Parkinson kommt selten allein

Herausforderung Komorbiditäten

 

Prof. Dr. Alexander Storch, Dresden

 

Würzburg (14. März 2013) – Durch die Degeneration dopaminerger Neuronen des nigrostriatalen Systems kommt es beim Morbus Parkinson zu der charakteristischen motorischen Symptomatik mit Akinese, Tremor, Rigor und Störung der Stellreflexe. Obwohl nicht-motorische Symptome bereits in der Erstbeschreibung der Erkrankung durch James Parkinson 1817 festgehalten wurden, haben nicht-motorische Störungen erst in den letzten Jahren zunehmende Beachtung gefunden, da sie die Lebensqualität von Parkinson-Patienten maßgeblich beeinträchtigen und sich auch auf die motorische Behinderung negativ auswirken. Zu dieser Gruppe zählen neben den vielfältigen neuropsychiatrischen und sensorischen Symptomen insbesondere auch autonome Störungen mit besonderer Beeinflussung des kardiovaskulären Systems.

 

Die orthostatische Hypotonie ist dabei mit einer Frequenz von ca. 50 % aller Patienten das häufigste Symptom einer kardiovaskulären autonomen Dysfunktion (Quelle: Peralta C, Stampfer-Kountchev M, Karner E et al. Orthostatic hypotension and attention in Parkinson’s disease with and without dementia. J Neural Transm 2007; 114 (5): 585–588). Das Vorhandensein einer orthostatischen Hypotonie stellt einen unabhängigen Prädiktor für Mortalität dar. Eine geeignete symptomorientierte Diagnostik und eine symptomatische Behandlung als Teil einer interdisziplinären Herangehensweise können daher von größtem Nutzen für die Patienten sein. Zusätzlich zur krankheitsbedingten Dysautonomie können Antiparkinson-Medikamente die kardiovaskuläre Funktion beeinflussen. Die Datenlage hierzu ist allerdings sehr lückenhaft. Für die Behandlung der kardiovaskulären Insuffizienz beim Morbus Parkinson sind doppelblinde, randomisierte, kontrollierte Studien selten, was zur Folge hat, dass die meisten Empfehlungen nicht evidenzbasiert sind. Ausgehend von einem solchen Fall eines komorbiden Patienten wird die Komplexität einer Parkinson-Kombinationstherapie beleuchtet und Empfehlungen für die Praxis werden kritisch diskutiert.

 

 

Autor

 

  • Prof. Dr. Alexander Storch
    Division für Neurodegenerative Erkrankungen, Klinik und Poliklinik für Neurologie der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Dresden

 


 

Quelle: TEVA Deutschland, 14.03.2013 (tB).

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