InsuPAD Starter_kit. Photo: Insuline medicalEinsatz von InsuPad bei Typ 1 und Typ 2 Diabetes mellitus

 

                                    • Prof. Stefan Jacob, Villingen-Schwenningen

 

Berlin (30. Mai 2014) – Das InsuPad-Gerät ist ein neuartiges Medizinprodukt, dass durch Erwärmung der Haut an der Injektionsstelle für eine bessere Insulinabsorption sorgt, und dadurch ein schnelleres Anfluten des Insulins ermöglicht. Es bleibt immer zu beachten, dass mit dem InsuPad unter Berücksichtigung eines schnelleren Wirkeintritts und einer kürzeren Wirkdauer des Insulins die üblichen Regeln zur Insulintherapie natürlich weiterhin gültig bleiben. Generell sind die praktischen Erfahrungen mit dem InsuPad sehr positiv.


InsuPad ist ein weiteres Werkzeug im Werkzeugkasten des Diabetologen, das zum Einsatz kommen sollte, wenn die Therapie mit den bisherigen Mitteln nicht zufriedenstellend ist, z.B. bei Brittle Diabetes und bei potentiellen Pumpenpatienten, die gerne vorab noch andere Therapieoptionen ausprobieren wollen. Eine Wirkung ist direkt beim ersten Einsatz sofort zu vermerken. InsuPad ist besonders geeignet für Patienten mit hohen prandialen Insulindosen, Patienten mit starken postprandialen Blutzuckeranstiegen oder generell starken Blutzuckerschwankungen und Patienten mit einer starken Hypoglykämieneigung.

 

Weniger geeignet ist InsuPad, wenn die Patienten eine starke Behaarung auf dem Bauch haben und diese nicht wegrasieren wollen. Eine starke Schweißneigung erschwert den Einsatz ebenfalls. Ansonsten ist die Haftung des Pflasters sehr gut und das Gerät kann auch beim Sport oder beim Duschen getragen werden. Wie bei allen medizinischen Applikationen von Pflastern kann es auch bei Einsatz von InsuPad zu Hautreaktionen kommen.

 

In Abhängigkeit von der Indikation sollte auch die Therapie eingeleitet und angepasst werden. Geht es zunächst vordringlich um eine Verbesserung der Stoffwechselkontrolle sollte z.B. die prandiale Insulindosis nicht direkt reduziert werden, sondern eine Anpassung sollte erst im Verlauf der weiteren Therapie erfolgen. Bei Patienten, die extrem hohe prandiale Insulindosen benötigen, ist wiederum eine initiale Reduktion der prandialen Insulindosis vorteilhaft, da neben der Insulineinsparung auch die Motivation des Patienten steigt, den Teufelskreis aus Insulinresistenz, Körpergewichtszunahme und steigender Insulindosis durch zusätzliche Maßnahmen (z.B. mehr Bewegung) zu durchbrechen.

 

InsuPad ist für beide Patientengruppen (Typ 1 und Typ 2) geeignet. Bei schlanken Patienten mit Typ 1 Diabetes steht dabei sicherlich nicht die Insulineinsparung im Vordergrund. Hier lässt sich über die normale Therapie hinaus mit InsuPad, durch die Reduktion der Hypoglykämien, eine bessere und stabilere Kontrolle erzielen, die das Erreichen des HbA1c-Therapieziels erleichtert.

 

Insgesamt ist InsuPad ein innovatives Medizinprodukt, das zur Therapieverbesserung beitragen kann und mit dem bereits teilweise erstaunliche Ergebnisse en konnten. Richtig eingesetzt kann es bei der Insulinbehandlung von Patienten mit Typ 1 und Typ 2 Diabetes  wertvolle Hilfestellungen leisten.  

 

 

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Quelle: Insuline, 30.05.2014 (tB).

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