Für mehr Patientenzufriedenheit bei der Therapie der überaktiven Blase

 

Pfizer lanciert neues Antimuskarinikum mit einzigartiger Pharmakokinetik und überzeugenden Ergebnissen bezüglich Wirksamkeit, Verträglichkeit und Lebensqualität

 

Stuttgart (25. September 2008) – Für die European Medicines Agency (EMEA) ist die Patientenzufriedenheit eines der wichtigsten Therapieziele bei der Behandlung der überaktiven Blase. Um dieses Ziel zu erreichen, werden hohe Ansprüche an die Arzneimittel gestellt. Gute Wirksamkeit und Verträglichkeit müssen gewährleistet sein – nicht zuletzt, um langfristige Compliance und Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen zu erzielen.

Die Besonderheit des neuen Antimuskarinikums Fesoterodin (Toviaz®) liegt in seiner einzigartigen Pharmakokinetik. Fesoterodin ist ein Prodrug. Nach oraler Einnahme erfolgt eine schnelle und vollständige Aktivierung des Prodrugs zum aktiven Metaboliten durch Esterasen im ganzen Körper. Im Gegensatz zu anderen innovativen Präparaten dieser Substanzklasse unterliegt Fesoterodin nicht dem Metabolismus durch das Cytochrom-P450-System der Leber. Daraus können sich mehrere Vorteile ergeben, sowohl bei der Wirksamkeit als auch bei der Verträglichkeit.1

 

Fesoterodin ist strukturverwandt mit dem derzeitigen Goldstandard der medikamentösen Behandlung der überaktiven Blase, Tolterodin retard 4 mg. Beide Substanzen werden im Körper in den aktiven Metaboliten 5-HMT umgewandelt. Im Gegensatz zu Tolterodin wird Fesoterodin jedoch ohne die Beteiligung von Leberenzymen (CYP2D6) zu 100 % verändert. Dieser Unterschied in der Pharmakokinetik sorgt z. B. dafür, dass Fesoterodin sogar bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion oder auch bei älteren Patienten mit Begleitmedikation, die den Leberstoffwechsel hemmen können, eingesetzt werden kann. Des Weiteren gibt die vollständige Umwandlung ohne Beteiligung des Cytochrom-P450-Systems dem Arzt zusätzliche Therapiesicherheit, da kein Einfluss unterschiedlicher Stochwechseltypen auf die Aktivierung zu erwarten ist.1

 

Unter Fesoterodin wurden die von den Patienten als sehr belastend empfundenen Symptome der überaktiven Blase deutlich verbessert. In allen klinisch relevanten Endpunkten beider Phase-III-Studien2, 3 (Dranginkontinenzereignisse/24 h, Miktionshäufigkeit, medianes Miktionsvolumen) ließen sich statistisch signifikante Verbesserungen gegenüber Plazebo erzielen. Auch gegenüber Tolterodin zeigte sich Fesoterodin 8 mg in Post-hoc-Analysen überlegen.1, 4 Patienten, die mit 4 mg- und 8 mg-Dosen von Fesoterodin behandelt wurden, erreichten im Median eine höhere numerische Reduktion der Dranginkontinenzereignisse (-80 % und -88 %) als Patienten, die mit 4 mg retardiertem Tolterodin (-70 %) behandelt wurden. Der Unterschied zwischen Fesoterodin 8 mg und Tolterodin retard 4 mg erwies sich in der Post-hoc-Analyse als statistisch signifikant, u. a. für die Reduktion der Dranginkontinenzereignisse, das ausgeschiedene Miktionsvolumen und die Anzahl kontinenter Tage pro Woche. Fesoterodin wirkte außerdem schnell: Bereits beim Follow-up nach zwei Wochen wies der Wirkstoff eine klinisch relevante und vor allem für den Patienten spürbare Wirkung auf.5

 

Eine weitere Post-hoc-Analyse der Studien bestätigte dabei auch die deutliche Steigerung der Lebensqualität der Patienten in fast allen Parametern des King’s Health Questionnaire (KHQ). Darunter fielen zum Beispiel Verbesserung von Schlaf, persönlichen Beziehungen und Einschränkungen im Beruf.6 Gerade berufstätige Patienten könnten demnach von dieser neuen Therapieoption profitieren. Besserer Schlaf bedeutet weniger Tagesmüdigkeit und mehr Konzentration am Arbeitsplatz; weniger Arbeitsunterbrechungen sollten ein weiteres Resultat sein.

