QUTENZA™ – 3 Monate Schmerzlinderung für ein breites Patientenspektrum mit peripheren neuropathischen Schmerzen

Lokale Therapie mit hochdosiertem Capsaicin (8%) wirkt effektiv und ist gut veträglich

 

  • QUTENZA™ ist ein lokal wirkendes Therapiekonzept zur Behandlung von peripheren neuropathischen Schmerzen bei nicht-diabetischen Erwachsenen.
  • Die Behandlung mit dem 8%igen Capsaicin-Pflaster ist für ein breites Spektrum an peripheren neuropathischen Schmerzformen zugelassen.
  • Eine maximal einstündige Anwendung von QUTENZA™ kann eine effektive und nebenwirkungsarme Schmerzlinderung über drei Monate erzielen.
  • Mit Hilfe des hochdosierten Capsaicin-Pflasters ist es möglich, dass Patienten ihre persönlichen Therapieziele erreichen.
  • Die Anwendung von QUTENZA™ lässt sich in die Routine des Praxisalltags integrieren.

 

Mannheim (7. Oktober 2011) – Schätzungsweise 3-8% der europäischen Bevölkerung leiden unter neuropathischen Schmerzen (NP).(1,2) Da die Krankheit in alle Bereiche des Alltags eingreift, ist das gesamte Familien- und Sozialleben eines Patienten oft schwer beeinträchtigt.(3) Häufig kann die Ursache des Schmerzes nicht abgestellt werden, so dass sich die Therapie auf die Linderung der Symptome konzentriert. Das ist in der Regel sehr komplex, denn periphere neuropathische Schmerzen werden vielfältig wahrgenommen. Die Betroffenen klagen oftmals über brennende, stechende, einschießende oder elektrisierende Schmerzen. Auch verstärkte oder verminderte Schmerzempfindlichkeit wird beschrieben.

 

 

Ätiologie peripherer Neuropathien

 

Als Ursache für die Schmerzen macht die International Association for the Study of pain (IASP) „eine primäre Läsion oder Erkrankung des somatosensorischen Systems entweder auf peripherer oder zentraler Ebene“ verantwortlich.(4) Zu den fokalen Neuropathien, die durch Schädigung einzelner Nerven hervorgerufen werden, zählen unter anderem die Postzosterische Neuralgie, Engpass-Syndrome und posttraumatische Nervenschäden. Sogenannte generalisierte Neuropathien oder Polyneuropathien können durch Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes, Borrelien-Infektionen oder HI-Viren verursacht werden.(5) Aber auch Medikamente (z.B. Tumor- oder HAART-Therapien) können die Aktivierungsschwelle der Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) so herabsetzen, dass sie hyperaktiv oder überempfindlich werden. Nervenschädigungen können sich beispielsweise als  übermäßiges oder reduziertes Schmerzempfinden, aber auch Allodynie und Missempfindungen äußern.(6,7,8)

 

 

Herausforderungen der medikamentösen Therapie

 

Die Behandlung von peripheren neuropathischen Schmerzen (pNP) ist äußerst vielschichtig und sollte individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Man unterscheidet in der medikamentösen Therapie des peripheren Nervenschmerzes zwischen systemisch wirkenden und lokal einsetzbaren Behandlungsoptionen. Zur ersten Gruppe zählen Substanzen aus der Gruppe der Antikonvulsiva, Antidepressiva und der Opioide.(5) Bei der Auswahl muss der Arzt potenziellen Nutzen und Nebenwirkungen sorgfältig gegeneinander abwägen und mit den persönlichen Behandlungszielen des Patienten abgleichen. Häufig schränken Nebenwirkungen  und Interaktionen mit anderen Arzneimitteln, sowie ein langsamer Wirkungseintritt oder die Notwendigkeit einer aufwändigen Titration die Einsatzmöglichkeiten ein. „Wenn beispielsweise der Patient durch die Nebenwirkungen der Schmerztherapie zu erschöpft ist, um soziale Kontakte zu pflegen – aber sich genau das von einer Linderung seiner Schmerzen erhofft hat – dann hat er seine persönlichen Therapieziele nicht erreicht und ist dementsprechend enttäuscht“, erklärt Dr. Uwe Kern vom Schmerz- und Palliativzentrum Wiesbaden die Schwierigkeiten einer geeigneten Therapieauswahl. So bestätigen Jensen et al., dass etwa zwei Drittel der Patienten mit ihren Therapieergebnissen unzufrieden sind.(9)

 

 

Neues Therapiekonzept hilft persönliche Ziele zu erreichen

 

Periphere Nervenschmerzen können aber auch topisch, das heißt lokal auf das schmerzende Areal begrenzt, behandelt werden. Ein neues und in der Art der Anwendung bislang einzigartiges Therapiekonzept ist die lokale Anwendung von hoch dosiertem Capsaicin (8%) zur Behandlung von PNP bei Erwachsenen, die nicht an Diabetes leiden.

