MEDIZIN

DOC-CHECK LOGIN

Etanercept (Enbrel®) in der Routineversorgung bei Patienten mit Ankylosierender Spondylitis (Morbus Bechterew)

 

Autoren: Sieper, J et al.

 

Titel: Sicherheit und Wirksamkeit von Etanercept zur Behandlung der Ankylosierenden Spondylitis unter klinischen Routinebedingungen – Ergebnisse einer Anwendungs­beobachtung in Deutschland. Posterpräsentation auf dem 36. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), Berlin, 24. bis 27. September 2008

 

Studienziel: Informationsgewinnung zu Sicherheit und Wirksamkeit von Etanercept in der Routinebehandlung der Ankylosierenden Spondylitis

 

 

Hintergrund:

Kontrollierte Studien (Calin, A et al. Ann Rheum Dis 2004; 63:1592-600, Davis, J et al. Arthritis Rheum 2003; 48:3230-6) zeigen anhand des BASDAI (Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index) und des ASAS (Assessments in Ankylosing Spondylitis), dass die Behandlung mit Etanercept bei der Ankylo­sierenden Spondylitis (AS) zu einer signifikanten Verbesserung des Krankheits­bildes führt

Indikationserweiterung im Januar 2004 für Etanercept auf Basis der oben genann­ten Ergebnisse für die Behandlung der schweren AS bei unzureichendem Anspre­chen auf konventionelle Therapien

 

Design:  

Prospektive, multizentrische, offene und nicht-interventionelle Studie (NIS) im Sinne einer Anwendungsbeobachtung gemäß §67 Abs. 6 AMG

1.463 Patienten in 266 Zentren deutschlandweit

Durchschnittliche Beobachtungsdauer: 93,2 Tage pro Patient

 

Studienteilnehmer:

Therapierefraktäre AS

Durchschnittsalter: 42,9 Jahre

Geschlechtsverteilung: 31,0 Prozent Frauen und 69,0 Prozent Männer

 

Therapie:

Etanercept 2 x 25 mg/Woche als initiale Dosierung bei 83,4 Prozent der Patienten

Etanercept 1 x 50 mg/Woche als initiale Dosierung bei 9,6 Prozent der Patienten

Etanercept 1 x 25 mg/Woche als initiale Dosierung bei 2,2 Prozent der Patienten

Das initial gewählte Dosierungsschema wurde bei fast allen Patienten (91,7 Pro­zent) über die Beobachtungsdauer hinweg beibehalten

Andere Medikamente zur Behandlung der AS (DMARDs, Corticosteroide, NSAR) konnten nach ärztlichem Ermessen verabreicht werden

 

Endpunkte:

Arzneimittelsicherheit:

Unerwünschte Ereignisse (UEs)

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAWs)

Wirksamkeit:

Veränderungen im BASDAI (Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index) und BASFI (Bath Ankylosing Spondylitis Functional Index)

Ansprechen auf ASAS20 und partielle Remission

elfstufige numerische Ordinalskala (Patienten-dokumentiert) zur Messung von Krankheits- und Schmerzintensität

 

Ergebnisse:

BASDAI: mittlere relative Reduktion von -46,3 Prozent

BASFI: mittlere relative Reduktion von -38,5 Prozent

73,7 Prozent der Patienten erzielten eine ASAS20-Response

16 Prozent der Patienten zeigten eine partielle Remission

Die Analyse der anderen Wirksamkeitskriterien zeigte eine konsistente Verbes­serung des klinischen Krankheitsbildes der Patienten (Globaleinschätzung von Krankheitsaktivität und Schmerz, laborchemische Entzündungsparameter)

In einer abschließenden Globaleinschätzung der Wirksamkeit beurteilten sowohl Ärzte als auch Patienten in über 90 Prozent der Fälle das Präparat als „gut“ oder „sehr gut“

 

Verträglichkeit:

Beobachtete Ergebnisse entsprachen dem bekannten Sicherheitsprofil von Etanercept bei der Behandlung der AS

Häufigste UAWs: Reaktionen an Injektionsstelle (2,4 Prozent), Juckreiz (1,2 Prozent) und Kopfschmerz (1,0 Prozent)

Schwerwiegende oder zum Abbruch der Behandlung führende UAWs traten nur selten auf (Inzidenz 0,8 Prozent)

Keine Fälle von Tuberkulose, Lymphomen oder anderen Malignomen

In einer abschließenden Globaleinschätzung der Sicherheit beurteilten sowohl Ärzte als auch Patienten in über 97 Prozent der Fälle das Präparat als „gut“ oder „sehr gut“

 

Fazit: Das bereits durch andere klinische Studien belegte günstige Nutzen-/ Risikoprofil von Etanercept zur Behandlung der AS wird bestätigt. Auch in der täglichen Routine bewirkt Etanercept eine konsistente und klinisch relevante Verbesserung des Krankheits­bildes bei therapierefraktärer AS

 

 

Download

 

Folien zum Vortrag Prof. Dr. Joachim Sieper.pdf Vortrag Prof. Dr. Joachim Sieper.pdf (811.32 KB)

 


Quelle: Presseveranstaltung der Firma Wyeth Pharma zum Thema „Enbrel® in der Therapie der Ankylosierenden Spondylitis – langfristig wirksam und sicher“ in Berlin am 26.09.2008 (3K-Agentur für Kommunikation) (tB).

MEDICAL NEWS

COVID-19 vaccines are estimated to have prevanented 20 million deaths…
Novel sleep education learning modules developed for nurse practitioners
Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…

SCHMERZ PAINCARE

Aktuelle Versorgungssituation der Opioidtherapie im Fokus
Individuelle Schmerztherapie mit Opioiden: Patienten im Mittelpunkt
Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…

DIABETES

Typ-1-Diabetes: InRange – auf die Zeit im Zielbereich kommt es…
Suliqua®: In komplexem Umfeld – einfach besser eingestellt
Suliqua®: Überlegene HbA1c-Senkung  im Vergleich zu Mischinsulinanalogon
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 

ERNÄHRUNG

Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen

ONKOLOGIE

Krebspatienten unter Immuntherapie: Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schwere…
WHO veröffentlicht erste Klassifikation von Tumoren im Kindesalter
Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…
Stellungnahme zur 3. Impfung gegen SARS-CoV2 bei Personen mit MS
NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…