Psychotherapie unterstützt Suchtkranke beim Entzug

 

Berlin (2. Mai 2011) – Alkohol-, drogen- und medikamentenabhängige Patienten können zukünftig nicht nur psychotherapeutische Behandlungen beginnen, um abstinent zu bleiben, sondern auch um abstinent zu werden. Möglich macht dies eine Änderung der Psychotherapie-Richtlinie. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) begrüßt die Änderung und sieht darin eine erhebliche Verbesserung der Versorgungssituation von Suchtkranken.

 

Abhängigkeitserkrankungen zählen zu den häufigsten psychischen Störungen und gehen oft mit einem chronischen Verlauf bei geringer Inanspruchnahme von Behandlungsangeboten einher. Psychotherapeutische Interventionen – insbesondere der Ansatz der „Motivierenden Gesprächsführung“ –  können erwiesenermaßen die Patienten ermutigen, Hilfen in Anspruch zu nehmen und abstinent zu werden. Diesem Umstand trägt nun ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 14. April 2011 zur Änderung der Psychotherapie-Richtlinie Rechnung. Demnach ist Psychotherapie auch dann zulässig, wenn bei alkohol-, drogen- und medikamentenabhängigen Patienten noch keine Suchtmittelfreiheit besteht. Eine Abstinenz muss aber spätestens bis zum Ende der zehnten Sitzung erreicht werden, ansonsten erfolgt keine weitere Kostenübernahme. Auch eine entsprechende Behandlung in einer stationären oder teilstationären Einrichtung ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. 

 

Die DGPPN begrüßt die Änderung der Psychotherapie-Richtlinie und sieht darin eine erhebliche Verbesserung der Versorgungssituation von Suchtkranken. „Bislang bestehende Mängel hinsichtlich der Kostenübernahme können überwunden werden. Dadurch haben wir die Chance, niedrigschwellige psychotherapeutische Angebote für Betroffene zu etablieren, um die Motivation zu einer Verhaltensänderung zu fördern und Abstinenz bzw. Suchtmittelfreiheit zu erreichen“, sagt DGPPN-Vorstandsmitglied Professor Sabine Herpertz, Heidelberg. Durch die Änderung der Psychotherapie-Richtlinie sieht die DGPPN auch die Zusammenarbeit verschiedener Leistungserbringer innerhalb des Suchthilfenetzwerks gestärkt. So sind beispielsweise psychotherapeutische Behandlungen bei opiatabhängigen Patienten, die sich einer Substitutionsbehandlung unterziehen, nur dann zulässig, wenn der Psychotherapeut und der substituierende Arzt sich hinsichtlich der Behandlungsziele abstimmen. „Offen bleibt jedoch, ob diese Chancen auch künftig genutzt werden“, so Herpertz.

 

 


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), 02.05.2011 (tB).

MEDICAL NEWS

New guidance to prevent the tragedy of unrecognized esophageal intubation
Overly restrictive salt intake may worsen outcomes for common form…
COVID-19 vaccines are estimated to have prevanented 20 million deaths…
Novel sleep education learning modules developed for nurse practitioners
Scientists discover how salt in tumours could help diagnose and…

SCHMERZ PAINCARE

Aktuelle Versorgungssituation der Opioidtherapie im Fokus
Individuelle Schmerztherapie mit Opioiden: Patienten im Mittelpunkt
Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…

DIABETES

Menschen mit Diabetes während der Corona-Pandemie unterversorgt? Studie zeigt auffällige…
Suliqua® zur Therapieoptimierung bei unzureichender BOT
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Kaltplasma bei diabetischem Fußsyndrom wirkt via Wachstumsfaktoren
Typ-1-Diabetes: InRange – auf die Zeit im Zielbereich kommt es…

ERNÄHRUNG

Gesunde Ernährung: „Nicht das Salz und nicht das Fett verteufeln“
Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?

ONKOLOGIE

Nahrungsergänzungsmittel während der Krebstherapie: Es braucht mehr Bewusstsein für mögliche…
Fusobakterien und Krebs
Fortgeschrittenes Zervixkarzinom: Pembrolizumab verlängert Leben
Krebspatienten unter Immuntherapie: Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schwere…
Aktuelle Kongressdaten zum metastasierten Mammakarzinom und kolorektalen Karzinom sowie Neues…

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Analysen aus Münster erhärten Verdacht gegen das Epstein-Barr-Virus
Aktuelle Daten zu Novartis Ofatumumab und Siponimod bestätigen Vorteil des…
Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…