Rätsel um Morgen- und Abendtypen geklärt

 

Basel, Schweiz (24. April 2009) – Forschende der Universitäten Basel, Brüssel und Lüttich konnten klären, weshalb bestimmte Menschen abends länger wach und aktiv sind als andere. Diese sogenannten Abendtypen profitieren im Gegensatz zu den Morgentypen von einem im Hirn ausgelösten abendlichen Wecksignal. Je stärker dieses Wachsignal ist, desto effizienter wirkt es dem Schlafdruck entgegen. Die Forschungsergebnisse sind in der renommierten Fachzeitschrift "Science" nachzulesen.

 

 

Der Wachheitsgrad während des Tages und somit auch die geistige Leistungsfähigkeit wird durch zwei grundlegende Prozesse reguliert: dem inneren 24-Stunden-Rhythmus (circadianer Rhythmus) sowie dem Schlafdruck, der sich langsam über den Tag aufbaut. Forschende der Universitäten Brüssel und Lüttich haben in Zusammenarbeit mit Prof. Christian Cajochen von der Abteilung Chronobiologie der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel festgestellt, dass Abendtypen stärker als Morgentypen von einem abendlichen circadianen Wecksignal profitieren.

Mittels einer funktionellen Magnetresonanztomographie haben die Forscher entdeckt, dass Hirngebiete, welche die innere Uhr bilden, und Hirngebiete, die für die Aufrechterhaltung des Wachseins wichtig sind, bei Abendtypen stärker als bei Morgentypen aktiviert sind, was auch die bessere abendliche Leistungsfähigkeit bei den Abendtypen erklärt.

Zudem konnte zum ersten Mal gezeigt werden, dass ein negativer Zusammenhang zwischen der Aktivierung der circadianen Hirngebiete und dem zunehmenden Wachdruck besteht. In anderen Worten: Je stärker das circadiane Wachsignal, desto effizienter kann eine Person dem akkumulierten Schlafdruck am Abend widerstehen.

Selbsttest
Sind Sie eher ein Morgen- oder Abendtyp? Unter diesem Link können Sie es selber herausfinden: www.chronobiology.ch

Originalbeitrag
Christina Schmidt, Prof. Christian Cajochen et al.
Homeostatic Sleep Pressure and Responses to Sustained Attention in the Suprachiasmatic Area:
http://www.sciencemag.org/cgi/content/full/324/5926/5166

Science 24 April 2009:
Vol. 324. no. 5926, pp. 516 – 519
DOI: 10.1126/science.1167337

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Universität Basel vom 24.04.2009.

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