 

Der Wirkstoff, eine synthetische Form des Trans-Capsaicins (ein Hauptbestandteil der Chilischoten) gilt als hochselektiver Agonist für den TRPV1-Kanal (Transienter Rezeptor Potenzialkanal vom Vanilloidrezeptortyp, Subtyp 1). Diese Temperaturrezeptoren liegen in der Haut und schützen sie vor thermischer Schädigung.(10,11) Nach Applikation des hochdosierten Capsaicin-Pflasters dringt der Wirkstoff rasch in die Epidermis ein und desensibilisiert hier die TRPV1-Kanäle.(6) Die Folge: Eine anhaltende, lokal auf das behandelte Areal begrenzte Defunktionalisierung der intraepidermalen Schmerzfasern. Sie setzt bereits kurz nach der Behandlung ein und ist reversibel.(12)

 

So kann mit einer einzigen, 30 bzw.60-minütigen Anwendung des Capsaicin 8%-Pflasters eine schnelle und effektive Schmerzlinderung für einen Zeitraum von 3 Monaten erzielt werden. Systemische Nebenwirkungen wie Sedierung und Schwindelgefühl sowie Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln werden unter QUTENZA™ nicht beobachtet.(9,13,14) Die einzigen häufigen Nebenwirkungen, die bei der Anwendung des hochdosierten Capsaicin-Pflasters auftreten, sind lokal begrenzt und gehen vorüber. Es kann an den behandelten Hautstellen zu Rötungen und Brennschmerzen kommen, die innerhalb von 1-2 Tagen zurückgehen.(15)

 

Für Dr. Robin Joppich vom Lehrstuhl für Anästhesiologie II der Universität Witten/Herdecke stellt die lokale Anwendung von hochdosiertem Capsaicin eine wertvolle Therapieoption bei einem breiten Spektrum von peripheren neuropathischen Schmerzen dar: „Mit nur einer einzigen Behandlung können wir Schmerzen über 3 Monate nennenswert reduzieren. Darüber hinaus vermeiden wir die klassischen Probleme systemischer Therapieansätze, wie unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen, da das Pflaster direkt topisch an den schmerzauslösenden Nervenendigungen wirkt. Das kann ein entscheidender Schritt bei der Erreichung persönlicher Therapieziele sein.“ Dr. Joppich hat das 8%-ige Capsaicin-Pflaster bislang sowohl bei Patienten mit Polyneuropathie als auch bei postzosterischen und postoperativen Nervenschmerzen erfolgreich eingesetzt.

 

Durch den Kontakt mit Capsaicin 8% werden die Nozizeptoren nicht dauerhaft verändert und ihre Funktionalität kehrt nach etwa 3 Monaten wieder zurück. Die Behandlung kann bei Bedarf wiederholt werden. Dr. Robin Joppich: „Auch bei mehrfacher Anwendung konnten wir bislang in der Praxis keinen Wirkungsverlust erkennen.“

 

 

Aktuelle Leitlinien-Bewertung: Evidenzlevel A

 

Die European Federation of Neurological Societies (EFNS) stuft in ihren Leitlinien Capsaicin 8% in die höchste Evidenzkategorie (Level A) für die Behandlung der postzosterischen Neuralgie sowie der HIV-assoziierten Neuropathie ein. Hintergrund für diese Bewertung sind die Ergebnisse eines umfassenden Studienprogramms. Capsaicin 8% wurde an mehr als 2.000 Patienten in 12 klinischen Studien klinisch geprüft und zeigte eine signifikante Linderung von Nervenschmerzen in Folge einer Herpes Zoster Erkrankung sowie bei HIV-assoziierten Neuropathien.(14,15)

 

 

Anwendung lässt sich einfach in den Praxisalltag integrieren

 

Die Applikation des hoch dosierten Capsaicin-Pflasters erfolgt durch einen Arzt oder medizinisches Fachpersonal unter ärztlicher Anleitung. Nachdem das schmerzhafte Areal markiert und mit einem topischen Anästhetikum vorbehandelt wurde, kann das QUTENZA™-Pflaster exakt auf die richtige Größe zugeschnitten und aufgebracht werden. Nach 30 bzw. 60 Minuten ist die Behandlung abgeschlossen und das Pflaster wird entfernt. Die Schmerzlinderung setzt rasch ein und hält über 3 Monate an. „Wie bei allen Dingen, die man neu ausprobiert, muss man auch bei der Anwendung von QUTENZA™ etwas Zeit investieren und sich in die Materie einarbeiten. Mittlerweile ist das Praxisteam absolut routiniert und die Gewichtung der Aufgabenverteilung hat sich von mir zu meiner Fachassistentin verschoben“, beschreibt Dr. Kern seine Erfahrung mit der Pflaster-Applikation. Sowohl in seiner Praxis in Wiesbaden als auch bei Dr. Joppich in der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin am Klinikum Universität Witten/Herdecke ist die Anwendung des hochdosierten Capsaicin-Pflasters mittlerweile fest in die Routine des Praxisalltags integriert.

 

QUTENZA™ ist seit dem 15. Mai 2009 zugelassen. Das Pflaster mit der Abmessung 14cm x 20cm (280cm2) enthält179 mg Capsaicin.

