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Therapiemöglichkeiten mit Pregabalin

Vorstellung der Studienergebnisse

 

Von Prof. Dr. Hans-Peter Volz, Werneck

 

Frankfurt am Main (23. Juni 2006) – Die generalisierte Angststörung (GAD, generalized anxiety disorder) ist die häufigste Angststörung überhaupt. Bisher stehen als psychopharmakologische Behandlungsmöglichkeiten, sieht man von den trizyklischen Antidepressiva ab, folgende Substanzen zur Verfügung:

 

  • Buspiron
  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI): Paroxetin und Escitalopram
  • Selektive Serotonin- und Noradrenalin‑Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI): Venlafaxin – Benzodiazepine (Diazepam, Alprazolam).

 

Die serotonergen Substanzen und Buspiron sind durch einen verzögerten Wirkeintritt gekennzeichnet. Mitunter kommt es sogar am Beginn der Behandlung vorübergehend zu einer Angstzunahme. Unter den SSRI berichten die Patienten neben gastrointestinalen Nebenwirkungen in bis zu 80 % auch über sexuelle Dysfunktionen. Die Benzodiazepine wirken zwar rasch, aber sedieren und können bei einem Teil der Patienten eine Gewöhnung und eine Abhängigkeit auslösen.

 

Pregabalin, das nun nach der Einführung als Antiepileptikum und als Pharamakotherapeutikum bei peripheren neuropathischen Schmerzen für die Therapie der GAD zugelassen worden ist, scheint die Vorteile der genannten Substanzen zu verbinden ohne ihre Nachteile aufzuweisen. So zeichnet sich Pregabalin durch einen ebenso raschen Wirkeintritt wie die Benzodiazepone aus, jedoch ist die Sedierung hierbei wesentlich geringer ausgeprägt. Auch kommt es weder zu einer initialen Angstzunahme wie bei den serotonergen Substanzen, noch zu sexuellen Funktionsstörungen.

 

Neben zahlreichen Studien zur Akutwirksamkeit konnte für Pregabalin auch die Effektivität bei der Erhaltungstherapie gezeigt werden. Es wurde eine signifikante Besserung der Symptome von generalisierten Angststörungen gemäß der Hamilton-Anxiety-Rating-Scale (HAM-A) innerhalb der ersten Woche beobachtet, die über den ganzen Beobachtungszeitraum anhielt. Somit steht eine neue Substanz zur Verfügung, die es in Zukunft wesentlich erleichtern wird, GAD-Patienten schnell und nachhaltig zu helfen.

 

 

 

Abb. 1: Rezeptierte Medikamente bei GAD. 

 

 

 

 

Abb. 2: Pregabalin bei GAD – Phase III-Programm. 

 

 

 

 

Abb. 3: Studie mit Pregabalin und Venlafaxin. 

 

 

 

Abb. 4: Studie mit Pregabalin und Alprazolam: Schnelle und anhaltende Verbesserung des HAMA-Scores.

 

 

 

 

Abb. 5: Wirksamkeit von Pregabalin bei GAD: Zusammenfassung.

 

 

 

Abb. 6: Pregabalin bei GAD: Zusammenfassung der Verträglichkeit.

 

 

 

Abb. 7: Zusammenfassung.

 

 


Quelle: Pressekonferenz der Firma Pfizer zum Thema „Neue Behandlungsoption in der GAD – Zulassungserweiterung für Pregabalin“ am 23.06.2006 in Berlin (MCG–Medical Consulting Group) (tB).

 

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