Qualitätsmanagement in der Rehabilitation

Praxisbezogenes Gütesiegel unterstützt Kliniken bei Standortbestimmung

 

Kiel (8. Januar 2009) – Das Gütesiegel "Medizinische Rehabilitation in geprüfter Qualität" ist für Reha-Kliniken ein ideales Instrument zur Standortbestimmung des klinikinternen Qualitätsmanagements. Dieses am täglichen Klinikgeschehen orientierte Gütesiegel wurde bereits vor neun Jahren von der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein e.V. (KGSH) und dem Verband der Privatkliniken Schleswig-Holstein e.V. (VPKSH) gemeinsam ins Leben gerufen. Beide Klinikverbände bewiesen damit Weitblick, denn zwischenzeitlich sind Reha-Kliniken qua Gesetz dazu verpflichtet ein Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln. Zum Nachweis der erfolgreichen Umsetzung des Qualitätsmanagements müssen sich die Kliniken künftig sogar in regelmäßigen Abständen einem Zertifizierungsverfahren unterziehen.

 

"Mit unserem Gütesiegel sind unsere Kliniken bestens dafür gerüstet", ist sich Bernd Krämer, Geschäftsführer der KGSH und des VPKSH, sicher. Denn der 20 Punkte umfassende Kriterienkatalog greift genau die Grundvoraussetzungen auf, die für ein Qualitätsmanagement unabdingbar notwendig sind, wie zum Beispiel: Patienten- und Mitarbeiterorientierung, indikationsspezifische Rehabilitationskonzepte, Führungskräftequalifikation, Entwicklung eines Unternehmensleitbildes, Beteiligung an internen und externen Qualitätssicherungsverfahren, Benennung von Qualitätsmanagementbeauftragten, Einrichtung eines Beschwerde- und Fehlermanagements.

 

"Sollte das künftige Zertifizierungsverfahren weitere Anforderungen stellen, werden wir diese selbstverständlich in unseren Kriterienkatalog aufnehmen. Denn wir werden uns auf jeden Fall um die Anerkennung unseres Verfahrens als Zertifizierungsverfahren bewerben. Im Idealfall könnten die Kliniken dann Pflicht und Kür miteinander verbinden", so Krämer weiter.

 

Von den 28 Reha-Einrichtungen beider Verbände haben sich bislang 16 für das Gütesiegel akkreditieren lassen, 12 davon bereits zum zweiten und 7 Kliniken sogar schon zum dritten Mal. Denn das Gütesiegel "verdient" man sich durch herausragende, überprüfbare Qualität, die alle drei Jahre erneut anhand der 20 Prüfkriterien und vor einer Prüfungskommission, dem sogenannten Begehungsteam (B-Team), unter Beweis gestellt werden muß. Allein in diesem Jahr stehen vier Re-Akkreditierungen an – eine stolze Bilanz einer für die Kliniken freiwilligen Maßnahme.

 

Ulrike Petersen, Senior-Auditorin im B-Team und bei beiden Verbänden verantwortlich für das Gütesiegel, ist überzeugt, daß die sehr hohe Akzeptanz des Gütesiegels bei den Mitgliedern auf den intensiven Erfahrungsaustausch und den engen Praxisbezug zurückzuführen ist. Das B-Team, das die Kriterien in den Kliniken vor Ort überprüft, setzt sich nämlich aus branchenerfahrenen Mitarbeitern verschiedener Bereiche wie Ärzte, Pflegekräfte, Therapeuten, Verwaltungsangestellte unterschiedlicher Reha-Kliniken zusammen, die zudem Erfahrung im Qualitätsmanagement haben. Von den teilnehmenden Kliniken bekommen die Verbände immer wieder Lob, so Petersen: Das Gütesiegel sei innovativ, praxisnah, kostengünstig, unbürokratisch und für die Kliniken vor allem mit einem sehr effektiven Nutzen verbunden.

 

Der Ablauf bis zur Gütesiegelverleihung sieht folgendermaßen aus: Nach der Antragstellung der Klinik zum Gütesiegel bekommt diese den 20 Kriterien umfassenden Katalog. Dieser wird schriftlich beantwortet und in der dann folgenden zweitägigen Vor-Ort-Überprüfung kritisch hinterfragt. Danach gibt es mit den Klinikverantwortlichen und dem B-Team ein umfassendes Gespräch und bei bestandener Akkreditierung das Gütesiegel sowie einen umfangreichen schriftlichen Prüfbericht mit Vorschlägen zur Weiterentwicklung der Einrichtung.

 

 

Reha-Kliniken mit gültigem Gütesiegel

 

– Curtius-Klinik, Bad Malente-Gremsmühlen

– Medizinisch-Psychosomatische Klinik, Bad Bramstedt

– Klinikum Neustadt, Neustadt

– Röpersbergklinik Ratzeburg, Ratzeburg

– Nordsee-Reha-Klinikum, St. Peter-Ording

– Asklepios Klinik Am Kurpark Bad Schwartau, Bad Schwartau

– Rehabilitationsklinik Nordfriesland, St. Peter-Ording

– DRK-Nordsee-Reha-Klinik Goldene Schlüssel, St. Peter-Ording

– Mühlenbergklinik Holsteinische Schweiz, Bad Malente-G.

– Klinikum Bad Bramstedt, Bad Bramstedt

– August-Bier-Klinik, Bad Malente-Gremsmühlen

– Segeberger Kliniken GmbH, Bad Segeberg

 

Weitere Informationen unter: www.reha-im-norden.de


 

Quelle: Pressemitteilung der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein e.V. (KGSH) vom 8. Januar 2009.

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