Stärkt Milch die Knochen – oder nicht?

Kalzium ist wichtig für die Knochengesundheit

 

Sinsheim (17. November 2014) – Da Kuratorium Knochengesundheit e.V. mahnt zur Vorsicht bei der Interpretation der Ergebnisse einer aktuellen schwedischen Beobachtungsstudie. Kalzium aus allen Lebensmitteln ist wichtig für die Knochengesundheit e.V. Eine aktuelle schwedische Beobachtungsstudie, publiziert im British Medical Journal, weckt Befürchtungen, dass ein erhöhter Milchkonsum nicht die Gefahr von Knochenbrüchen verringert und sogar das Risiko für einen vorzeitigen Tod erhöht. Spiegel Online berichtete am 29. Oktober 2014 unter der Schlagzeile „Stärkt Milch die Knochen – oder nicht?

 

Prof. Dr. Dr. med. Christian Kasperk, Leiter der Sektion Osteologie am Universitätsklinikum Heidelberg und Erster Vorsitzender kommentiert stellvertretend für Vorstand und Wissenschaftlichen Beirat des Kuratoriums Knochengesundheit e.V.

 

„Diese Studie hat nach eigenen Angaben der Autoren einige methodische Schwächen. Eine Beobachtungsstudie eignet sich nicht, um kausale Zusammenhänge festzustellen. Die erhobenen Ernährungsprotokolle können nicht repräsentativ sein für das gesamte Erwachsenenalter. Mögliche weitere Einflussfaktoren auf das Frakturrisiko und die vorzeitige Mortalität wie die Gesamtkalorienzufuhr, die Proteingesamtmenge, Body Mass Index und Lebensstilfaktoren (körperliche Aktivität, Rauchen) wurden bei der Bewertung nicht berücksichtigt. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass in Schweden Milch mit Vitamin A angereichert wird. Vitamin A führt in höheren Dosierungen zur Knochenresorption. Weiterhin widerspricht die schwedische Studie anderen Untersuchungen, die einen positiven Effekt von Milch nachgewiesen haben (z.B. die MEDOS-Studie).“

 

Das Kuratorium Knochengesundheit e.V. empfiehlt Menschen aller Altersgruppen eine tägliche Kalziumaufnahme von ca. 1000mg für die Entwicklung und Erhaltung der Knochen- und Muskelgesundheit. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine tägliche Kalziumzufuhr von weniger als 400mg ein Risikofaktor für eine Osteoporose ist. Gute Kalziumquellen sind Milchprodukte: Ein täglicher Milchkonsum von 200 – 400 ml ist empfehlenswert. Käse, Joghurt und weitere fermentierte Milchprodukte sind zu bevorzugen, da bei der Herstellung der Milchzucker, u.a. die Galaktose (in der schwedischen Studie als Risikofaktor erwähnt) aufgebraucht werden. Kalziumreiche Lebensmittel sind auch grüne Gemüse und Kräuter. Und für die Verbraucher gibt es inzwischen eine Vielzahl von kalziumreichen Mineral- und Heilwässern.

 

Eine ausgewogene Ernährung, reich an Kalzium und Eiweißen, ist nur ein Aspekt der Knochengesundheit, genauso wie regelmäßige körperliche Aktivität (im Sinne eines Muskeltrainings), eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und das Vermeiden negativer Lebensstilfaktoren wie Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum.

 

 

 

Das Kuratorium Knochengesundheit e.V. ist die älteste gemeinnützige bundesdeutsche Organisation, die sich um die Knochengesundheit und das Krankheitsbild Osteoporose kümmert. Seit seiner Gründung im Jahre 1986 engagiert sich das Kuratorium Knochengesundheit e.V. um die Prävention, Therapie und Rehabilitation weit über die Osteoporose hinaus für alle Probleme der Knochengesundheit. Seit über 28 Jahren sind wir Anlaufstelle für Betroffene und Interessierte und kümmern uns unter dem Motto „Ein Herz für Patienten“ darum, aktuelle wissenschaftliche und medizinische Erkenntnisse in patientengerechter Sprache in Flyern, Broschüren und der Zeitschrift MobilesLEBEN einem breiten Publikum vorzustellen.

 

  • Weitere ausführliche Informationen über Osteoporose und das Kuratorium Knochengesundheit finden Sie unter: www.osteoporose.org

 


Quelle: Kurartorium Knochengesundheit e.V., 17.11.2014 (tB).

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