MEDIZIN

DOC-CHECK LOGIN

REACH-Studie: Neuer Therapiebaustein bei der chronisch-lymphatischen Leukämie

Rituximab: 10 Monate länger leben ohne Progress

 

MabThera_AndockenKöln (15. Januar 2009) – Die Ergebnisse der REACH-Studie wurden auf der 50. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) als wichtiger Fortschritt für rezidivierte und refraktäre Patienten mit chronisch-lymphatischer Leukämie (CLL) gewürdigt: Mit dem Dreifachregime Fludarabin/ Cyclophosphamid plus Rituximab (MabThera®) haben die Patienten eine doppelt so hohe Chance auf ein komplettes Ansprechen wie nur zytostatisch behandelte Patienten. Gleichzeitig wird das progressionsfreie Überleben signifikant um 10 Monate verlängert. Zudem wird die Dreierkombination insgesamt gut vertragen. Die REACH-Studie bestätigt die Daten der ebenfalls auf der ASH-Tagung vorgestellten Studie CLL8, die den signifikanten Vorteil des Rituximab-Regimes auch in der Erstlinientherapie bei therapienaiven CLL-Patienten demonstriert hatte.

 

Die erste Analyse der REACH-Studie belegt die signifikante Überlegenheit der effektiven Dreierkombination mit Fludarabin/Cyclophosphamid plus Rituximab (FCR) eindrucksvoll: Bei zusätzlicher Gabe des monoklonalen Antikörpers zur Chemotherapie stieg die Gesamtansprechrate auf 70 Prozent – gegenüber nur 58 Prozent mit Fludarabin/Cyclophosphamid (FC) allein. Die Rate kompletter Remissionen konnte durch die Addition von Rituximab sogar verdoppelt werden (24 Prozent vs. 13 Prozent). Die hohe Effektivität äußerte sich darüber hinaus in einer signifikanten Verbesserung des primären Endpunktes: Das progressionsfreie Überleben wurde um 10 Monate verlängert – von median 20,6 Monaten bei alleiniger Chemotherapie auf 30,6 Monate im Rituximab-Arm (p=0,0002). „Diese Ergebnisse sind nicht nur signifikant, sondern für die betroffenen Patienten auch klinisch relevant“, betonte Prof. Dr. Tadeusz Robak, Lodz, der die REACH-Daten als „late breaking abstract“ auf der ASH-Jahrestagung vorstellte. Das Rituximab-Regime war der alleinigen Chemotherapie in allen untersuchten Subgruppen überlegen, unabhängig von Binet-Stadium, Art der Vortherapie, Mutationsstatus (IgVH mutiert vs. unmutiert) und Zytogenetik.

 

Auch beim Gesamtüberleben zeichnet sich ein positiver Trend zugunsten der Rituximab-Kombination ab: Im Kontrollarm mit dem FC-Regime liegt es bei median 52 Monaten. Dagegen ist der Median im Rituximab-Arm noch nicht erreicht, da noch mehr als die Hälfte aller Patienten am Leben sind.

 

Günstiges Nutzen/Risiko-Profil des FCR-Regimes
Robak wies im Weiteren auf das günstige Sicherheitsprofil der Rituximab-haltigen Therapie hin: Die Dreierkombination wurde generell gut vertragen. Nebenwirkungen vom Grad 3/4 waren im FCR-Arm etwas häufiger als mit dem FC-Regime (80 Prozent vs. 72 Prozent). Die Raten an febrilen Neutropenien und Infektionen sowie an Thrombozytopenien waren jedoch gegenüber dem FC-Arm nur leicht erhöht. Zudem konnten alle Infektionen problemlos kontrolliert werden. Unerwartete Nebenwirkungen wurden nicht dokumentiert. 

 

„Das Nutzen/Risiko-Profil der Rituximab-Kombination ist also eindeutig positiv“, resümierte Robak. Er wies darauf hin, dass die mit diesem Regime erzielten Therapieergebnisse sehr konsistent sind: In Phase-II-Studien, in der CLL8-Studie bei nicht vorbehandelten CLL-Patienten und jetzt auch in der REACH-Studie bei rezidivierten oder refraktären CLL-Patienten hat sich die Rituximab-haltige Therapie gegenüber der Chemotherapie allein immer als überlegen erwiesen.

 

REACH ist die bislang größte Studie bei der rezidivierten oder refraktären CLL. Die multinationale Untersuchung umfasste insgesamt 552 Patienten, die randomisiert mit jeweils 6 Zyklen des FC-Regimes allein oder in Kombination mit Rituximab behandelt wurden. Die von Robak vorgestellte Analyse wurde nach einer medianen Beobachtungszeit von 25 Monaten erstellt.

 

Quelle

Werbung

Robak T et al. 50th ASH Annual Meeting, San Francisco, 9. Dezember 2008; Abstr. #LBA-1

 


 

Quelle: Post-ASH-Pressekonferenz der Firma Roche Pharma zum Thema „Neues vom ASH: Paradigmenwechsel in der CLL“ am 15.01.2009 in Köln (medical relations).

MEDICAL NEWS

Monoclonal antibody therapy for COVID-19 safe, effective for transplant patients
Having trouble falling asleep predicts cognitive impairment in later life
SARS-CoV-2 detectable — though likely not transmissible — on hospital…
Waking just one hour earlier cuts depression risk by double…
Moving one step closer to personalized anesthesia

SCHMERZ PAINCARE

Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern
Wenn Schmerzen nach einer OP chronisch werden

DIABETES

Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf
Risikofaktoren für einen schweren COVID-19-Verlauf bei Menschen mit Diabetes

ERNÄHRUNG

DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…

ONKOLOGIE

Risikobasiertes Brustkrebs-Screening kosteneffektiv
Krebs – eine unterschätzte finanzielle Herausforderung
Cannabidiol gegen Hirntumore
Assistierte Selbsttötung bei Krebspatienten: Regelungsbedarf und Ermessensspielraum
Leberkrebs: Bei welchen Patienten wirkt die Immuntherapie?

MULTIPLE SKLEROSE

Patienteninformationen zu Interferon-beta-Präparaten
Zulassung des S1P Modulators Ponesimod zur Behandlung von erwachsenen Patienten…
Neue S2k-Leitlinie für Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose
Krankheitsbezogenes Kompetenznetz Multiple Sklerose: Stellungnahme zu SARS CoV 2 Impfdaten…
Schwangere mit MS: Schadet Schubbehandlung dem Ungeborenen?

PARKINSON

Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung
Neuer Bewegungsratgeber unterstützt Menschen mit M. Parkinson durch Yoga