MEDIZIN

DOC-CHECK LOGIN

Schwangerschaft gut planen

Neue Therapieempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V.

 

Berlin (15. Dezember 2008) – Fortschritte in der Therapie rheumatischer Erkrankungen haben dazu geführt, dass sich viele Frauen mit Rheuma ihren Kinderwunsch erfüllen können. 14 Prozent der betroffenen Frauen heute sind im gebärfähigen Alter. Noch bis vor zehn Jahren haben Ärzte von einer Schwangerschaft abgeraten – es gab kaum Erfahrungswerte. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) hat die Erkenntnisse über die Anwendung von Rheuma-Medikamenten in der Schwangerschaft nun in einer Therapieempfehlung zusammengefasst. "Dieser Leitfaden hilft allen Beteiligten, ihre Patientinnen in Hinblick auf eine geplante Schwangerschaft besser zu beraten", sagt Prof. Klaus Krüger, Sprecher der Kommission Pharmakotherapie.

 

Bisher existierten zu vielen Medikamenten nur unzureichende Daten über ihre Anwendung in der Schwangerschaft – insbesondere für neuere Therapieformen. Aus diesem Grund rieten die Ärzte ihren Rheuma-Patientinnen früher von einer Schwangerschaft ab. Viele Frauen verabschiedeten sich vom Gedanken, eine Familie zu gründen. Die Fragen fokussieren insbesondere auf die Auswirkungen der Medikamente auf die Fruchtbarkeit der Frauen und die Gesundheit des Kindes. Wichtig ist auch, ob und wie sich die Krankheitsaktivität während der Schwangerschaft verändert und ob medikamentös eingegriffen werden kann. Diese Fragen greifen die Therapieempfehlungen der DGRh auf. Sie listen die gängigen Rheuma-Medikamente und deren Anwendbarkeit vor und während einer Schwangerschaft. Grundlage des Leitfadens sind tierexperimentelle Studien, Fallberichte sowie Expertenmeinungen.

 

Das wichtigste Kriterium für eine möglichst problemfreie Schwangerschaft und Geburt ist eine langfristige Vorbereitung. Patientinnen sollten ihren Kinderwunsch schon vor der medikamentösen Einstellung ihrem Arzt mitteilen. Denn einige Wirkstoffe können den Eisprung verhindern. Andere Substanzen müssen einige Monate vor der geplanten Konzeption abgesetzt werden, um Langzeitwirkungen auf das Kind auszuschließen. Da eine Schwangerschaft zudem in eine ruhige Krankheitsphase fallen sollte, können Ärzte mit dem Wissen um den Kinderwunsch ihrer Patientin die Behandlungsstrategie auf eine rasche und stabile Remission ausrichten. Für die Einnahme von Medikamenten während der Schwangerschaft gilt grundsätzlich "so wenig wie möglich, so viel wie nötig". Doch dabei gibt es wesentliche Unterschiede.

 

Die Schwangerschaft der rheumakranken Patientin ist trotz der verbesserten Behandlungsoptionen stets eine Risikoschwangerschaft. "Es erfordert eine engmaschige Kontrolle des Therapieverlaufs und eine gute Zusammenarbeit von Rheumatologen und Geburtshelfern", sagt Professor Krüger, selbst niedergelassener Rheumatologe in München. Um die behandelnden Ärzte und Betreuer enger zu vernetzen, sind spezielle Schwangerschaftssprechstunden eine Option. In der Schweiz gibt es bereits einige dieser Zentren, in der Frauen und Männer mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen bei Kinderwunsch beraten und Frauen in einer Schwangerschaft betreut werden. In Deutschland gibt es diese Sprechstunde bislang in Düsseldorf und Erlangen. Doch auch jeder Rheumatologe kann mit den neuen Therapieempfehlungen und seinem Fachwissen grundsätzlich diese Art der Beratung anbieten.


 

Quelle: Presseinformation des Kompetenznetzes Rheuma in der Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) vom 15.12.2008.

MEDICAL NEWS

Perinatal patients, nurses explain how hospital pandemic policies failed them
Johns Hopkins Medicine expert creates comprehensive guide to new diabetes…
An amyloid link between Parkinson’s disease and melanoma
Ultrasensitive, rapid diagnostic detects Ebola earlier than gold standard test
Paranoia therapy app SlowMo helps people ‘slow down’ and manage…

SCHMERZ PAINCARE

Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern
Wenn Schmerzen nach einer OP chronisch werden
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: Schmerzmediziner, Politiker und…
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: COVID-19-Pandemie belastet Schmerzpatienten…

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ meldet…
Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes gehören nicht zur Risikogruppe und…
Neue Studie will Entstehung von Typ-1-Diabetes bei Kindern verhindern
Toujeo®: Ein Beitrag zu mehr Sicherheit für Menschen mit Typ-1-Diabetes
Diabeloops Ziel: Baldige Marktpräsenz mit ​individuellen Lösungen zum Diabetes-Management für​ verschiedene…

ERNÄHRUNG

DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…

ONKOLOGIE

Leberkrebs: Bei welchen Patienten wirkt die Immuntherapie?
Konferenzbericht vom virtuellen Münchener Fachpresse-Workshop Supportive Therapie in der Onkologie
Wie neuartige Erreger die Entstehung von Darmkrebs verursachen können
Onkologische Pflegekräfte entwickeln Hörspiel für Kinder: Abenteuer mit Alfons
Krebsüberleben hängt von der Adresse ab

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Salzkonsum reguliert Autoimmunerkrankung
Erste tierexperimentelle Daten zur mRNA-Impfung gegen Multiple Sklerose
Multiple Sklerose: Immuntherapie erhöht nicht das Risiko für schweren COVID-19-Verlauf
Empfehlung zur Corona-Impfung bei Multipler Sklerose (MS)
Fallstudie: Beeinflusst SARS-CoV-2 Infektion die Multiple Sklerose?

PARKINSON

Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung
Neuer Bewegungsratgeber unterstützt Menschen mit M. Parkinson durch Yoga
Covid-19-Prävention: besondere Vorsicht bei Patienten mit der Parkinson-Krankheit
Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…