Sindbis-Viren erstmals in Deutschland Die beiden Mückenarten Culex torrentium und Culex pipiens sind als Überträger des Sindbis-Virus bekannt. Foto (C. pipiens 1, 2): A. Krüger / Bernhard-Nocht-InstitutSindbis-Viren erstmals in Deutschland

Rheumatische Beschwerden durch Virusinfektion

 

Hamburg (2. Mai 2010) – Forscher des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) haben erstmals in  Deutschland Sindbis-Viren entdeckt. In Baden-Württemberg wiesen sie den Erreger gleich in drei verschiedenen Mückenarten nach.(1) „Wir wissen jetzt, dass diese Viren in Deutschland zirkulieren“, sagt Dr. Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe am BNI. Sie können fieberhafte Erkrankungen mit rheumatischen Beschwerden verursachen, die sogenannte Ockelbo oder Pogosta Krankheit.

 

Das Sindbis-Virus wurde ursprünglich in den 50er Jahren in Afrika entdeckt, später auch in Europa, wo es insbesondere in Schweden und Finnland vorkommt. Es wird durch Mücken übertragen. „Normalerweise befallen Sindbis-Viren Vögel, und obwohl eine Einschleppung durch Vogelzug vermutet werden konnte, wurden sie bisher in Deutschland nicht gefunden“, sagt Schmidt-Chanasit. Beim Menschen können sie fiebrige Erkrankungen auslösen, die häufig mit Entzündungen der Gelenke einhergehen und daher rheumatischen Erkrankungen ähneln. Die Gruppe um Schmidt-Chanasit bietet medizinischem Fachpersonal deshalb Informationsmaterial und die kostenlose Diagnostik von Patientenproben als Serviceleistung an (E-Mail: schmidt-chanasit@bnitm.de, Tel. +49 40 42818-205).


 

Im Sommer 2009 starteten BNI-Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) die deutschlandweit erste Untersuchung1: Von Juli bis September fingen die Forscher rund 16.000 Mücken im Südwesten Deutschlands, bestimmten die Mückenart und untersuchten diese auf Viren. Als Überträger des Sindbis-Virus identifizierten die Forscher erstmals die Malariamücke Anopheles maculipennis, die beiden Mückenarten Culex torrentium und Culex pipiens hingegen waren bereits als Überträger des Sindbis-Virus in Schweden bekannt. Durch genetische Analysen wurde eine Verwandt¬schaft der deutschen Viren mit ihren schwedischen Artgenossen festgestellt.

 

 

Literatur

 

1 Jöst H, et al. (2010) Isolation and phylogenetic analysis of Sindbis viruses from mosquitoes in Germany. J. Clin. Microbiol. doi:10.1128/JCM.0037-10

 

 

Abbildungen

 

 

 

Sindbis-Viren erstmals in Deutschland Die beiden Mückenarten Culex torrentium und Culex pipiens sind als Überträger des Sindbis-Virus bekannt. Foto (C. pipiens 1, 2): A. Krüger / Bernhard-Nocht-Institut

 

Abb.: Sindbis-Viren erstmals in Deutschland: Die beiden Mückenarten Culex torrentium und Culex pipiens sind als Überträger des Sindbis-Virus bekannt. Foto (C. pipiens 1, 2): A. Krüger / Bernhard-Nocht-Institut

 

 

 

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Abb.: Sindbis-Viren erstmals in Deutschland: Elektronenmikroskopische Aufnahme von Sindbis-Viren. Forscher des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) haben erstmals in  Deutschland diesen Virus entdeckt. (Publikation: Jöst H, et al. (2010) Isolation and phylogenetic analysis of Sindbis viruses from mosquitoes in Germany. J. Clin. Microbiol. doi:10.1128/JCM.0037-10) Foto: C. Schmetz / Bernhard-Nocht-Institut

 


 

Quelle: Pressemitteilung Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, 02.05.2010 (tB).

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