Servicekräfte sind kein Ersatz für Pflegefachkräfte

 

Berlin (28. Januar 2011) – Dürfen Hilfskräfte Medikamente verabreichen, Insulin spritzen und Kompressionsstrümpfe anlegen? Im Land Brandenburg darf das jeder Mitarbeiter einer Pflegeeinrichtung – ohne Qualifikation, ohne Schulung und ohne Berufserfahrung. So steht es im Rahmenvertrag einer gesetzlichen Krankenkasse zur ambulanten pflegerischen Versorgung. „Servicekräfte können die Pflegeleistungen zwar gut ergänzen, doch ist es ein Unding, examinierte Pflegefachkräfte durch Hilfskräfte ersetzen zu wollen“, warnt Thomas Meißner, Stellvertretender Vorsitzender des AnbieterVerbands qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen (AVG)e.V., auf dem Kongress Pflege 2011. „Es kann nicht sein, dass die Patientensicherheit aufs Spiel gesetzt wird, weil die Kostenträger sparen wollen.“

 

Der Pflegeexperte zieht einen Vergleich zu medizinischen Leistungen: „Wenn aufgrund des Ärztemangels kleinere chirurgische Eingriffe für Laien freigegeben würden, gäbe das einen Aufschrei in der Republik.“ Meißner fordert eine gesetzliche Definition in Form eines Berufsgesetzes, in dem festgeschrieben wird, was Service und was Pflege ist und welche fachlichen Voraussetzungen für die einzelnen Tätigkeiten vonnöten sind.

 

Allerdings verwahrt er sich gegen eine erweiterte Fachkraftdefinition, wie es der Arbeitgeberverband Pflege kürzlich vorgeschlagen hat. Pflegehilfskräfte mit langjähriger Berufserfahrung oder Beschäftigte aus der Hauswirtschaft oder dem Sozialwesen sollen, geht es nach dem Arbeitgeberverband, bei der Personalbemessung in den Heimen als Pflegefachkräfte gelten. Auf diese Weise könne man den Fachkräftemangel nicht lösen, so Meißner, der in Berlin einen ambulanten Pflegedienst betreibt. „In meiner Einrichtung geben Pflegehilfskräfte jedenfalls keine Medikamente – sonst könnte ich nicht mehr ruhig schlafen.“

 

 

Weitere Informationen

 

AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG), Berufstandsvertretung für ambulante und teilstationäre Pflege, Schönholzer Str. 3, 13187 Berlin, Tel. 030/49905380, info@avg-ev.com,  www.avg-ev.com

 

 


Quelle: Kongress Pflege 2011, 28.01.2011 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen

ONKOLOGIE

WHO veröffentlicht erste Klassifikation von Tumoren im Kindesalter
Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…
Stellungnahme zur 3. Impfung gegen SARS-CoV2 bei Personen mit MS
NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…