Abb. 1 (oben) und 2: In Greifswald trainieren Pflegeschüler und Medizinstudierende seit drei Jahren gemeinsam und in wechselnden Rollen den Notfall. Damit sollen möglichst früh Kommunikationshürden im Team abgebaut werden. Foto: UMG/Manuela JankePreis für „Innovative Lehrprojektideen“

Internationale Aufmerksamkeit für Greifswalder Notfall-Ausbildungsprojekt

Greifswald (19. September 2016) – Auf der 63. Jahrestagung der Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) im April diesen Jahres in Leipzig wurde das Greifswalder Lernprojekt, bei dem Medizinstudierende und angehende Pflegekräfte in einem Simulationskurs gemeinsam verschiedene Notfallszenarien durchlaufen, bereits mit dem „Thieme Teaching Award“ ausgezeichnet.

Am Freitag, dem 15. September, folgte in der Schweiz der Preis der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) für „Innovative Lehrprojektideen“, der auch für internationale Aufmerksamkeit sorgen wird. Dort fand in Bern vom 14. bis zum 17. September die Jahrestagung der GMA statt. Die GMA ist eine gemeinnützige Fachgesellschaft zur Förderung der fächerübergreifenden Verbesserung der Medizinischen Ausbildung.

Damit wird schon der zweite Preis in diesem Jahr an das Team des stellvertretenden Direktors der Klinik für Anästhesiologie, Prof. Konrad Meissner, die Leiterin der Beruflichen Schule an der Universitätsmedizin Greifswald, Christiane Reppenhagen und die Praxisanleitung, Ulrike Heß, verliehen.

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„Es ist schon außergewöhnlich, dass ein Ausbildungsprojekt gleich zweimal kurz hintereinander in zwei so renommierten Fachgesellschaften prämiert wird“, betonte der Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Greifswald, Prof. Dr. Max P. Baur. „Das innovative Lehrprojekt ist aber nicht nur ein Preisfänger, sondern hat sich auch in der Praxis bewährt und gehört inzwischen fest zum Ausbildungsprogramm von angehenden Medizinern und Fachpflegekräften“, unterstrich Baur.


Seit drei Jahren gemeinsam: Pflegeschüler und Medizinstudenten üben den Notfall

Ärzte und Pflegekräfte tragen im Klinikalltag gemeinsam Sorge für das Wohl ihrer Patienten. In der Ausbildung beider Berufsgruppen spielt die interprofessionelle Zusammenarbeit jedoch kaum eine Rolle. Dabei ist es insbesondere in Notfällen wichtig, dass jeder im Behandlungsteam weiß, was er zu tun hat und Anweisungen klar kommuniziert werden. In Greifswald lernen Medizinstudierende und künftige Pflegekräfte seit drei Jahren in einem Simulationskurs verschiedene Notfallszenarien kennen und trainieren, wie sie Patienten gemeinsam schnell und gut versorgen.

Das Projekt wurde im Jahr 2013 in Kooperation der Klinik für Anästhesiologie, der Beruflichen Schule und der Praxisanleitung initiiert, von der Robert Bosch Stiftung im Programm „Operation Team – Interprofessionelles Lernen in den Gesundheitsberufen“ gefördert und in zwei Pilotphasen in den Sommersemestern 2014/2015 getestet. Die Tatsache, dass ein großer Teil der vorkommenden Behandlungsfehler auf Kommunikationsprobleme im Team zurückzuführen ist, hat den Ausschlag für das zweifach ausgezeichnete Projekt gegeben.

Seit dem Sommersemester 2016 ist das Kurskonzept im Lehrplan der Pflegeausbildung und des Studiums gleichermaßen verpflichtend eingebunden. An dem 16-stündigen Kurs nehmen jeweils sechs Studierende und sechs Pflegeschüler teil. Seit diesem Jahr wurde ergänzend eine interprofessionell ausgerichtete Lehrvisite integriert. Im Projektverlauf wurden für die Ausbildung 30 Kurs-Instruktoren ausgebildet, die das Training leiten und die Teilnehmer in ihrem Lernprozess betreuen.

„In jeder Trainingseinheit werden bis zu acht Notfallszenarien trainiert und per Video ausgewertet. Dabei variiert das Rollenspiel; die Teilnehmer besetzen mal die Position des Schülers, des Pflegers, des Medizinstudenten im Praktischen Jahr, des Stations- oder des Oberarztes“, erläuterte Maud Partecke, Projektkoordinatorin für Interprofessionelles Lernen in den Gesundheitsberufen. „Im aktuellen Sommersemester werden insgesamt 150 Pflegeschüler und 150 Studierende die interprofessionelle Lernsequenz durchlaufen. Das Interesse an dem Greifswalder Projekt ist groß und stark nachgefragt“, so Maud Partecke.

Weitere Informationen

 

Abb. 2: In Greifswald trainieren Pflegeschüler und Medizinstudierende seit drei Jahren gemeinsam und in wechselnden Rollen den Notfall. Damit sollen möglichst früh Kommunikationshürden im Team abgebaut werden. Foto: UMG/Manuela Janke


Quelle: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald , 19.09.2016 (tB).

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