Schluss mit der Angst vor dem nächsten Schub!

MS-Patienten atmen auf ‑ dank Antikörper Natalizumab

 

Berlin (13. September 2007) – Die Angst vor dem nächsten Schub und einem Leben im Rollstuhl ‑ darunter leiden Patienten mit Multipler Sklerose (MS) besonders. Denn hinter jedem neuen Schub verbirgt sich die Gefahr, dass Behinderungen zurück bleiben. „Auch unter der herkömmlichen Basistherapie haben viele meiner Patienten noch Schübe", berichtet PD Dr. med. Volker Limmroth, Klinikum Köln‑Merheim auf einer Pressekonferenz. „Gerade diesen MS‑Betroffenen mit einer hochaktiven Verlaufsform gibt der Antikörper Natalizumab wieder Hoffnung", führte Dr. med. Tjalf Ziemssen, Universitätsklinikum Dresden, weiter aus. Bis Juli 2007 wurden weltweit bereits 14.000 Menschen in der täglichen Praxis mit der Antikörpertherapie behandelt: Die überzeugenden Wirkergebnisse konnten hier bestätigt werden.

 

Wieder Hoffnung auch bei schwerem Verlauf

Nach über 10 Jahren Interferon‑Therapie steht jetzt mit dem monoklonalen Antikörper Natalizumab eine neue Behandlung für Patienten mit hochaktiven Formen der MS zur Verfügung. Natalizumab wirkt anders als die bisher eingesetzten Medikamente: Der Antikörper blockiert die bei MS fehlgesteuerten körpereigenen Immunzellen und verhindert, dass diese durch die Blut‑HirnSchranke und damit in das ZNS gelangen. Entzündungen werden verringert oder sogar gestoppt. Natalizumab senkt die Anzahl der Schübe pro Jahr um 68 Prozent. Außerdem vermindert die Therapie auch das Fortschreiten der Behinderung um 54 Prozent. „Diese Ergebnisse konnten mit bisherigen Medikamenten nicht erreicht werden", fasste Dr. Ziemssen zusammen. Ein weiterer Vorteil: Der Antikörper wird nur alle vier Wochen als Infusion beim Arzt gegeben. Patienten müssen sich also nicht mehr ein- oder mehrmals pro Woche selbst spritzen.

 

Antworten auf die ersten Fragen

Die Vorstellung an einer unheilbaren Krankheit zu leiden und nicht zu wissen, was auf sie zukommt, wirft viele Betroffene nach der Diagnose meist völlig aus der Bahn. Die neue Broschüre „Von Antikörper bis ZNS" beantwortet die ersten und drängendsten Fragen zu MS. Ergänzt durch persönliche Anmerkungen einer MS-Patientin möchte der Ratgeber Betroffene auf Ihrem Weg, ihre Krankheit besser zu verstehen, begleiten.

 

Die Broschüre kann kostenlos angefordert werden bei:

 

MS Life & Move
Postfach 19 01 47
40111 Düsseldorf
oder per Fax unter 0211/132807

Weitere Informationen zum Thema erhalten Patienten und Interessierte auch auf der Website www.ms‑life.de oder werktags unter der kostenlosen MS‑Servicenum­mer 08000 ‑ 30 77 30.

 

 

Der MS‑Stopper: Antikörper revolutioniert die MS‑Therapie

Lange wurde geforscht, um neue innovative MS-Therapien zu entwickeln. Der erste Einsatz von Interferon‑beta Präparaten ‑ die letzte entscheidende Entwicklung ‑ liegt mittlerweile schon über ein Jahrzehnt zurück. Jetzt ist es endlich soweit: Der monoklonale Antikörper Natalizumab hat in Europa die Zulassung für die Behandlung der hochaktiven, schubförmigen Multiplen Skle­rose (MS) erhalten und ist in Deutschland verfügbar. Das moderne Therapeuti­kum wird alle vier Wochen als Infusion angewendet. In klinischen Studien er­zielte Natalizumab überzeugende Wirkergebnisse für die Behandlung der MS. Diese Ergebnisse werden gerade auch außerhalb von Studien in der Praxis bestätigt. Mit Natalizumab wurden weltweit bereits 12.500 Patienten behandelt.

