter vermieden werden können. Durch Impfungen haben sich die Lebensbedingungen verbessert, die Sterblichkeit durch Infektionskrankheiten ist seit Jahren rückläufig, und die Impfreaktionen sind selten geworden.

 

Ein funktionierendes Impfmanagement sollte für jeden Praxisinhaber sowohl im Sinne der Gesellschaft als auch als bevorzugtes Beispiel eines funktionierenden Qualitätsmanagement der Praxis besonderes Augenmerk erhalten. Besonders in den Aufgaben des Impfens kann sich der Einzelne als Gesundheitscoach für seine Patienten bewähren.

 

 

Autorin

 

PD Dr. Renate Weber

Niedergelassene Fachärztin für Innere Medizin, Augsburg

 

 

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Quelle: Pressegespräch der Firma Sanofi-Pasteur-MSD am 10.04.2010 in Wiesbaden (Medical Consulting Group-MCG) (tB).

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