Nach vier Jahren zieht die GKV ein positives Fazit

Pflegestellenförderprogramm: Nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein

 

Berlin (9. Juli 2013) – Nach Aussagen des GKV-Spitzenverbandes sind in den vergangenen vier Jahren 13.600 zusätzliche Stellen geschaffen worden. Was allerdings unerwähnt bleibt ist, dass in den Jahren zwischen 1996 und 2008 mehr als 50.000 Vollzeitstellen in der Pflege in den Krankenhäusern abgebaut wurden. Damit liegen wir heute sogar hinter den Beschäftigungszahlen Anfang der Neunziger. Allein diese Betrachtung beschreibt im Ergebnis nichts anderes als den seit Jahrzehnten bestehenden chronischen Mangel an Pflegekräften im Krankenhaus. Gewarnt wird vor einer Fortsetzung des Programms. Eine späte Erkenntnis, die von den Pflegeverbänden bereits 2009 bei der Einführung des Programms reklamiert und deutlich aufgezeigt wurde.

 

Der Verweis, dass die Finanzierung der zusätzlichen Stellen durch die DRGs gesichert ist, zeugt von einer sehr realitätsfernen Sicht der Dinge: Diese zusätzlichen Mittel werden unter dem zunehmenden ökonomischen Druck der Kliniken in der Praxis immer wieder für Quersubventionen genutzt, während der Stellenabbau in der Pflege weitergeht. Auch die Frage nach der Zukunftsperspektive lässt die GKV in unverantwortlicher Art und Weise völlig offen. Sie wird damit ihrer Verantwortung für eine adäquate Patientenversorgung, zu der auch eine angemessene Zahl an Pflegekräften gehört, in keiner Weise gerecht.

 

„Wir brauchen dringend gesetzlich verankerte Parameter zur Sicherstellung eines realistischen Personalbedarfs für die Pflege in unseren Kliniken. Diese sollten auf fundierten Analysen basieren, die den tatsächlichen Pflegeaufwand abbilden“, so die Forderung des Vorstandsvorsitzenden Peter Bechtel. „In den vergangenen Jahren hat sich der sogenannte Pflegekomplexmaßnahmen-Score (PKMS) als ein in der Praxis völlig untaugliches Instrument erwiesen, bei dem der bürokratische Aufwand in keinem Verhältnis zum Ergebnis steht“, erläutert Bechtel: „Hier gilt es mit Unterstützung der Pflegewissenschaft rasch Lösungen zu finden, um ein weiteres Ausbluten der Profession Pflege in unseren Krankenhäusern zu verhindern.“

 

Das Fazit des Bundesverbandes Pflegemanagement fällt ernüchternd aus: „Es wurden diejenigen bestraft, die vor dem Förderprogramm schon für eine gute Besetzung gesorgt hatten. Und 13.600 zusätzliche Stellen bei zuvor über 50.000 abgebauten Stellen sind schlicht Augenwischerei. Die Kolleginnen und Kollegen brauchen eine Perspektive, sonst droht mittelfristig der Exodus“, so Bechtel abschließend.

 

 

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Quelle: Bundesverband Pflegemanagement, 09.07.2013 (tB).

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