Fraunhofer ISST baut  "Ambient Assisted Living"  weiter aus

 

Abb.: Quartiersbezogene Services via TV: Der 'Smart Living Manager', eine Entwicklung des Fraunhofer ISST.Dortmund (10. Februar 2009) – Die Informationstechnik ist in der Lage, älteren Menschen auch bei körperlichen Einschränkungen ein sicheres, dezent unterstütztes Leben in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen. "Ambient Assisted Living (AAL)" heißt dieses Forschungsfeld, in dem sich das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST seit Beginn seines Projektes "SmarterWohnenNRW" vor fünf Jahren engagiert. Jetzt hat das Institut zwei neue Förderprojekte gewonnen, mit denen der aufgebaute Arbeitsschwerpunkt in den nächsten drei Jahren weiter gestärkt werden kann. Zwei weitere stehen in den Startlöchern.

 

Den demographischen Wandel und seine Herausforderungen zu meistern, ist eines der Schwerpunktthemen aktueller Förderpolitik des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Eine zentrale Frage ist hierbei die Gestaltung (technologisch gestützter) Dienstleistungen für eine sich ändernde Bevölkerungsstruktur. Unter dieser Themenstellung hat das BMBF nun zwei Gemeinschaftsprojekte bewilligt, an denen das Fraunhofer ISST maßgeblich beteiligt ist:

1. eHealth@home: Bewertung telemedizinischer Services für die Generation 65+

Die Projektpartner wollen Menschen im Alter von mehr als 65 Jahren möglichst lange kostspielige pflegerische Leistungen und den damit häufig verbundenen Gang in ein Pflegeheim ersparen, indem sie ihnen im Frühstadium verschiedener Krankheiten oder bei alterbedingten Beeinträchtigungen technikgestützte Hilfen und intelligente Haustechnik anbieten. Mit einer Identifikation, Bewertung, Gestaltung und Implementierung telemedizinischer Services für ältere Menschen wollen die Projektpartner (Universität Duisburg-Essen, Fraunhofer ISST, Freie Universität Berlin, Institut Arbeit und Technik IAT, Ruhr-Universität Bochum, Hochschule Niederrhein, T-Systems sowie zahlreiche Kooperationspartner) zu einer verbesserten Versorgungsqualität und zu einer Ermittlung von Einsparpotenzialen beitragen.

2. STADIWAMI: Standards für wohnungsbegleitende Dienstleistungen im Kontext des demografischen Wandels und der Potentiale der Mikrosystemtechnik

In diesem Projekt geht es nicht um die Entwicklung eines konkreten neuen Produkts, sondern darum, technisch unterstützte Dienstleistungen rund um das Wohnumfeld zu standardisieren. Die Projektpartner wollen bereits entwickelte Lösungen und Prototypen untersuchen und aus ihnen standardisierte Bausteine für Dienstleistungspakete machen. Das Ziel ist eine bessere Vergleichbarkeit der einzelnen Angebote im Markt.

Ausblick

Darüber hinaus hat das BMBF einen Förderwettbewerb zum Thema "Altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben" durchgeführt. In diesem Programm wurden von einer Fachjury zwei weitere Projektvorschläge, an denen das Fraunhofer ISST beteiligt ist, positiv begutachtet. Ziel dieser Projekte soll es sein, 1. eine durchgängigere Pflegedokumentation mit Hilfe einer "Informationsdrehscheibe" direkt in der Wohnung des Pflegebedürftigen zu erreichen, die alle Pflegenden (Ärzte, Pflegedienst, Nachbarn, Angehörige etc.) einbezieht, und 2. Technologien für ein frei finanziertes AAL-System aufzubauen, das Menschen in ihrer Wohnung eine medizinische Unterstützung und Betreuung ermöglicht.

Förderung

Alle Projekte werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit einer Laufzeit von drei Jahren gefördert. Sie bieten dem Fraunhofer ISST optimale Rahmenbedingungen, um die begonnenen Forschungen im Bereich technischer Assistenzsysteme für Ältere sowie Telemedizin fortzuführen und damit den Arbeitsschwerpunkt Ambient Assisted Living auszubauen.

 

Abb.: Quartiersbezogene Services via TV: Der "Smart Living Manager", eine Entwicklung des Fraunhofer ISST.

 


 

Quelle: Pressemitteilung des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik ISST vom 10.02.2009.

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