Abb. (v.l.n.r).: PD Dr. med. Dr. Univ. Rom Andrej Zeyfang, PD Dr. med. Matthias Frank, Prof. Dr. med. Stephan Martin, Prof. Dr. med. Cornel Sieber, Torsten Flöttmann, Prof. Dr. med. Rüdiger Petzoldt, Dr. med. Martin Lederle, Johannes Ziegler, Dr. Bernhard Brunner, Joe Bausch; Fotograf: Tobias Schneider, BerlinSilverStar Förderpreis 2017

Engagement für ältere Menschen mit Diabetes ausgezeichnet

Hamburg (24. Mai 2017) – Zum sechsten Mal wurden mit dem SilverStar Förderpreis der BERLIN-CHEMIE AG herausragende Projekte und Personen ausgezeichnet, die ältere Menschen mit Diabetes in besonderer Weise unterstützen. Preisträger Dr. Bernhard Brunner vom Fraunhofer-Institut für Silicatforschung, Würzburg, erhielt die Auszeichnung für die Entwicklung eines Druckmessstrumpfes, mit dem erstmals die Druckbelastung am gesamten Fuß gemessen werden kann. Für sein innovatives, interdisziplinäres Versorgungskonzept für Menschen mit Diabetes, die stationär behandelt werden müssen, wurde Prof. Dr. Stephan Martin, Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums (WDGZ), Düsseldorf, der SilverStar Förderpreis verliehen. Der Diabetologe und ehemalige Direktor des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen Prof. Dr. Rüdiger Petzold aus Bad Oeynhausen wurde für sein beeindruckendes und langjähriges Engagement für Diabetespatienten mit dem Ehrenpreis des SilverStar Förderpreises ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 24. Mai 2017 anlässlich des Diabetes Kongresses 2017 in Hamburg statt.

Die BERLIN-CHEMIE AG würdigt mit dem SilverStar Förderpreis jedes Jahr ideenreiche und kreative Konzepte zur Unterstützung von älteren Menschen mit Diabetes. Von diabetologischen Schwerpunktpraxen, die neue Wege in der Therapiebegleitung einschlagen, über innovative Versorgungsnetzwerke in Kliniken bis hin zu neuartigen Technologien wie einer altersgerechten Software: die Bewerbungen um den SilverStar Förderpreis sind vielfältig. Aber auch das Engagement ehrenamtlicher Helfer, Angehöriger oder Betroffener kann ausgezeichnet werden. Wichtig ist, dass ältere Menschen mit Diabetes im Mittelpunkt stehen. In mittlerweile sechs Jahren haben sich rund 200 Projekte um den mit jährlich 25.000 Euro dotierten Förderpreis beworben.

Ein Strumpf, der Druck misst

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Um Komplikationen wie dem Diabetischen Fußsyndrom vorzubeugen, haben Dr. Bernhard Brunner und sein Team vom Fraunhofer-Institut für Silicatforschung, Würzburg, einen innovativen Druckmessstrumpf entwickelt. Mit ihm kann erstmals die Druckbelastung am gesamten Fuß gemessen werden. „Wir haben dazu an 40 medizinisch relevanten Stellen Sensoren in den Strumpf integriert“, erklärt Brunner. „Sie ermöglichen eine Druckmessung nicht nur an der Fußsohle, sondern auch beispielsweise am Rist, an der Ferse und im Knöchelbereich.“ Die Sensoren sind auf eine spezielle Silikonfolie aufgebracht, welche in das atmungsaktive Baumwollmischgewebe des Strumpfes eingearbeitet wird. Die gemessenen Daten werden von einer Software ausgewertet und können auf Smartphone, Tablet oder PC eingesehen werden. Mit den gewonnenen Daten können beispielsweise auch Orthopädieschuhmacher Schuhwerk noch besser an die Fußform von Patienten anpassen.
„Der Druckmessstrumpf hat für Diabetespatienten einen enormen Vorteil: mit ihm kann der Entstehung des Diabetischen Fußsyndroms frühzeitig entgegengewirkt werden“, betont Jurymitglied Dr. Martin Lederle, Ahaus. „Die neuen Daten bieten für uns Ärzte ganz neue Möglichkeiten in der Behandlung und Betreuung unserer Patienten.“