 

Fesoterodin ist in zwei unterschiedlichen Dosierungen (4 und 8 mg) mit nachgewiesener Dosis-Wirkungs-Beziehung erhältlich.5 Durch die höhere Dosierung von 8 mg lässt sich signifikant mehr Wirksamkeit bei gleichzeitig überzeugender Verträglichkeit erzielen und ermöglicht somit eine individuelle Therapie entsprechend der Bedürfnisse jedes einzelnen Patienten.

 

Ein günstiges Nebenwirkungsprofil ist eine weitere positive Eigenschaft von Fesoterodin. Mundtrockenheit erwies sich in beiden Phase-III-Studien als häufigste Nebenwirkung, trat unter Fesoterodin 8 mg häufiger auf als unter 4 mg, fiel aber zumeist mäßig bis mild aus und belief sich im vergleichbaren Rahmen aller am Markt erhältlicher Antimuskarinika. Überraschend niedrig fiel die Obstipationsrate aus (Plazebo 2 %, Toviaz® 4 mg 4 % und Toviaz® 8 mg 6 %). Insgesamt brachen jeweils weniger als ein Prozent der 1.120 Patienten die Studien aufgrund von Mundtrockenheit oder Obstipation ab. Im Vergleich scheint Obstipation bei anderen, neueren Antimuskarinika häufiger aufzutreten. Für Vesikur 10 mg wird die Obstipationsrate mit 13 % und für Emselex 15 mg mit 25 % angegeben.5

 

Der aktive Metabolit 5-HMT ist weniger lipophil als z. B. Darifenacin, Solifenacin oder Tolterodin. Resultierend sollte 5-HMT die Blut-Hirn-Schranke schlechter passieren, das ZNS-Risiko sinken. In den Phase-III-Studien lagen ZNS-Nebenwirkungen auf Plazeboniveau7 und auch die kardiovaskuläre Verträglichkeit war gut, denn das QT-Intervall wurde nicht verlängert.1

 

Mit Fesoterodin (Toviaz®) kommt ein neues Antimuskarinikum mit einzigartiger Pharmakokinetik auf den Markt, welches nicht nur eine flexible Dosisanpassung erlaubt und – verglichen mit dem Goldstandard Tolterodin – weiter verbesserte Wirksamkeit bietet, sondern gleichzeitig auch ein geringes Risiko für ZNS-Nebenwirkungen und Obstipation mit sich bringt. Mit Fesoterodin zeigte sich in der Therapie von Patienten mit überaktiver Blase eine hohe Patientenzufriedenheit, die sich neben der reinen Symptomkontrolle durch deutliche Verbesserungen der Lebensqualität der Patienten widerspiegelte, und somit zu langfristiger Therapietreue führen kann.

 

 

Literatur

  1. Michel MC. Fesoterodine: a novel muscarinic receptor antagonist for the treatment of overactive bladder syndrome. Expert Opin. Pharmacother. 2008;9:1787–96.
  2. Chapple C et al. Clinical efficacy, safety, and tolerability of once-daily fesoterodine in subjects with overactive bladder. Eur Urol. 2007; 52:1204–12.
  3. Nitti V et al. Efficacy, safety, and tolerability of fesoterodine for overactive bladder syndrome. J Urol. 2007;178:2488–94.
  4. Chapple C et al. Comparison of fesoterodine and tolterodine in patients with overactive bladder. BJU International 2008, in press [epub ahead of print]).
  5. Khullar V et al. Fesoterodine dose response in subjects with overactive bladder syndrome. Urology 2008;71(5):839–43.
  6. Kelleher C et al. Impact of fesoterodine on quality of life: pooled data from two randomized trials. BJU Int. 2008;102(1):56–61.
  7. Malhotra B. Lipophilicity of 5-hydroxymethyl tolterodine, the active metabolite of fesoterodine. Presented at British Pharmacalogic Society Winter Meeting. December 18–21, 2007, Brighton, United Kingdom.

