Qualitätsreport 2010

Qualitätsdaten von rund 1.800 Krankenhäusern in 30 Leistungsbereichen

 

Berlin/Göttingen (18. August 2011) – Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses hat das Göttinger Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH (AQUA-Institut) am Donnerstag in Berlin dem G-BA den jährlichen Qualitätsreport vorgelegt. Dem 180 Seiten starken Bericht liegen die bundesweiten Qualitätsdaten von etwa 1.800 Krankenhäusern aus dem Jahr 2010 zugrunde. In 30 Leistungsbereichen wurden annähernd 400 Qualitätsindikatoren berechnet.

 

Im Vergleich mit den Ergebnissen des Jahres 2009 weisen 65 Indikatoren eine Verbesserung auf, 236 Indikatoren haben sich nicht verändert und 8 Indikatoren weisen auf eine Verschlechterung hin. Im Erfassungsjahr 2010 sind die beiden Leistungsbereiche Neonatologie (Neu- und Frühgeborenenmedizin) und Defibrillatoren (Elektrischer Schockgeber zur Defibrillation und Kardioversion) mit insgesamt 72 Indikatoren neu hinzugekommen. Der Qualitätsreport 2010 kann ab Anfang September auf den Internetseiten des AQUA-Instituts unter

www.sqg.de/themen/qualitaetsreport

heruntergeladen oder als Druckexemplar bestellt werden.

 

In dem Report werden definierte Qualitätsziele und der Stand der Behandlungsqualität über alle Krankenhäuser hinweg dargestellt. Der jährliche Qualitätsreport ist Teil des vom G-BA geregelten Verfahrens der externen stationären Qualitätssicherung und dient dem Vergleich von Krankenhäusern untereinander und damit der flächendeckenden Förderung und Verbesserung der Behandlungsqualität.

 

„Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass die Bemühungen um eine weitere Verbesserung der Behandlungsqualität greifen. Gleichwohl können und werden wir uns damit nicht zufriedengeben. Alle an dem Verfahren mitwirkenden Akteure sind aufgerufen, auch weiterhin mit viel Engagement und Energie das erreichte Qualitätsniveau zu halten und dort, wo es nötig ist, die Qualität stetig zu steigern. Die Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern stellen dafür geeignete Instrumentarien bereit“, sagte Dr. Josef Siebig, unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzender des Unterausschusses Qualitätssicherung.

 

„Der Report zeigt, dass die stationäre Qualitätssicherung, neben ihrer eigentlichen Funktion, unter anderem auch Trends abbildet. Ein Beispiel hierfür ist etwa die Zunahme der Eingriffe bei der kathetergestützten Aortenklappenchirurgie, die die Bundesfachgruppe kritisch beobachtet“, erklärte Prof. Joachim Szecsenyi, Geschäftsführer des AQUA-Instituts.

 

„Bei der ambulant erworbenen Pneumonie konnte ein weiterer Effekt festgestellt werden: die Qualitätssicherung fördert die Umsetzung der evidenzbasierten S3-Leitlinie in den Krankenhäusern und in der Folge ist eine weitere Abnahme der Sterberate bei den meist älteren Patientinnen und Patienten zu beobachten“, ergänzte Szecsenyi.

 

Ziel der externen stationären Qualitätssicherung ist es, die medizinische und pflegerische Leistung der Krankenhäuser in Deutschland qualitativ zu verbessern und vergleichbar zu machen. Dazu wird die Behandlung aller Patientinnen und Patienten eines Krankenhauses in ausgewählten Bereichen anhand von durch den G-BA festgelegten Qualitätsmerkmalen (Qualitätsindikatoren) dokumentiert.

 

Diese Daten werden an zentrale externe Stellen übermittelt, dort ausgewertet und die Ergebnisse den Krankenhäusern zurückgespiegelt. Dadurch ist es jeder Klinik möglich, den eigenen Leistungsstand in Relation zu anderen einzuschätzen und konkrete Ansätze für die Qualitätsverbesserung zu entwickeln.

 

Das AQUA-Institut ist ein im wissenschaftlichen Umfeld verankertes Dienstleistungsunternehmen, das sich auf Qualitätsförderungsprojekte im Gesundheitswesen spezialisiert hat. Seit Ende des Jahres 2009 führt AQUA die Qualitätssicherung im stationären Bereich fort und entwickelt zugleich neue, sektorenübergreifende Verfahren.

 

Wie im Vorjahr veranstaltet der G-BA auch 2011 eine Fachkonferenz, bei der die Ergebnisse und Konsequenzen der ambulanten, stationären und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung in der medizinischen Versorgung dargestellt und umfassend diskutiert werden. Die 3. Qualitätssicherungskonferenz des G-BA findet am 28. November 2011 in Berlin statt.

 

 


Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), 18.08.2011 (tB).

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