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Preis für Erlanger Forschung über Schwangerschafts-Depression

 

Erlangen-Nürnberg (21. August 2008) – Für die wegweisende Erforschung der "Depression in der Schwangerschaft und Stillzeit" erhielten zwei Forscher des Universitätsklinikums Erlangen auf der Tagung der Bayerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe den höchst dotierten Preis für geburtshilfliche Forschung in Europa. Sie forderten in ihrer Studie ein frühzeitiges Erkennen depressiver Symptome bei Schwangeren und eine verbesserte Betreuung depressiver Frauen in den Geburtskliniken. Das Wichtigste zur Vermeidung von Depressivität im Wochenbett ist ein positives, selbstbestimmtes Geburtserlebnis sowie auch nach der Schwangerschaft eine stabile Partnerschaft.

 

Dr. Tamme W. Goecke, Oberarzt der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen, und Dr. Udo Reulbach, Psychiatrische und Psychotherapeutische Klinik, erhielten den mit 7.500 Euro dotierten Forschungspreis 2008 vom Stifter Dr. H. L. Geisenhofer. Hintergrund ihrer Arbeit: Die Depression in der Schwangerschaft tritt bei 6 bis 12 % aller Schwangeren auf, wird aber wegen der vielgestaltigen, oft nur milden Symptome häufig nicht erkannt. Eine nicht erkannte oder unbehandelte Depression hat nicht nur für die Betreffende selbst deutliche Einbußen in der Lebensqualität zur Folge. Oft leidet auch die frühe Mutter-Kind-Beziehung unter den depressiven Symptomen, so dass gehäuft kognitive und emotionale Entwicklungsstörungen bei den Kindern nachzuweisen sind.

Studie zeigt: Positives Geburtserlebnis beugt Wochenbett-Depression vor

"Wichtigste Prädikatoren einer höheren Depressivität vor und bis zu einem Jahr nach der Geburt sind neben dem Bildungsniveau das Einkommen, aber auch die positive Unterstützung durch den Partner", erläutert Dr. Goecke das Studienergebnis. Nicht bestätigt werden konnte in der Studie mit 1.100 Schwangeren eine frühere Annahme, dass die Art der Entbindung einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung einer Depression hat. "Deutlich wurde: ein positives Geburtserlebnis und die Ausstrahlung von Ruhe und Sicherheit im Kreißsaal sowie die Kompetenz des geburtshilflichen Personals, aber auch besonders die Unterstützung durch den Partner nach der Geburt sind von entscheidender Bedeutung, um eine Depression im Wochenbett zu vermeiden", sagt Dr. Goecke.

Die Forschungsergebnisse von Dr. Goecke und Dr. Reulbach können dabei helfen, gefährdete Schwangere frühzeitig zu erkennen, um dann gezielte Unterstützung anbieten zu können. Mit den nun zur Verfügung stehenden Preisgeldern, so Dr. Goecke, werden die dringend nötigen Forschungen auf diesem Gebiet vorangetrieben. Es bestehen u. a. bereits Kooperationen zum Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München. Außerdem soll in Kürze in der Geburtshilfe der Frauenklinik eine spezielle Sprechstunde für Frauen mit Depressionen eingerichtet werden. Goecke dankte den zahlreichen Helfern und Doktoranden, ohne deren außerordentliches Engagement die Studie nicht möglich gewesen wäre.

 


Quelle: Pressemitteilung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg vom 21.08.2008 (tB).

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