Camp D 2011. Photo: Bayer HealthCare und Novo NordiskVERSTEHEN – vom DAWN-Projekt zu Camp D

Weil Diabetestherapie mehr ist als nur Stoffwechselkontrolle

 

Prof. Dr. Rüdiger Landgraf

 

Bad Segeberg, 8. Juli 2011 –  Für die Behandlung des Typ 1 Diabetes existiert kein „Schema F“, denn neben den vielen medizinischen Herausforderungen spielen vor allem individuelle psychosoziale Aspekte eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung der Krankheit und der Prävention von Komplikationen. In den letzten Jahren hat sich hinsichtlich der Betreuung von Diabetespatienten daher ein grundsätzlicher Wandel vom pathogenetischen zum salutogenetischen Ansatz bewährt. Beim Konzept der Salutogenese rückt der Patient zunehmend in den Mittelpunkt. Es setzt auf Krankheitsverständnis, die eigenen Fähigkeiten des Patienten und orientiert sich an attraktiven Gesundheitszielen: Die Menschen sollen spüren, dass sich ihr Engagement und die notwendigen Interventionen im Rahmen der Diabetestherapie für sie lohnen. Die Steigerung von Lebensqualität und Therapiezufriedenheit und – daraus folgend – die Verbesserung der Adhärenz müssen daher fest verankerte Betreuungsziele bei Menschen mit Diabetes mellitus sein. Empowerment statt konventionellem Compliance-Denken – die Grundsteine dafür legte bereits die St.Vincent Deklaration der WHO und IDF (International Diabetes Federation) von 1989.

 

Menschen mit Diabetes verstehen

 

Im Rahmen eines modernen Schulungsansatzes ist die primäre „Ressource“ zur Erreichung dieser Ziele der Patient selbst, dessen Fähigkeit zum Selbstmanagement es auszubauen und zu fördern gilt. Notwendige Voraussetzungen hierfür sind jedoch die Identifizierung und Kenntnis der individuellen Bedürfnisse des Patienten und das Verstehen seiner Ansichten, Wünsche und Nöte. Diesem Leitgedanken folgend hat Novo Nordisk  im Jahr 2001 die erste weltweite, repräsentative Studie zu den psychosozialen Aspekten des Diabetes durchgeführt. Im Rahmen des DAWN-Projekts (Diabetes Attitudes, Wishes and Needs bzw. Diabetes-Ansichten, Wünsche und Nöte) wurden in 13 Ländern rund 5.500 Erwachsene mit Diabetes sowie rund 3.800 Ärzte und DiabetesberaterInnen befragt. Ziel war es, Wege zur Überwindung psychosozialer Barrieren zu erschließen und den Menschen mit Diabetes in der Betreuung besser gerecht zu werden. Die Ergebnisse der umfangreichen Studie sowie Instrumente zur Umsetzung der DAWN-Erkenntnisse im Praxisalltag stehen unter www.novonordiskakademie.de zum Download bereit. 

 

 

Von DAWN – zu DAWN Youth – zu Camp D

 

In Deutschland wurden in Folge der DAWN-Studie zahlreiche Aktivitäten zur Verbesserung der Diabetesversorgung in die Tat umgesetzt. Als Antwort auf die Erkenntnis, dass Diabetes für junge Menschen anders verläuft als im Erwachsenenalter, entwickelte sich daraus zunächst DAWN Youth. Ziel der Initiative war es, die Bedürfnisse von Jugendlichen mit Diabetes und ihrer Familien sowie von Ärzten und medizinischem Personal herauszufinden. Zentrales Ergebnis: Die Vernetzung und der Austausch unter Gleichaltrigen bzw. unter Betreuern in einer vergleichbaren Situation wird von der Mehrzahl der Befragten als besonders wichtig und hilfreich erachtet. Aus dieser Botschaft entwickelte sich eine Vision, die 2006 Realität wurde: Camp D war geboren –  Europas größtes und einzigartiges Erlebniscamp für junge Menschen mit Diabetes.

 

 


Quelle: Pressegespräch „Camp D 2011“ am 8. Juli 2011 in Bad Segeberg (tB).

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