SATURN-Studie:

Erlotinib bringt neue Hoffnung für Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC

 

Grenzach-Whylen (11. Dezember 2008) – Aktuelle Ergebnisse der SATURN-Studie bestätigen eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens durch die First-Line-Erhaltungstherapie mit Erlotinib (Tarceva®) beim fortge-schrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC).

In der SATURN (SequentiaAl Tarceva in UnResectable NSCLC)-Studie wurde der primäre Endpunkt, Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS), erreicht: Die Zeit, die NSCLC-Patienten ohne Fortschreiten der Erkrankung über-lebten, verlängerte sich signifikant, wenn der Epidermal Growth Factor Receptor (EGFR)-Inhibitor Erlotinib direkt im Anschluss an eine initiale Platin-basierte Chemotherapie als First-Line-Erhaltungstherapie verabreicht wurde.

 

SATURN ist eine multizentrische, doppelblinde, randomisierte, prospektive Phase-III-Studie. In dieser wurde die Wirksamkeit des EGFR-Inhibitors (150 mg/Tag) bei Patienten mit fortge-schrittenem, rezidiviertem (Stadium IIIB) oder metastasiertem (Stadium IV) NSCLC, bei denen die Erkrankung nach einer platinbasierten First-Line-Chemotherapie nicht fortgeschritten ist, im Vergleich zu Plazebo untersucht. Weltweit wurden 889 Patienten an zirka 160 Zentren in diese Studie einge-schlossen. Die Ergebnisse der SATURN-Studie werden nach vollständiger Auswertung auf einem wissenschaftlichen Fachkongress 2009 präsentiert.

 

Ziel der Behandlung ist es, das Leben der Patienten ohne Fortschreiten der Erkrankung zu verlängern und die Neben-wirkungen zu kontrollieren. Daher sind die Ergebnisse der SATURN-Studie für Ärzte und ihre Patienten wichtig. Laut Studienleiter Prof. F. Cappuzzo (MD, Istituto Clinico Humanitas IRCCS, Mailand, Italien), benötigen Lungenkrebspatienten mehr Optionen, um das schnelle Wachstum ihres Tumors ohne die toxischen Nebenwirkungen einer Chemotherapie aufzuhalten. „SATURN hat gezeigt, dass Erlotinib diese Option bietet und den Patienten und ihren Familien neue Hoffnung gibt.“

 

Patienten profitieren von der Therapie mit Erlotinib

Der EGFR-Inhibitor ist europaweit seit September 2005 für Patienten mit lokalem fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC nach Versagen einer vorangegangen Chemotherapie zugelassen. In der zulassungsrelevanten Studie BR.21 wurde neben einer signifikanten Verlängerung des Gesamtüberlebens auch eine Verbesserung der tumorassoziierten Beschwerden wie Husten, Schmerzen und Kurzatmigkeit im Vergleich zur Plazebo-Gruppe beobachtet.

 

Erlotinib ist der einzige oral verfügbare, zielgerichtete Wirkstoff in der Second-Line-Therapie des NSCLC, der zu einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität führt und genauso wirksam ist wie eine Chemotherapie. Dabei verursacht das „Small Molecule“ keine Chemotherapie-assoziierten Neben-wirkungen wie Übelkeit und Erbrechen oder lebensbedrohliche blutbildverändernde Reaktionen.

 

Bei Applikation des EGFR-Inhibitors können bei Therapiebeginn Akne-artige Hautreaktionen (Rash) auftreten, die in der Regel moderat verlaufen und gut therapierbar sind. Der Stärkegrad der Hautreaktion ist ein Hinweis für das Ansprechen der Patienten auf die Therapie mit Erlotinib.

 

Laufende und geplante Studien

In Zusammenarbeit mit OSI Pharmaceuticals und Genentech realisiert Roche ein umfangreiches Forschungsprogramm mit mehr als 130 klinischen Studien, die Erlotinib in frühen NSCLC-Stadien prüfen. Des Weiteren wird auch die Kombination des EGFR-Inhibitors mit neuen Wirkstoffen untersucht. Die Ziel-setzung beider Ansätze ist es, die lebensverlängernden Vorteile des „Small Molecules“ für Patienten mit NSCLC weiter zu evaluieren.

 

Beispielsweise wird in der randomisierten Phase-III-Studie RADIANT die Wirkung von Erlotinib bei Patienten mit NSCLC untersucht, denen operativ EGFR-positive Tumoren entfernt wurden.

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Firma Roche Pharma vom 11.12.2008 (medical relations).

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