"Wer einen Verbandswechsel nicht steril hinbekommt, der darf keine Eins oder Zwei bekommen"

Pflege-Tüv weiter in der Kritik

 

Hamburg (14. August 2013) – Der Pflege-Tüv hat für Patienten und ihre Angehörigen zur Beurteilung eines Heimes kaum Aussagekraft – das belegt eine aktuelle Studie des HFH-Fachbereichs Gesundheit und Pflege unter der Leitung von Professor Dr. Johannes Möller exemplarisch für Rheinland-Pfalz. Nun steht die Reform der Pflegetransparenzvereinbarung stationär bevor. Werden die Pflege- und Betreuungsleistungen der Heime künftig transparenter?

 

Professor Johannes Möller: "Eine Beurteilung, die für Patienten und ihre Angehörigen aussagekräftig ist, kann es nur geben, wenn die Noten des Pflege-Tüv etwas über die Qualität der Pflege aussagen. Das ist auch nach den anstehenden Reformen nicht der Fall."

Gesundheitswissenschaftler Möller spricht klare Worte: "Wer einen Verbandswechsel nicht steril hinbekommt, der darf keine Eins oder Zwei bekommen." Aber genau das sei nach der Reform des Pflege-Tüv weiter möglich. "Außerdem bleibt unklar, ob Ergebnisqualität gemessen wird oder Dokumentationsqualität." Auch künftig könne also ein Pflegeheim sehr gute Noten erhalten, wenn es allein seine Akten erfolgreich führt. Ferner fehlten den Prüfern des Medizinischen Dienstes bei mehreren Kriterien ausreichend differenzierte Bewertungsmöglichkeiten, die eine spezifischere Betrachtung ermöglichen würde.

Professor Johannes Möller ist Dekan des Fachbereichs Gesundheit und Pflege an der Hamburger Fern-Hochschule und Leiter des Studiengangs Gesundheits- und Sozialmanagement. Die Studie zur Pflege-Transparenzvereinbarung stationär am Fachbereich Gesundheit und Pflege der HFH wurde im Auftrag des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen Rheinland-Pfalz durchgeführt.

 

 

Weitere Informationen

 

 


 

Quelle: Hamburger Fern-Hochschule, 14.08.2013 (tB).

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