Wertvolle Rundum-Betreuung für Diabetespatienten im Krankenhaus

Besonders ältere Patienten leiden häufig unter chronischen Erkrankungen. Müssen sie stationär behandelt werden, spielt eine ganzheitliche Betreuung der Patienten eine entscheidende Rolle für den Behandlungserfolg. In den Krankenhäusern des Verbundes Katholischer Kliniken Düsseldorf (VKKD) wurde deshalb ein neuartiges Versorgungskonzept für Diabetespatienten etabliert: Speziell ausgebildete Diabetesmanager kümmern sich um jeden stationär aufgenommenen Patienten mit bereits diagnostiziertem oder vermutetem Diabetes. „Ein Team bestehend aus Diabetesmanager, Stationsarzt, Diabetologe sowie Pflegekräften sorgt gemeinsam mit dem jeweiligen Hausarzt für eine optimale Betreuung des Patienten“, erläutert Prof. Dr. Stephan Martin, Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums (WDGZ), Düsseldorf, der das Projekt bereits 2011 initiierte. In vielen Fällen konnte die Dauer des Krankenhausaufenthaltes reduziert werden, so Martin. Die Diabetesmanager nutzen ein telediabetologisches System, in das sie alle relevanten Patientendaten eingeben. Auf diese können die behandelnden Ärzte und Diabetologen online – und damit zeit- und ortsunabhängig – zugreifen und bei Bedarf weitere notwendige Behandlungsschritte in die Wege leiten. Durch den engen persönlichen Kontakt zum Patienten wird zudem gewährleistet, dass die Diabetesmanager diabetische Komplikationen wie chronische Wunden im Blick haben. Bei Bedarf werden beispielsweise auch Schulungen oder Ernährungsberatungen vermittelt.
„Der Einsatz eigens ausgebildeter Diabetesmanager unterstützt nicht nur Stations- und Hausärzte in ihrer Arbeit, er gibt auch den Patienten ein besseres Gefühl während ihres Krankenhausaufenthaltes“, lobt Jurymitglied PD Dr. Matthias Frank, Neunkirchen. Das Besondere an dem Versorgungskonzept sei auch, dass es für weitere chronische Erkrankungen wie Niereninsuffizienz angewendet werden könne, schilderte Frank.

Ehrenpreis für Professor Rüdiger Petzoldt

„Ich wollte beruflich immer etwas mit Menschen zu tun haben“, erklärt Prof. Dr. Rüdiger Petzoldt seine Entscheidung, Arzt zu werden. Über mehrere Jahrzehnte engagierte sich der Diabetologe in bemerkenswerter Weise für Patienten – innerhalb und außerhalb der Klinik. Die Arzttätigkeit war für ihn mehr Berufung als Beruf: Für seine Patienten, aber auch die Pflegekräfte und Kollegen hatte Professor Petzoldt stets ein offenes Ohr. In persönlichen Gesprächen nahm sich der ehemalige Direktor des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen für jeden die nötige Zeit, klärte Patienten umfassend über ihre Erkrankung und den Umgang mit ihr im Alltag auf und beantwortete alle auftretenden Fragen. Während seiner Tätigkeit in der Klinik baute er ein Schulungsteam auf, zu dem erstmals eine Pädagogin und eine Psychologin gehörten. Auch Diabetespatienten außerhalb der Klinik stand Professor Petzoldt mit Rat und Tat zur Seite: Über 35 Jahre lang beantwortete der Experte Leserfragen im Diabetes Journal. Außerdem war Petzoldt in verschiedenen Gremien der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) sowie im Vorstand der Deutschen Diabetes Stiftung (DDS) aktiv. Auch seit seiner Emeritierung 2003 setzt sich der begeisterte Familienmensch für seine Mitmenschen ein. So unterstützt er beispielsweise Schüler bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und engagiert sich für Flüchtlingskinder in seinem Heimatort.
„Professor Petzoldts Engagement für Menschen mit Diabetes und seine Mitarbeiter war stets geprägt von einem hohen Maß an Zwischenmenschlichkeit und Teamgeist“, hebt Jurymitglied PD Dr. Andrej Zeyfang, Stuttgart, hervor. „Damit ist er ein ganz besonderes Vorbild – gerade auch für angehende Ärztinnen und Ärzte.“

