"Sicherheit in der Pflege"

 

Witten/Herdecke (17. November 2009) – Obwohl das Thema der Patientensicherheit im Gesundheitswesen in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, gibt es in diesem Bereich immer noch großen Nachholbedarf. Der internationale Hochschulverbund ENNA (European Network Nursing Academies) hat deshalb am 13. und 14. November eine Tagung mit dem Titel "Sicherheit in der Pflege" auf dem Campusgelände der Universität Witten/Herdecke veranstaltet, zu der etwa 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erschienen.

 


Dort wurden erstmalig zahlreiche Themen der Pflege unter Fragestellungen der Sicherheit diskutiert, in acht Vorträgen und über 20 Workshops ging es um die Rolle der Pflege, um die Datenlage, um die Sicht der Pflegedirektion und die Sicht der Versicherungsunternehmen. Dabei wurde schnell klar, dass viele Aspekte der Pflege bei den klassischen Diskussionen zur "Patientensicherheit" überhaupt nicht vorkommen, zumal dort überwiegend Fragen in Krankenhäusern diskutiert werden und die großen Bereiche Altenheime und häusliche Pflege eher außen vor bleiben. Zwar liegen einige Erkenntnisse über Dekubitus, über Stürze und seit kurzem auch über Mangelernährung vor, bei anderen Themen wie schleichender Immobilisierung,

 

Schluckstörungen/Aspiration oder Kontrakturen gibt es aber mehr Fragen als Antworten. So wurden Themen wie Gewalt, Hygieneprobleme, Notfallmanagement oder Sicherheit in der Nacht, Patientenedukation, Dokumentation und Kommunikation aufgegriffen, die Visite, die Übergabe, der Umgang mit Fehlern wurden angesprochen. Der Begriff "Pflegefehler" muss von der Berufsgruppe definiert werden, durch Bezeichnungen wie "unerwünschte Ereignisse" sind Vorkommnisse in der Pflege nicht ausreichend beschrieben. Oft sind es Unterlassungen, die dann eine Kaskade von Problemen nach sich ziehen. Die Erkenntnisse im Feld sind unbefriedigend, Handlungskonzepte, die eine bessere Qualität vorsehen, sind nur zu wenigen Themen vorhanden. Wenn Bewohner oder Patienten zu Schaden kommen, erscheint dies oft als persönliches Versagen der Berufspflegenden und als Skandal – eine systematische Bearbeitung steht noch aus.

Die ENNA besteht aus zehn Hochschulen mit pflegewissenschaftlichen Studiengängen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Schweden. Die nächste Tagung zum Thema wird 2011 wahrscheinlich in Zürich stattfinden (www.en-na.eu).

 

 


Quelle: Pressemitteilung der Universität Witten/Herdecke vom 17.11.2009.

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