 

 

Über Astellas

 

Astellas Pharma GmbH, mit Sitz in München, ist die deutsche Tochtergesellschaft der Astellas Pharma Europe Ltd. (London, Großbritannien), der europäischen Tochtergesellschaft der in Tokyo ansässigen Astellas Pharma Inc.. Astellas ist ein weltweites, forschungsorientiertes pharmazeutisches Unternehmen, das mit innovativen und bewährten Arzneimitteln zur Verbesserung der Gesundheit und der Lebensqualität der Menschen weltweit beitragen will.

 

Das Ziel des Unternehmens ist es, durch die Konzentration exzellenter Fähigkeiten in Forschung & Entwicklung sowie im Marketing ein kontinuierliches Wachstum in den pharmazeutischen Märkten der Welt zu realisieren. Astellas Pharma Europe umfasst 20 Niederlassungen in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika, 1 Forschungs- und Entwicklungszentrum sowie 3 Produktionsstätten mit insgesamt 3.200 Mitarbeitern.

 

Weitere Informationen zur Astellas Gruppe finden Sie im Internet unter www.astellas.com und www.astellas.de

 

 

Literatur 

  1. Gilron I, et al. CMAJ 2006;175:265-275.
  2. Mallis Gagnon A et al. Eur J Pain 2007;11(Suppl.1):S202-S203 [Abstract No. 457].
  3. Gálvez R et al. Europ Journ Pain 2007;3:244–55.
  4. Treede RD et al. Neurology 2008; 70:1630-1635
  5. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie; 4. überarbeitete Auflage 2008, S654ff, ISBN 978-3-13-132414-6;Georg Thieme Verlag Stuttgart
  6. Caterina MJ, Julius D. Annu Rev Neurosci 2001;24:487–517.
  7. Campbell JN, Meyer RA. Neuron 2006;52(1):77–92.
  8. Dworkin R. Clinic Journ Pain 2002;18: 343-349.
  9. Jensen T et al. Curr Opin in Neurol 2009;22:467-474.
  10. Premkumar LS, Sikand P. Curr Neuropharmacol 2008;6:151-163.
  11. Palazzo E et al. Mol Cell Endocrinol 2008;286S:S79-S83.
  12. Kennedy WR et al. J Pain 2010;11(6):579-587.
  13. Qutenza™ Summary of Product Characteristics
  14. Backonja M et al. Lancet Neurol 2008;7(12):1106-12.
  15. Simpson DM et al. Neurology 2008;70(24):2305-13.

 

 


Quelle: Pressegespräch der Firma Astellas Pharma zum Thema „Qutenza – 3 Monate Schmerzlinderung für ein breites Patientenspektrum mit peripheren neuropathischen Schmerzen“ am 07.10.2011 in Manheim (tB).

MEDICAL NEWS

Fitness watches generate useful information, but increase patient anxiety
A new device provides added protection against COVID-19 during endoscopic…
81 million Americans lacking space or bathrooms to follow COVID…
Front-line physicians stressed and anxious at work and home
EULAR: High-Dose Glucocorticoids and IL-6 Receptor inhibition can reduce COVID-19…

SCHMERZ PAINCARE

Morbus Fabry mittels Datenanalysen aus dem PraxisRegister Schmerz aufspüren
Neandertaler besaßen niedrigere Schmerzschwelle
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2020 – ONLINE
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert Anerkennung von Nicht-Psychologen in der…
DBfK: Besondere Rolle für Pflegeexpert/innen Schmerz – nicht nur in…

DIABETES

“Körperstolz”: Michael Krauser managt seinen Diabetes digital
Der richtige Sensor – von Anfang an
Diabetes mellitus: Ein Risikofaktor für frühe Darmkrebserkrankungen
Fastenmonat Ramadan: Alte und neue Herausforderung für chronisch Erkrankte während…
Sanofi setzt sich für die Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes…

ERNÄHRUNG

Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland
Neue Daten zur Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Mangelernährung…
Baxter: Parenterale Ernährung von Patienten mit hohem Aminosäurenbedarf

ONKOLOGIE

Darolutamid bei Prostatakarzinom: Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen
Multiples Myelom: Wissenschaftler überprüfen den Stellenwert der Blutstammzelltransplantation
Neues zur onkologischen Supportiv- und Misteltherapie und aktuelle Kongress-Highlights zum…
Finanzierung der ambulanten Krebsberatung weiterhin nicht gesichert
Lungenkrebsscreening mittels Low-Dose-CT

MULTIPLE SKLEROSE

Geschützt: Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei…
Neurofilamente als Diagnose- und Prognosemarker für Multiple Sklerose
Bedeutung der Langzeittherapie bei Multipler Sklerose – mehr Sicherheit und…
Bristol Myers Squibb erhält Zulassung der Europäischen Kommission für Ozanimod…
Einige MS-Medikamente könnten vor SARS-CoV-2/COVID-19 schützen

PARKINSON

Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…
Putzfimmel im Gehirn
Parkinson-Patienten in der Coronakrise: Versorgungssituation und ein neuer Ratgeber
Neuer Test: Frühzeitige Differenzialdiagose der Parkinson-Erkrankung
Gegen das Zittern: Parkinson- und essentiellen Tremor mit Ultraschall behandeln…