 

Über TOVIAZ®

4 mg, 8 mg Retardtabletten

 

Wirkstoff: Fesoterodinfumarat

 

Zusammensetzung: 1 Retardtablette enthält 4 mg / 8 mg Fesoterodinfumarat (entsprechend 3,1 mg / 6,2 mg Fesoterodin. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Xylitol; Lactose-Monohydrat; mikrokristalline Cellulose; Hypromellose; Glyceroldibehenat; Talkum. Filmüberzug: Poly(vinylalkohol); Titandioxid (E171); Macrogol (3350); Talkum; entölte Phospholipide aus Sojabohnen; Indigocarmin, Aluminiumsalz (E132).

 

Anwendungsgebiete:

Symptomatische Behandlung von erhöhter Harnfrequenz und / oder imperativem Harndrang und / oder Dranginkontinenz, wie sie bei Patienten mit dem Syndrom der überaktiven Blase vorkommen können.

Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen Erdnuss oder Soja oder einen der sonstigen Bestandteile, Harnretention, Magenretention, nicht ausreichend behandeltes oder unbehandeltes Engwinkelglaukom, Myasthenia gravis, schwere Einschränkung der Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse C), gleichzeitige Anwendung von starken CYP3A4-Hemmern bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Einschränkung der Leber- oder Nierenfunktion, schwere Colitis ulcerosa, toxisches Megakolon.

 

Nebenwirkungen: Sehr häufig: Mundtrockenheit. Häufig: Schwindel, Kopfschmerzen. Trockene Augen. Trockene Kehle. Bauchschmerzen, Diarrhoe, Dyspepsie, Verstopfung, Übelkeit. Dysurie. Schlaflosigkeit. Gelegentlich: Tachykardie. Dysgeusie, Somnolenz. Vertigo. Pharyngolaryngeale Schmerzen, Husten, trockene Nase. Bauchschmerzen, Flatulenz. Harnverhalt (einschließlich Restharngefühl, Miktionsstörung), verzögertes Wasserlassen. Ausschlag, trockene Haut. Harnwegsinfektionen. Müdigkeit. ALT-Erhöhung, GGT-Erhöhung. In klinischen Studien mit Fesoterodin wurden Fälle von markanten Leberenzymerhöhungen gemeldet, wobei sich die Auftrittshäufigkeit nicht von derjenigen in der Plazebogruppe unterschied. Der Zusammenhang mit der Fesoterodin-Behandlung ist unklar. Bei 782 Patienten unter Behandlung mit 4 mg, 785 Patienten unter Behandlung mit 8 mg, 222 Patienten unter Behandlung mit 12 mg Fesoterodin und 780 Patienten unter Plazebo wurden Elektrokardiogramme erstellt. Das frequenzkorrigierte QT-Intervall in der mit Fesoterodin behandelten Gruppe unterschied sich nicht von demjenigen in der Plazebogruppe. Die Inzidenz eines QTc ≥500 ms nach Behandlungsbeginn bzw. eines Anstiegs des QTc um ≥60 ms betrug 1,9 % (bei 4 mg Fesoterodin), 1,3 % (bei 8 mg Fesoterodin), 1,4 % (bei 12 mg Fesoterodin) und 1,5 % (bei Plazebo). Die klinische Relevanz dieser Befunde hängt von den individuellen Risikofaktoren und der Empfindlichkeit des einzelnen Patienten ab.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen: Enthält Lactose und entölte Phospholipide aus Sojabohnen. Packungsbeilage beachten.

 

Packungsgrößen:

TOVIAZ 4 mg / TOVIAZ 8 mg: Packungen mit 28 (N1), 56 (N3) und 84 Retardtabletten (N3). Bitte beachten Sie außerdem die Fachinformation.

 

Abgabestatus: Verschreibungspflichtig.

 

Pharmazeutischer Unternehmer: Pfizer Limited, Sandwich, Kent CT13 9NJ, Vereinigtes Königreich; Repräsentant in Deutschland: PFIZER PHARMA GmbH, 76139 Karlsruhe.

 

Stand: Juni 2008.

 


 

Quelle: Pressekonferenz der Firma Pfizer zum Thema „Einen Schritt weiter in der Therapie der überaktiven Blase – Zurück ins Leben“ am 25.09.2008 in Stuttgart (Plus-Pool).

 

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