MEDIZIN

DOC-CHECK LOGIN

Robert Koch-Institut

Heft 41 der Gesundheitsberichterstattung "Psychotherapeutische Versorgung" erschienen

 

Berlin (9. Juli 2008) – Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen beeinträchtigen das Leben massiv. Etwa ein Drittel der erwachsenen Allgemeinbevölkerung erfüllt im Lauf eines Jahres die diagnostischen Kriterien für das Vorliegen einer psychischen Störung. Werden alle Betroffenen behandelt? In welchen Regionen Deutschlands gibt es Versorgungslücken? Erkranken Frauen häufiger als Männer? Antworten auf diese Fragen gibt das neue Heft der Gesundheitsberichterstattung (GBE) mit dem Titel "Psychotherapeutische Versorgung".

Die umfangreichsten Daten zu Verbreitung psychischer Störungen stammen aus dem "Bundes-Gesundheitssurvey 1998" des Robert Koch-Instituts, dem ein spezielles Modul zu psychischen Störungen angeschlossen war. Zu den häufigsten psychischen Störungen zählen Angststörungen, Störungen durch psychotrope Substanzen (vor allem Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit), affektive Störungen (vor allem Depressionen) sowie somatoforme Störungen, das heißt körperliche Beschwerden mit häufigen Arztbesuchen, für die keine organische Ursache gefunden werden kann.

Für Menschen mit psychischen Störungen bestehen unterschiedliche Möglichkeiten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Therapie erfolgt im Wesentlichen durch Psychotherapie, Psychopharmaka oder eine Kombination von beidem. Thema des rund 40 Seiten umfassenden GBE-Heftes sind die Angebote der psychotherapeutischen Versorgung: die ambulante Versorgung durch niedergelassene Ärzte, Psychotherapeuten, Ambulanzen, Psychosoziale Beratungsstellen oder Tageskliniken und die stationäre Versorgung in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen.

Vor dem Antritt einer Psychotherapie müssen oft erhebliche Barrieren überwunden werden. Gründe sind z.B. dass eine psychische Störung nicht erkannt oder potenziell behandlungswillige Patienten nicht ausreichend über adäquate Behandlungsmöglichkeiten informiert werden. Außerdem müssen Patienten vor dem Antritt einer Psychotherapie in der Regel längere Wartezeiten und Beantragungsverfahren in Kauf nehmen.

Auch der begrenzte Informationsstand, etwa über Erfolg und Finanzierungsmöglichkeit psychotherapeutischer Versorgung, stellt eine Barriere dar, ebenso wie Ängste vor Stigmatisierung. In Deutschland hat sich daher das Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Gesundheit zur Aufgabe gemacht, die Stigmatisierung psychisch kranker Menschen anzugehen und die Integration und Gleichberechtigung von Betroffenen und ihren Angehörigen zu fördern. Dem von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) gemeinsam mit "open the doors e.V." und der Stiftung Seelische Gesundheit initiierten Bündnis gehören mittlerweile über 40 Organisationen an.

Das GBE-Heft "Psychotherapeutische Versorgung" kann schriftlich kostenlos bestellt werden (Robert Koch-Institut, GBE, Seestraße 10, 13353 Berlin, E-Mail: gbe@rki.de, Fax: 030-18754-3513) und ist auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts abrufbar.


Quelle: Pressemitteilung des Robert-Koch-Instituts vom 09.07.2008 (tB).

MEDICAL NEWS

Perinatal patients, nurses explain how hospital pandemic policies failed them
Johns Hopkins Medicine expert creates comprehensive guide to new diabetes…
An amyloid link between Parkinson’s disease and melanoma
Ultrasensitive, rapid diagnostic detects Ebola earlier than gold standard test
Paranoia therapy app SlowMo helps people ‘slow down’ and manage…

SCHMERZ PAINCARE

Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern
Wenn Schmerzen nach einer OP chronisch werden
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: Schmerzmediziner, Politiker und…
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: COVID-19-Pandemie belastet Schmerzpatienten…

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ meldet…
Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes gehören nicht zur Risikogruppe und…
Neue Studie will Entstehung von Typ-1-Diabetes bei Kindern verhindern
Toujeo®: Ein Beitrag zu mehr Sicherheit für Menschen mit Typ-1-Diabetes
Diabeloops Ziel: Baldige Marktpräsenz mit ​individuellen Lösungen zum Diabetes-Management für​ verschiedene…

ERNÄHRUNG

DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…

ONKOLOGIE

Leberkrebs: Bei welchen Patienten wirkt die Immuntherapie?
Konferenzbericht vom virtuellen Münchener Fachpresse-Workshop Supportive Therapie in der Onkologie
Wie neuartige Erreger die Entstehung von Darmkrebs verursachen können
Onkologische Pflegekräfte entwickeln Hörspiel für Kinder: Abenteuer mit Alfons
Krebsüberleben hängt von der Adresse ab

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Salzkonsum reguliert Autoimmunerkrankung
Erste tierexperimentelle Daten zur mRNA-Impfung gegen Multiple Sklerose
Multiple Sklerose: Immuntherapie erhöht nicht das Risiko für schweren COVID-19-Verlauf
Empfehlung zur Corona-Impfung bei Multipler Sklerose (MS)
Fallstudie: Beeinflusst SARS-CoV-2 Infektion die Multiple Sklerose?

PARKINSON

Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung
Neuer Bewegungsratgeber unterstützt Menschen mit M. Parkinson durch Yoga
Covid-19-Prävention: besondere Vorsicht bei Patienten mit der Parkinson-Krankheit
Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…