 

Neues Wirkprinzip: Antikörper stoppt Entzündungen

Bei der Multiplen Sklerose handelt es sich um eine so genannte Autoimmuner­krankung, bei der körpereigene Immunzellen fehlgesteuert die Schutzhüllen von Nervenfasern (Myelinscheiden) angreifen und zerstören. Der Angriff auf die Myelinscheiden der Nerven wird dadurch möglich, dass es den fehlgeleite­ten Immunzellen gelingt, die Blut‑Hirn‑Schranke ‑ die natürliche Schutzbar­riere des Gehirns ‑ zu durchwandern. Im Gehirn angekommen, lösen die Im­munzellen verschiedene Mechanismen aus, dadurch kommt es zu den MS­typischen Entzündungen im Gehirn und Rückenmark und zu einer dauerhaften Schädigung der Nervenzellen. Als Folge davon werden Signale nur noch unvollständig oder gar nicht weitergeleitet. Dadurch treten MS‑typische Sym­ptome wie Seh‑, Gang‑ oder Empfindungsstörungen und auch schwere Behinderungen auf. Natalizumab ist ein neuartiges Medikament, das anders wirkt als die bisher eingesetzten Arzneimittel: Der monoklonale Antikörper dockt an die fehlgesteuerten körpereigenen Immunzellen an und verhindert, dass diese durch die Blut‑Hirn‑Schranke und damit in das zentrale Nervensys­tem gelangen. Entzündungsreaktionen werden so verringert.

 

Studien zeigen beeindruckende Wirkung: Deutlich weniger Schübe und Behinderung

Die Zulassungsstudie zu Natalizumab bestätigt, dass der Antikörper die An­zahl der Schübe reduzieren und das Fortschreiten der Erkrankung somit deut­lich verlangsamen kann. Die AFFRIM‑Studie zeigt, dass eine Behandlung mit dem Antikörper die Schubrate während einer zweijährigen Behandlung um 68 Prozent reduziert. Als Folge davon vermindert die Therapie das Risiko des Fortschreitens der Behinderung um 54 Prozent. Solche Ergebnisse konnten mit den bisherigen Standardmedikamenten nicht erzielt werden.

 

Die Antikörpertherapie wird als Monotherapie bei Betroffenen mit hochaktiver, schubförmig remittierender MS eingesetzt. Hochaktiv heißt, dass Patienten ohne Therapie zwei oder mehr Schübe, unter einem Standardmedikament ein oder mehr Schübe in den letzten 12 Monaten hatten, was bei ca. 50% der Patienten der Fall ist. Natalizumab bedeutet für diese Patientengruppe eine deutliche Verbesserung in der Therapie, da es dem Fortschreiten der Erkran­kung rasch entgegenwirkt und das Auftreten bleibender Schäden im Gehirn und Rückenmark deutlich verlangsamen kann.

 

Vereinfachung der Therapie: Alle vier Wochen eine Infusion

Nicht immer an die eigene Krankheit denken zu müssen ‑ das wünschen sich viele Betroffenen. Im Gegensatz zu anderen Medikamenten, die täglich oder mindestens einmal pro Woche gespritzt werden müssen, wird Natalizumab alle vier Wochen als Infusion gegeben. Die Infusion dauert nur eine Stunde, danach folgt eine ebenfalls einstündige Nachbeobachtungszeit. Viele Kliniken und MS-Praxen haben Infusionsrunden eingerichtet, für Berufstätige häufig auch vor oder nach der Arbeit oder in der Mittagspause. So lässt sich die Therapie problemlos in den Alltag integrieren. Ein weiterer Vorteil: Die MS­-Betroffenen sehen regelmäßig ihren Arzt. Ein Austausch über die Erkrankung und eine gute Betreuung sind so sicher gestellt.

 


Quelle: Pressekonferenz der Firma Biogen Idec zum Thema „MS-Patienten atmen auf – dank Antikörper Natalizumab“ am 13.09.2007 in Berlin. (tB)

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