14. Bamberger Gespräche 2010: „Blase und Gehirn“

Pathophysiologische Mechanismen neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen und ihre Rolle bei Harnblasenfunktionsstörungen

 

Prof. Dr. med. Andreas Bauer

 

Bamberg (4. September 2010) – Die in Rückenmark und Gehirn stattfindende Wahrnehmung und Verarbeitung von Informationen über den Füllungszustand der Blase ist für den Erhalt der Kontinenz von entscheidender Bedeutung. Mit steigendem Füllungsdruck gelangen die Informationen über den Dehnungszustand der Blase ins Bewusstsein und lösen das Bedürfnis zur Blasenentleerung aus. Bei gesunden Personen kann dieses Bedürfnis problemlos an die äußeren Umstände angepasst werden. Bereits diese scheinbar einfachen Zusammenhänge veranschaulichen jedoch eindrücklich, dass eine Reihe von Schaltkreisen auf der Ebene des Rückenmarks und des Gehirns bis hin zu bewusstseinsrelevanten Regionen in die Regulation der Blasenentleerung involviert ist.

 

Die Kenntnisse über diese Strukturen und ihr Zusammenspiel konnten in jüngster Zeit durch neurowissenschaftliche Studien mit Hilfe bildgebender Verfahren erheblich erweitert werden. Der Vortrag schildert die Ergebnisse aktueller Studien und versucht eine Einordnung der Befunde in das rezente Verständnis über die zentrale Steuerung der Blasenfunktion. Ferner werden Veränderungen dieser Regelkreise bei Erkrankungen des Zentralnervensystems beschrieben und mögliche Konsequenzen diskutiert, die sich aus diesen Erkenntnissen für die Therapie von Blasenfunktionsstörungen ergeben könnten.

 

 


Quelle: 14. Bamberger Gespräche 2010 der Firma Dr. Pfleger zum Thema „Blase und Gehirn“ am 04.09.2010 (tB).

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