Stationäre Pflege

Wettbewerb gefährdet Qualität

Düsseldorf (27. Januar 2010) – Der Wettbewerb unter Pflegeeinrichtungen bedroht die Qualität der Pflege in Nordrhein-Westfalen. Darauf verwiesen heute Vertreter des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest e.V. bei einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landtages Nordrhein-Westfalen zur Situation der Pflege in NRW. Hintergrund sind die Überkapazitäten in der stationären Pflege.


So geht Beispielsweise aus dem Bericht des Ressort Soziales der Stadt Wuppertal vom 12.05.2009 hervor, dass im 1.Halbjahr 2007 noch 26 Einrichtungen im wirtschaftlichen Auslastungsbereich lagen – im 2.Halbjahr 2009 waren es nur noch 16 Einrichtungen, die unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten noch tragfähig waren. Die Betreiber stehen unter dem Druck, freie Pflegeplätze mit Anstrengung zu besetzen. Dafür steht ihnen nur der Preiswettbewerb zur Verfügung. Insbesondere in der stationären Altenhilfe besteht dadurch die Gefahr, dass der Wettbewerb zu Lasten der Leistungsqualität ausgetragen wird.

Einzelne Einrichtungen reagieren derzeit durch einen Verzicht auf eine angemessene Anpassung der Pflegestufen, um Mehrkosten für ihre Bewohner und deren Angehörige zu vermeiden. Für das Pflegepersonal bedeutet dies aber, dass die Personalausstattung nicht dem tatsächlichen Pflegebedarf entspricht. In der Folge könnten nicht die Leistungen erbracht werden, welche die Bewohner auf Grund der individuellen Pflegebedarfe benötigten. Das schadet nicht nur den Pflegebedürftigen, sondern beschleunigt die Berufsflucht der mittlerweile frustrierten Pflegefachkräfte.

Diesen Aspekt beklagt auch Patricia Al-Bayati, Referentin für die ambulante und stationäre Pflege beim DBfK: „Der Druck, der durch den Preiswettbewerb einerseits und durch strenge Dokumentationsanforderungen andererseits aufgebaut wird, trifft in erster Linie die Berufsgruppe der Pflegenden, die oft mehr als das normalerweise Menschenmögliche tun, um eine angemessene Versorgung der Pflegebedürftigen zu gewährleisten.“

Der Wettbewerb wird durch die aktuell beschlossene Ausweitung der legalen Beschäftigung osteuropäischer Hilfskräfte auf leichte pflegerische Tätigkeiten verschärft. Es ist damit zu rechnen, dass durch diesen Einsatz der Preisdruck zunimmt. Zudem ist nicht geklärt, wie die Qualität dieser Leistungen gesichert werden kann.
Um drohenden Versorgungslücken in der Altenbetreuung entgegenzuwirken, muss jetzt gehandelt werden. Der DBfK fordert daher die Landesregierung auf, das Augenmerk auf die Sicherstellung einer guten Altenpflege in NRW zu richten. Neben der konsequenten Förderung angemessener Arbeitsbedingungen und Förderung der Altenpflegeausbildung soll eine Vernetzung stationärer und ambulanter Angebote dazu beitragen.
Im Sinne des Verbraucherschutzes muss die Landesregierung zudem Regelungen treffen, um die Qualitätssicherung bei Versorgungssituationen durch osteuropäische Hilfskräfte zu gewähren. Zum Beispiel können die Dienstleistungen unter die Aufsicht von professionellen Pflegefachkräften gestellt werden.


Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest e.V. vom 27.01.2010 (tB).

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