Mangelernährung im Alter besser erkennen und bekämpfen

 

Von Prof. Dr. Cornel Sieber

 

Berlin (3. Juni 2008) – Mangelernährung im höheren Lebensalter ist eine häufige aber weithin unterschätzte Krankheits-Entität mit wesentlicher Bedeutung sowohl für Morbidität wie auch Mortalität. Wenngleich das Übergewicht ein großes Problem bei jüngeren Menschen darstellt, so ist es primär die Mangelernährung mit häufig assoziiertem Untergewicht, was uns als Geriaterinnen und Geriater im klinischen Alltag beschäftigt. Weiter sind gerade beim Betagten die durch Mangelernährung verursachten Gesundheitsfolgen sehr häufig mit der Funktionalität und damit verbunden der Lebensqualität assoziiert. Hier sei beispielhaft die durch Mangelernährung verstärkte Abnahme der Muskelmasse (Sarkopenie) sowie die durch muskuläre Schwäche verursachten Stürze mit den bekannten Folgen einer Schenkelhalsfraktur genannt. Die gravierenden gesundheitlichen Folgen reduzieren die Lebensqualität der Betroffenen und belasten das Gesundheitswesen durch zusätzliche Kosten.

 

Das Bewusstsein für die zentrale Bedeutung der Mangelernährung bei älteren Menschen ist sowohl bei den Betroffenen, deren Angehörigen aber auch bei den im Gesundheitswesen Tätigen noch zu wenig geschärft. Mangelernährung muss daher durch gezielte Aufklärungsmaßnahmen für die Bevölkerung und Schulung aller beteiligten Berufsgruppen als ernstes Problem in der Behandlung betagter Menschen bewusster gemacht werden. Auch der verstärkte interdisziplinäre Austausch der Fachdisziplinen und die Diskussion mit politischen Entscheidungsträgern, Organisationen und Verbänden kann die Wahrnehmung der Problematik verbessern.

 

Um Mangelernährung wirksam zu bekämpfen bedarf es darüber hinaus einer routinemäßigen Diagnostik sowohl im klinischen als auch im ambulanten Bereich. Die regelmäßige Erfassung des Ernährungszustands ist die Voraussetzung zur frühzeitigen Erkennung und adäquaten Behandlung. Durch geeignete Maßnahmen lassen sich Ernährungs- und Allgemeinzustand verbessern bzw. erhalten. Ernährungstherapeutische Maßnahmen sind in Verbindung mit körperlicher Aktivität sowohl präventiv als auch therapeutisch wirkungsvoll und tragen dazu bei, Funktionalität und Selbständigkeit zu erhalten und damit die Lebensqualität zu verbessern.


Quelle:  Pressekonferenz der Firma Pfrimmer-Nutricia am 3. Juni 2008 in Berlin (Trimedia Communications).

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