Pneumokokkenerreger. Photo: Sanofi-Pasteur-MSDInfektionen beim älteren Menschen – Das Immunsystem auf Abwegen

Bedeutung des Impfschutzes am Beispiel der Pneumokokkenimpfung

 

Prof. Dr. Gerd Fätkenheuer

 

Wiesbaden (10. April 2010) – Das menschliche Immunsystem unterliegt einem natürlichen Entwicklungsprozess mit allmählicher Ausreifung im Kindesalter und einer zunehmenden Schwächung in hohem Alter. Deshalb sind ganz junge und ganz alte Menschen besonderes anfällig für Infektionen, die dann auch häufig besonders schwer verlaufen. Mit der zunehmenden Anzahl alter und sehr alter Menschen in der Bevölkerung kommt gezielten Präventionsmaßnahmen eine immer größere Bedeutung zu. Hierbei spielen Impfungen eine ganz herausragende Rolle.

 

Das Thema Impfungen, das in der Vergangenheit fast ausschließlich eine Domäne der Pädiatrie war, ist damit zunehmend ein Thema in der internistischen und allgemeinärztlichen Praxis. Influenza und Pneumokokkenerkrankungen sind Beispiele für Infektionskrankheiten, gegen die wirksame und gut verträgliche Schutzimpfungen vorhanden sind.

 

Während die Grippeimpfung selbst in der Allgemeinbevölkerung gut bekannt ist, wird die Pneumokokkenimpfung auch von vielen Ärzten nicht in ihrer Bedeutung wahrgenommen. Dabei sind Pneumokokken die häufigsten Pneumonieerreger und darüber hinaus die Erreger, die Pneumonien mit der höchsten Sterblichkeit verursachen, insbesondere bei Säuglingen und alten Menschen.’

 

Gegen Pneumokokkenerkrankungen stehen verschiedene Impfstoffe zur Verfügung. Kleinkinder bis 2 Jahre müssen mit konjugierten Vakzinen geimpft werden, während für Erwachsene eine 23‑valente Polysaccharidvakzine zur Verfügung steht. Die Pneumokokkenimpfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) in Deutschland u. a. für Menschen ab 60 Jahren generell empfohlen (mit einer Auffrischung alle 5 Jahre für spezielle Risikogruppen). Dennoch ist der Anteil der geimpften Personen in dieser Altersgruppe in Deutschland sehr niedrig.

 

 

Literatur

 

  1. Quast U, Hülße C, Heininger U. Ärzte Merkblatt Pneumokokken. Marburg:  Deutsches Grünes Kreuz; Ausgabe 2008
  2. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI. Stand: Juli 2009. Epidemiologisches Bulletin 2009; Nr. 30:279‑298
  3. Robert Koch‑Institut. Teilnahme an Influenza‑ und Pneumokokken-­Schutzimpfung. Bundes weite Querschnittsstudie zur Situation der Saison 2001/2002. Epidemiologisches Bulletin  2002; N r. 16:127‑134

 

 

Autor

 

Prof. Dr. Gerd Fätkenheuer

Leiter des Schwerpunktes Infektiologie, Klinik I für Innere Medizin Universitätsklinikum Köln

 


 

Quelle: Pressegespräch der Firma Sanofi-Pasteur-MSD am 10.04.2010 in Wiesbaden (Medical Consulting Group-MCG) (tB).

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