DBfK zum MLP Gesundheitsreport 2009

Potenziale der Pflege zur Verbesserung der Gesundheit ungenutzt

Berlin (6. August 2009) – Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK) begrüßt die Resultate der Studie des Institutes für Demoskopie Allensbach (MLP Gesundheitsreport 2009). „Die Befragung räumt mit einigen Standardargumenten in der Gesundheitspolitik auf – zum Beispiel, dass das System zu teuer sei und die Bürger nicht bereit wären mehr zu bezahlen“, stellt Franz Wagner, Bundesgeschäftsführer des DBfK fest. Erschreckend für die politisch Verantwortlichen müsste sein, dass ihnen die Mehrheit der Bevölkerung eine nachhaltige Reform nicht zutraut, so Wagner weiter. Dabei kenne der Durchschnittsbürger noch nicht einmal die Potenziale für eine bessere Versorgung, die es in anderen europäischen Ländern gibt.

Bewährt hat sich vielfach eine primäre Gesundheitsversorgung, die auf Gesundheitsförderung und Beratung setzt und in der der Fokus deutlich weiter als auf Krankheit und deren Behandlung gefasst ist. Dies beinhaltet auch, dass unterschiedliche Berufsgruppen sich aktiv beteiligen. In Deutschland ist zum Beispiel das Potenzial der Pflegeberufe zur Verbesserung der Versorgung – gerade auch unter präventiven und rehabilitativen Aspekten – weitgehend ungenutzt. Dabei hat der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen bereits 2007 angemahnt, die Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe neu zu denken und die Rolle der nichtärztlichen Akteure deutlich zu verstärken. Dies gilt sowohl im ambulanten wie stationären Versorgungsbereich.

Erst kürzlich sind auf Antrag des DBfK die Pflegeberufe als Leistungserbringer in der Prävention (§ 20 SGB V) durch den Spitzenverband Bund GKV anerkannt worden. Das Konzept der Familiengesundheitspflege bietet Unterstützung und Pflege für Menschen mit einem besonders hohen Gesundheitsrisiko, das gesellschaftlich weitgehend ausgeblendet wird. Denn auch das belegt die Befragung: Die Mehrzahl der Bevölkerung ist sich nicht bewusst, dass es eine große Gruppe von Menschen gibt, die auch heute schon keine ausreichende Gesundheitsversorgung erhalten. Das sind häufig Familien – besonders Alleinerziehende. Wer arm ist hat ein höheres Risiko krank zu werden und früher zu sterben. Wer arm oder weniger gebildet ist, nutzt die Angebote der Krankenversicherung weniger und erhält dadurch schlechtere Gesundheitsleistungen. An diesen Menschen versagt unser System.

Es wird auch ausgeblendet, dass die Formel ‚man müsse mehr selbst für die Gesundheit tun’ für viele Menschen nicht greift. Sie müssen das erst lernen und dafür fehlen flächendeckend Angebote. Auch hier stellt die Pflege eine Chance dar, denn Pflegende finden leichter einen Zugang zum Alltag – zur Lebenswelt – von benachteiligten Menschen und können deshalb der jeweiligen Situation entsprechende Angebote machen. Das kann allerdings nur gelingen, wenn diese Leistungen im Sozialrecht geregelt und von den Kostenträgern vergütet werden. Hier besteht großer Reformbedarf!


Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe e.V. vom 06.08.2009.

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