Rahmenvereinbarung nimmt Rationierung billigend in Kauf

Berlin (3. November 2009) – Mit den Höchstquoten zur Verordnung bestimmter Arzneimittel, die in der Arzneimittelrahmenvereinbarung beschlossen worden sind, haben KBV und GKV-Spitzenverband ein klares Zeichen zur Versorgungsverschlechterung gesetzt. Zudem hat die KBV der Therapiefreiheit des Arztes eine Absage erteilt. "Es ist verwunderlich, dass sich die ärztliche Standesorganisation von der Therapiefreiheit verabschiedet. Dies ist nicht im Sinne des behandelnden Arztes, der weiterhin an die Situation seiner Patienten angepasste Therapien verordnen will. Durch die vereinbarten Höchstquoten wird eine klare Rationierung durchgeführt, gegen alle bisher öffentlich gemachten Beteuerungen" erklärte Prof. Dr. Barbara Sickmüller, stellvertretende Hauptgeschaftsführerin des BPI.

Bis dato wurde in der Rahmenvereinbarung die Ausgabenentwicklung für das Folgejahr beschlossen. Instrumente wurden regional und nach Fachgruppen spezifisch entwickelt. Nun sind erstmals Höchstquoten für die Verordnungen von bestimmten Arzneimitteln in der bundesweiten Empfehlung benannt worden. Wer sich an diese Quoten hält, entgeht einer Wirtschaftlichkeitsprüfung. Doch mit dieser Vereinbarung werden bewusst Verordnungseinschränkungen in Kauf genommen.

Besonders augenfällig ist das Problem bei den sogenannten Opioiden (Schmerzmittel). Hier wird eine Höchstquote für die transdermale Darreichungsform (Pflaster) festgelegt. "Auf die individuelle Situation des Arztes und seiner Patienten sind solche Quoten aber nicht anpassbar. Hier wird beispielsweise bei der Schmerztherapie eine klare Rationierung eingeführt. Es ist geradezu zynisch, die Verordnung der Pflaster auf maximal 50 Prozent zu beschränken. Hier geht es um Willkür und nicht um Bedarf. Wir fordern die KVen auf, diese Rahmenvereinbarung nicht umzusetzen. Der Gesetzgeber sollte sich die Rahmenvereinbarung genau anschauen, ob hier die Selbstverwaltung nicht weit über den gesetzlichen Auftrag hinaus gegangen ist" so Sickmüller.

Hinzu kommt, dass die Höchstquoten zu erheblichen – sachlich nicht begründbaren – Wettbewerbsverzerrungen im Arzneimittelmarkt führen werden. Dies ist keine interne Angelegenheit der vertragsärztlichen Selbstverwaltung und hätte im Vorfeld mit den betroffenen pharmazeutischen Unternehmen bzw. den Verbänden der Pharmaindustrie diskutiert werden müssen.


Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbands der pharmazeutischen Industrie vom 03.11.2009.

MEDICAL NEWS

IU School of Medicine researchers develop blood test for anxiety
COVID-19 pandemic increased rates and severity of depression, whether people…
COVID-19: Bacterial co-infection is a major risk factor for death,…
Regenstrief-led study shows enhanced spiritual care improves well-being of ICU…
Hidden bacteria presents a substantial risk of antimicrobial resistance in…

SCHMERZ PAINCARE

Hydromorphon Aristo® long ist das führende Präferenzpräparat bei Tumorschmerz
Sorgen und Versorgen – Schmerzmedizin konkret: „Sorge als identitätsstiftendes Element…
Problem Schmerzmittelkonsum
Post-Covid und Muskelschmerz
Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln

DIABETES

Wie das Dexom G7 abstrakte Zahlen mit Farben greifbar macht…
Diabetes mellitus: eine der großen Volkskrankheiten im Blickpunkt der Schmerzmedizin
Suliqua®: Einfacher hin zu einer guten glykämischen Kontrolle
Menschen mit Diabetes während der Corona-Pandemie unterversorgt? Studie zeigt auffällige…
Suliqua® zur Therapieoptimierung bei unzureichender BOT

ERNÄHRUNG

Positiver Effekt der grünen Mittelmeerdiät auf die Aorta
Natriumaufnahme und Herz-Kreislaufrisiko
Tierwohl-Fleisch aus Deutschland nur mäßig attraktiv in anderen Ländern
Diät: Gehirn verstärkt Signal an Hungersynapsen
Süßigkeiten verändern unser Gehirn

ONKOLOGIE

Zanubrutinib bei chronischer lymphatischer Leukämie: Zusatznutzen für bestimmte Betroffene
Eileiter-Entfernung als Vorbeugung gegen Eierstockkrebs akzeptiert
Antibiotika als Störfaktor bei CAR-T-Zell-Therapie
Bauchspeicheldrüsenkrebs: Spezielle Diät kann Erfolg der Chemotherapie beeinflussen
Meilenstein in der Krebsversorgung am UKW: 100ste Patient erhält CAR-T-Zelltherapie

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Aktuelle Immunmodulatoren im Vergleich
Neuer Biomarker für Verlauf von Multipler Sklerose
Multiple Sklerose: Analysen aus Münster erhärten Verdacht gegen das Epstein-Barr-Virus
Aktuelle Daten zu Novartis Ofatumumab und Siponimod bestätigen Vorteil des…
Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Forschung: Neuer Alpha-Synuclein-Test entdeckt die Nervenerkrankung vor…
Neue Erkenntnisse für die Parkinson-Therapie
Cochrane Review: Bewegung hilft, die Schwere von Bewegungssymptomen bei Parkinson…
Technische Innovationen für eine maßgeschneiderte Parkinson-Diagnostik und Therapie
Biomarker und Gene: neue Chancen und Herausforderungen für die Parkinson-Diagnose…