 

Abb. (v.l.n.r).: PD Dr. med. Dr. Univ. Rom Andrej Zeyfang, PD Dr. med. Matthias Frank, Prof. Dr. med. Stephan Martin, Prof. Dr. med. Cornel Sieber, Torsten Flöttmann, Prof. Dr. med. Rüdiger Petzoldt, Dr. med. Martin Lederle, Johannes Ziegler, Dr. Bernhard Brunner, Joe Bausch; Fotograf: Tobias Schneider, Berlin

Abb. (v.l.n.r).: PD Dr. med. Dr. Univ. Rom Andrej Zeyfang, PD Dr. med. Matthias Frank, Prof. Dr. med. Stephan Martin, Prof. Dr. med. Cornel Sieber, Torsten Flöttmann, Prof. Dr. med. Rüdiger Petzoldt, Dr. med. Martin Lederle, Johannes Ziegler, Dr. Bernhard Brunner, Joe Bausch; Fotograf: Tobias Schneider, Berlin

Antidiabetika und Engagement der BERLIN-CHEMIE AG

Die BERLIN-CHEMIE AG, die zur weltweit agierenden MENARINI-Gruppe gehört, wurde 1990 gegründet. Die Wurzeln des Berliner Unternehmens reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück – bereits in der fünften Generation werden hier Arzneimittel entwickelt und hergestellt, wobei Antidiabetika stets eine wichtige Rolle spielten. Das Produktportfolio in diesem Bereich umfasst orale Antidiabetika, Analog- und Humaninsuline, Applikationshilfen und Blutzuckermessgeräte.

Mit einer Vielzahl von zusätzlichen Leistungen für die Praxis und die Patienten bietet die BERLIN-CHEMIE AG Hilfestellungen für den Praxisalltag. Insbesondere durch die Entwicklung von Diabetes-Schulungsprogrammen wie PRIMAS (Ein Schulungs- und Behandlungsprogramm für ein selbstbestimmtes Leben mit Typ-1-Diabetes), HyPOS (Hypoglykämie – Positives Selbstmanagement, Unterzuckerungen besser wahrnehmen, vermeiden und bewältigen), SGS (Strukturierte Geriatrische Schulung) und DELFIN (Das Elternprogramm für Familien von Kindern mit Diabetes) engagiert sich das Unternehmen für eine verbesserte Patientenversorgung. Darüber hinaus befindet sich zurzeit das erste produktunabhängige Schulungs- und Behandlungsprogramm für Menschen mit Insulinpumpentherapie (INPUT) in der Entwicklung.

Die BERLIN-CHEMIE AG ist sich als forschendes Pharmaunternehmen ihrer wissenschaftlichen und sozialen Verantwortung bewusst. Der SilverStar Förderpreis unterstützt seit 2011 Projekte und Initiativen, die zu einer verbesserten Versorgung und Erhöhung der Lebensqualität älterer Menschen mit Diabetes beitragen. Mit dem jährlich vergebenen Menarini Preis werden seit 2001 herausragende wissenschaftliche Projekte mit dem Forschungsschwerpunkt Diabetes gefördert.


Quelle: Preisverleihung der BERLIN-CHEMIE im Rahmen des Diabetes Kongresses 2017 (DDG) am 24.05.2017 in Hamburg (tB).

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