Pulmonal arterielle Hypertonie

Frühere Diagnose und gezielte Therapie sind gefragt

Mannheim (5. April 2018) – Obwohl heute eine ganze Reihe wirksamer und spezifischer PAH-Medikamente ver­fügbar sind, wird die PAH immer noch zu spät diagnostiziert (in Funktionsklasse III oder IV [1]) und therapiert. Dies limi­tiert die Patien­ten hinsicht­lich ihrer Lebens­zeit und -qualität unnötig, wie Experten beim Acte­lion-Symposiums im Rahmen des 84. DGK-Kongress am 5. April 2018 in Mann­heim betonten. Prof. Dirk Skowasch, Bonn, PD Dr. med. Christian Opitz, Berlin und Prof. Dr. med. Stephan Rosenkranz, Köln erläuter­ten Ursachen und Lösungsansätze, um PAH-Patienten schneller einer gezielten Therapie zuzuführen. „Wir sehen heute andere Phä­no­typen, Patienten sind anders als noch vor 20 Jahren,“ so Skowasch. Bei dem schwer objektivierbaren Symptom Dys­pnoe gelte es genauer hinzuschauen und ggf. eine entsprechende Differenzialdiagnostik in einem PH-Zentrum durchzuführen.

Dyspnoe-Patienten sollten immer dann in ein PH-Zentrum über­wiesen werden, wenn die Luft­not­ursache unklar oder im Echokardiogramm Auffälligkeiten wie z.B. ein größerer rechter Ventrikel oder eine vergrößerte rechts­atriale Fläche erkennbar seien. Skowasch wies darauf hin, dass frühe PAH-Stadien im Herzecho auch übersehen werden können. PH-Risiko­gruppen wie Patie­n­ten mit systemi­scher Sklerose (SSc) sollten gemäß aktueller PH-Welt­kon­ferenz, Nizza, per Fast-track in ein PH-Zentrum überstellt werden. Oh­nehin sollte bei SSc-Patienten ein jährliches Screening auf PAH erfolgen.


Erst klassifizieren, dann gezielt therapieren

Liegt nach Aus­schluss aller sekun­dären PH-Ursachen und invasiver Diagnostik im Zentrum eine präka­pilläre PH vor, handelt es sich um PAH. Die Kriterien der Kölner Konsensus Kon­ferenz (KKK) für typische und atypische PAH sollten berücksichtigt werden, da sie sich auf den Thera­pie­­ansatz auswirken. Opitz beton­te die zentrale Bedeu­tung hämodynamischer Parameter bei der Unterschei­dung von prä- und postkapillärer PH: So ist ein richtig ermittelter pul­monal arterieller Wedge-Druck essenziell. Messfehler können zu Verwechslun­gen von PAH mit PH bei Herz­in­suffi­­zienz mit erhal­te­ner Ejek­tions­fraktion führen – mit entsprechenden therapeutischen Folgen.


Therapieziel bei PAH: grüner Niedrigrisikobereich

Generelles Thera­pie­ziel ist es laut KKK [2], PAH-Patien­ten möglichst in den von den Leit­li­nien [3] definier­ten grünen Niedrigrisiko­bereich (zu erwartende 1-Jahres-Morta­lität < 5 %) zu bringen bzw. dort zu halten. Dies kann durch eine frühzeitige sequen­zielle Kombinationstherapie mit Phosphodi­estera­se­-5-(PDE-5)-Hemmern bzw. Rio­ci­guat und Endothelin-Rezeptor-Antagonisten wie z.B. Ma­ci­­ten­tan [4] erfolgen. Als Tripel-Kom­bi­nationspartner zur Therapieeskalation eignet sich der orale IP-Rezeptor-Agonist Selexipag, der sich laut Rosenkranz in der GRIPHON-Studie [5] positiv auf kombinierte Morbiditäts-/ Mor­talitätsereig­nisse auswirkte. Für Patienten im roten Bereich seien par­en­te­rale Prosta­noide essenziell.


Quellen

  1. Hoeper MM et al. J Am Coll Cardiol 2013; 62:D42-50
  2. Rosenkranz S et al. Dtsch Med Wochenschr 2016;141:1778–1782
  3. Galiè N et al. Eur Heart J 2016; 37(1):67-119
  4. Pulido T et al. N Engl J Med 2013;369:809–818
  5. Sitbon O et al. N Engl J Med 2015;373:2522–2533

 


Quelle: Actelion, 05.04.2018 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung