Schlafstörungen verschlimmern Schmerzen

Experten raten: Gezielt Teufelskreis Schmerz – Schlafmangel – Schmerz behandeln

 

Marburg (9. Juli 2008) – Drei Viertel der Patienten mit chronischen Schmerzerkrankungen leiden zusätzlich an Schlafstörungen. Überwiegend können sie gar nicht erst einschlafen. Viele schlafen aber auch nicht durch oder werden ganz früh wieder wach. Dieser Mangel an Schlafmenge und  -qualität bleibt nicht ohne Folgen: Die Schmerzempfindlichkeit steigt. Experten fordern daher zu Recht, mit der Schmerzerkrankung von Beginn an die Schlafstörung zu behandeln. „Tatsächlich ist bei Schmerzpatienten die Zahl und Dauer der Tiefschlafphasen deutlich verringert“, bestätigt Dr. Jan-Peter Jansen vom Schmerzzentrum Berlin. Patienten mit chronischen Schmerzen können daher beim Schlaf ihre Energiereserven nicht wieder auffüllen. Die wichtige Regeneration fehlt. „Reizbarkeit, Unkonzentriertheit und Erschöpfung sind die Folge“, meint Jansen. Bei Schmerzpatienten sinkt die Schwelle für Schmerzreize. Die Beschwerden werden viel stärker empfunden.

Es entsteht ein Teufelskreis. Die Schmerzen, die zu Schlafmangel führen, werden durch den Schlafmangel verstärkt. „Schlafstörungen müssen daher von Anfang an mitbehandelt werden“, fordert der Berliner Experte. Je nach Schmerzursache kommen dafür unterschiedliche Therapien in Frage. „Manchmal hilft es schon, ein anderes Schmerzmittel innerhalb einer Wirkstoffklasse zu verwenden, um die Schlafprobleme mitzubehandeln“, weiß Jansen. Die Erfahrungen auf diesem Gebiet sind aber noch gering.

 

Das Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e. V., Marburg, hat sich deshalb dieser Problematik angenommen. Mit Hilfe einer Fragebogenaktion will das Forum Schmerz dem Schlafmangel auf den Grund gehen. Wie viele Schmerzpatienten leiden tatsächlich an Schlafmangel? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Schlafmangel und bestimmten Schmerzerkrankungen? Ist es vor allen Dingen die verkürzte Schlafdauer oder sind es die häufigen Schlafunterbrechungen, die chronische Schmerzpatienten zermürben? Der Fragebogen kann im Internet unter www.forum-schmerz.de  direkt beantwortet, heruntergeladen oder unter dem Stichwort: Schlafqualität beim Deutschen Grünen Kreuz, Postfach 12 07, 35002 Marburg, angefordert werden.


Quelle: Pressemeldung vom „Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz“ e.V., vom 09.07.2008.

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung