GBASonderauswertung im Auftrag des G-BA abgeschlossen und veröffentlicht

Daten zu nosokomialen Infektionen

 

Berlin (22. Mai 2014) – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am Donnerstag in Berlin die Veröffentlichung einer Auswertung von Qualitätsdaten zu nosokomialen Infektionen in Krankenhäusern veranlasst, die in Kürze auf den Internetseiten des AQUA-Instituts (Institution nach § 137a SGB V) unter www.sqg.de abrufbar sein wird.

 

Grundlage der Sonderauswertung sind Daten der externen stationären Qualitätssicherung, mit deren Hilfe sowohl das Vorkommen von im Krankenhaus erworbenen Infektionen als auch die Häufigkeit vorbeugender Antibiotikagabe erfasst werden. Daten zu nosokomialen Infektionen liegen vor allem im Zusammenhang mit orthopädischen und gynäkologischen Operationen vor.

 

„Wir haben die Jahre 2009 bis 2012 betrachtet. In diesem Zeitraum blieben die Ergebnisse der betrachteten Indikatoren überwiegend konstant. Dies gilt zum Beispiel für die postoperative Pneumonie nach Hüftgelenksfraktur, die mit 2,5 Prozent aller betrachteten Fälle relativ häufig auftritt. In einigen Bereichen, zum Beispiel in der Gynäkologie und Geburtshilfe, war ein signifikanter Rückgang an Infektionen zu beobachten, die Raten an nosokomialer Früh- und Neugeborenensepsis und an Harnwegsinfektionen nach gynäkologischen Operationen sind gesunken“, sagte Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzende des zuständigen Unterausschusses Qualitätssicherung.

 

„Trotz der erfreulichen Einzelergebnisse müssen wir insgesamt unsere Anstrengungen zur Vermeidung nosokomialer Infektionen intensivieren. Der Zunahme an Risikopatienten – immer mehr ältere Menschen mit Begleiterkrankungen – steht eine rasante Resistenzentwicklung bei den Krankheitserregern gegenüber. In der Vergangenheit konnte gezeigt werden, dass durch die aktive Teilnahme an einem Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS) die Rate an nosokomialen Infektionen bis zu 30 Prozent gesenkt werden kann. Um dies zu fördern, planen wir, dass die strukturierten Qualitätsberichte der Krankenhäuser ab nächstem Jahr darüber Auskunft geben, ob ein Krankenhaus an einem KISS teilnimmt oder nicht.“

 

Der G-BA hatte im April 2013 das Göttinger AQUA-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH beauftragt, die Sonderauswertung von Daten aus der externen stationären Qualitätssicherung, die sich auf nosokomiale Infektionen beziehen, vorzunehmen. Mit der externen stationären Qualitätssicherung wird in derzeit 30 Leistungsbereichen anhand von mehr als 450 festgelegten Qualitätsindikatoren die Behandlung dokumentiert. Alle Krankenhäuser sind gesetzlich verpflichtet, an dem Verfahren, das einen bundesweiten Qualitätsvergleich ermöglicht, teilzunehmen. Die Ergebnisse werden im sogenannten Qualitätsreport dargestellt, der seit dem Berichtsjahr 2012 auch ein Kapitel zu nosokomialen Infektionen enthält.

 

Das AQUA-Institut ist eine fachlich unabhängige Institution, die den G-BA seit dem Jahr 2009 bei seinen Verpflichtungen im Bereich der Qualitätssicherung unterstützt, entsprechend den gesetzlichen Grundlagen in § 137a SGB V.

 

 

Hintergrund – nosokomiale Infektionen

 

Infektionen, die sich Patientinnen und Patienten im Zusammenhang mit medizinischen Behandlungen zuziehen, werden als nosokomiale Infektionen bezeichnet und betreffen beispielsweise OP-Wunden, Harnwege oder die Lunge. Häufig handelt es sich um resistente Krankheitserreger, die gegen Antibiotika unempfindlich sind. Besonders bei Patientinnen und Patienten, deren Immunabwehr aufgrund des Alters, der Grunderkrankung oder Begleiterkrankungen geschwächt ist, kann eine solche Infektion gravierende Folgen haben.

 

Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) ziehen sich jährlich etwa 400.000 bis 600.000 Menschen in Deutschland im Zusammenhang mit einer stationären oder ambulanten medizinischen Behandlung eine nosokomiale Infektion zu. Nach internationalen Expertenschätzungen gelten davon 20 bis 30 Prozent als vermeidbar. In Deutschland sterben jedes Jahr etwa 10.000 bis 15.000 Patienten an Krankenhausinfektionen. Postoperative Pneumonien (Lungenentzündungen) zählen zu den maßgeblichen Ursachen für Krankenhaussterblichkeit.

 


 

Quelle: Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), 22.05.2014 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung