Therapie des fortgeschrittenen NSCLC

Positives CHMP-Votum für Erlotinib in der Erstlinientherapie bei Patienten mit EGFR-Mutation

 

Grenzach-Wyhlen (25. Juli 2011) – Das CHMP (Comittee for Medicinal Products for Human Use) der europäischen Arzneimittelzulassungsbehörde EMA (European Medicines Agency) hat sich am 22. Juli 2011 für die erweiterte Zulassung von Erlotinib (Tarceva®) zur Erst­linientherapie beim fortgeschrittenen nicht-klein­zelligen Lungenkrebs (NSCLC) ausgesprochen. Die Empfehlung gilt für Patienten mit aktivierenden Mutation­en des epidermalen Wachstumsfaktorrezeptors (EGFR). Die Grundage für das positive Votum bilden die Ergebnisse der EURTAC-Studie (European Tarceva Versus Chemo­therapy Phase III Study). Die Phase-III-Studie zeigt, dass das westliche Patientenkollektiv in der ersten Linie signifikant von der Monotherapie mit Erlotinib profitiert [1].

 

Erlotinib ist in Europa bereits für die Erhaltungs- und Zweitlinientherapie von NSCLC-Patienten unabhängig vom EGFR-Mutationsstatus zugelassen. Die EURTAC-Studie untersuchte erstmalig an einem randomisierten westlichen Patientenkollektiv den Erstlinieneinsatz von Erlotinib bei Patienten mit aktivierenden EGFR-Mutationen. Sie erreichte ihren primären Endpunkt – das progressionsfreie Überleben (PFS) – bereits in einer vorab geplanten Interimsanalyse.

 

 

Signifikante Verlängerung des PFS bei hohem Ansprechen

 

Im Vergleich zur Chemotherapie verlängerte Erlotinib das mediane PFS in der EURTAC-Studie signifikant von 5,2 auf 9,7 Monate (HR 0,37; 95 %-KI 0,25 – 0,54; p < 0,0001). Das Risiko für eine Krankheitsprogression verringerte sich damit um 63 %. Die Patienten im Erlotinib-Arm zeigten zum Zeitpunkt der Zwischenanalyse zudem ein etwa vierfach höheres Ansprechen: Die Gesamtansprechrate (ORR) lag bei 58 % (vs. 15 % unter der Standard-Chemotherapie; p < 0,0001) [1].

 

 

EURTAC – first-time Erlotinib first-line bei westlichen Patienten

 

Aktivierende Mutationen des EGFR liegen bei ungefähr 10 % der NSCLC-Tumoren westlicher Patientenkollektive sowie bei etwa 30 % aller NSCLC-Patienten in Asien vor. Die OPTIMAL-Studie war die erste prospektiv geplante Phase-III-Studie, die bei 165 asiatischen NSCLC-Patienten mit nachgewiesenen aktivierenden EGFR-Mutationen in der Erstlinientherapie einen EGFR-Inhibitor mit einer platinhaltigen Dublette verglich. In diesem Setting verdreifachte sich das PFS von 4,6 im Chemotherapie-Arm auf 13,7 Monate unter Erlotinib (HR 0,164; 95 %-KI 0,105 – 0,256; p < 0,0001) [2, 3].

 

Die EURTAC-Studie wurde parallel zur OPTIMAL-Studie für ein westliches Patientenkollektiv durchgeführt. Insgesamt wurden 174 chemotherapienaive Patienten mit EGFR-Mutation randomisiert. Zum Zeitpunkt der geplanten Interimsanalyse lagen die Daten von insgesamt 153 Patienten vor (77 im Erlotinib- und 76 im Chemotherapie-Arm).

 

Unter der Erstlinientherapie mit Erlotinib wurden keine neuen Nebenwirkungen beobachtet; die unerwünschten Ereignisse entsprachen dem aus Studien zur Erhaltungs- und Zweitlinien­therapie sowie aus dem im klinischen Alltag bereits bekannten Nebenwirkungsprofil. Die EU-Zulassungserweiterung von Erlotinib zur Erstlinientherapie des fortgeschrittenen NSCLC bei Patienten mit aktivierender EGFR-Mutation wird für Anfang September 2011 erwartet.

 

 

Quellen 

  1. Rosell R et al., J Clin Oncol 29: 2011 (suppl; abstr 7503 and oral presentation)
  2. Zhou C et al., Ann Oncol 21: 2010 (suppl. 8: viii6; abstr LBA13)
  3. Zhou C et al., J Clin Oncol 29: 2011 (suppl; abstr 7520)

 


Quelle: Roche Pharma, 25.07.2011 (medical relations) (tB).

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