Schlechte Stoffwechseleinstellung fördert dermatologische Veränderungen

Bei Diabetes auf die Hautgesundheit achten

 

Berlin (22. Februar 2011) – Ursache für Hautbeschwerden wie starken Juckreiz, Blasenbildung, Rötungen oder Furunkel kann eine schlecht eingestellte Diabeteserkrankung sein. Menschen mit Diabetes sollten daher eine möglichst gute Stoffwechseleinstellung anstreben und ihre empfindliche Haut pflegen. diabetesDE empfiehlt Betroffenen, Hautprobleme vom Dermatologen behandeln zu lassen und ihn über ihren Diabetes zu informieren. Manche Hauterkrankungen können auch auf einen noch nicht festgestellten Diabetes mellitus hinweisen. Dies sollten Dermatologen in ihre Diagnosestellung einbeziehen.

 

„Ist der Stoffwechsel gut eingestellt, sind Menschen mit Diabetes nicht anfälliger für Pilz- und andere Hautinfektionen als Gesunde. Doch etwa ein Drittel von ihnen leidet wegen einem zu hohem Blutzuckerspiegel unter Funktionsstörungen der Haut“, erklärt Dr. med. Alexander Risse, Leitender Arzt am Diabeteszentrum Medizinische Klinik Nord in Dortmund. Bei einem Insulinmangel oder einer Insulinresistenz scheidet der Körper vermehrt Flüssigkeit über den Urin aus. Zudem produzieren die Talg- und Schweißdrüsen der Haut aufgrund von Nervenschädigungen weniger Fett und Feuchtigkeit. Dadurch trocknet die Haut stark aus. Sie juckt, bildet vermehrt Schuppen, wird rissig und verliert ihre Schutzfunktion. Erreger können leichter eindringen und sich vermehren. Die Hefepilzinfektion Soor beispielsweise tritt bei Menschen mit Diabetes gehäuft auf. Sie äußert sich durch weißliche Beläge auf der Mundschleimhaut. Auch von bakteriellen Infektionen sind sie öfter betroffen. Staphylokokken lassen Furunkel, kleine eitergefüllte Knötchen, in der Haut entstehen. „Immer wiederkehrende Furunkel oder Soor können daher bei einem bislang noch nicht diagnostizierten Patienten erste Anzeichen für Diabetes sein“, erläutert Dr. Risse.

 

Die „diabetische Dermopathie“ ist eine der häufigsten Hautveränderungen bei Diabetes mellitus. Sie äußert sich in Form von kleinen dunkelroten Flecken und schmerzhaften Knötchen an den Schienbeinen und Knöcheln. Verschiedene weitere Hautkrankheiten sind typisch für Diabetes. Hierzu zählt die „Necrobiosis lipoidica diabeticorum“. Dabei handelt es sich um zunächst rotfleckige, später braun-gelbliche Hautverändungen, die wie bei der Dermopathie meist an den Schienbeinen auftreten. Bei der „Acanthosis nigricans“ bilden sich in den Achselhöhlen, am Nacken oder in der Leiste bräunliche erhabene Flecken. Als Ursache hierfür wird die erhöhte Insulinausschüttung bei Insulinresistenz vermutet. Sie regt das Wachstum bestimmter Hautzellen an.

 

Um Hautbeschwerden vorzubeugen, sollten Menschen mit Diabetes mindestens zwei Liter Wasser am Tag trinken, lange Wannenbäder in heißem Wasser vermeiden, stattdessen nur kurz unter warmem Wasser mit milder Seife duschen und hinterher ein feuchtigkeitsspendendes Pflegeprodukt auftragen. Dr. Risse betont: „Insbesondere die Füße benötigen tägliche Pflege und Kontrolle, damit nicht durch unbemerkte Verletzungen ein diabetisches Fußsyndrom entsteht. Hautveränderungen und Auffälligkeiten sollten Diabetes-Patienten ihrem Diabetologen oder Dermatologen stets zeigen und behandeln lassen, selbst wenn sie noch keine Schmerzen oder andere Beschwerden spüren.“

 

 

Weitere Informationen 

 

 

 

 


Quelle: Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) und dem Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD), 22.02.2011 (tB).

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