Strukturierte Blutzuckerselbstkontrolle in der Diabetes Typ-2 Therapie –

durch neuen Praxisleitfaden für Hausärzte optimiert

 

Stuttgart (15. Mai 2012) – Eine neu entwickelte Praxisempfehlung für Diabetes Typ-2 Patienten bietet eine wertvolle Orientierungs- und Entscheidungshilfe bei der Frage der zu verordnenden Messfrequenz in der strukturierten Blutzuckerselbstkontrolle. Eine Expertengruppe um Priv.-Doz. Dr. med. Erhard Siegel, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Diabetes Gesellschaft, hat einen patientenzentrierten und praxisorientierten Leitfaden gezielt für Hausärzte entwickelt, der im Rahmen der 47. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft vom 16. bis 19. Mai in Stuttgart auf einer Presseveranstaltung vorgestellt wurde.

 

Der Praxisleitfaden basiert auf einer Risikostratifizierung der Patienten mit Diabetes Typ-2 und schließt sowohl die glykämische Kontrolle, die Begleiterkrankungen und Komplikationen als auch das Therapieregime des Patienten ein. Auf Basis dieser Stratifizierung kann eine strukturierte Blutzuckerselbstmessung bei Menschen mit Diabetes Typ-2 sinnvoll und effizient verordnet werden.

 

 

Neue Praxisempfehlungen für das Diabetes Management beim Hausarzt

 

Die strukturierte Blutzuckerselbstmessung durch den Patienten ist für viele Hausärzte bereits integraler Bestandteil der Therapie für Patienten mit Diabetes Typ-2. Begrenzte personelle und ökonomische Kapazitäten erschweren jedoch oft die Entscheidung hinsichtlich Dauer und Frequenz der Blutzuckerselbstmessung des Patienten. Die Betreuung von chronisch kranken Menschen nimmt in den Aufgabenfeldern des Hausarztes immer mehr Zeit in Anspruch. Hinsichtlich der medikamentösen Therapie des Diabetes mellitus kann sich der Arzt an Leitlinien halten. Im Hinblick auf die strukturierte Blutzuckerselbstkontrolle, die als Steuerungsinstrument in der Therapie von Diabetes Typ-2 dient, mangelt es bislang an einer Empfehlung in Form von Leitlinien. Unter Berücksichtigung der Therapiefreiheit der Ärzte kann sich dieses klar strukturierte Praxismodell zeitsparend auswirken und die Budgetplanung durch transparentere Kosten nachhaltig erleichtern.

 

 

Risiko-Ampel als Wegweiser

 

Zunächst findet mit Hilfe des Leitfadens die Risikoeinschätzung der Diabetes Typ-2 Patienten in drei Risikogruppen statt. Neben der üblichen Anamnese, Diagnosestellung und Therapieempfehlung wird insbesondere auf eventuell vorhandene Begleiterkrankungen, makrovaskuläre Komplikationen sowie diabetesbedingte Folgeerkrankungen geachtet. Unterschieden werden bei Dr. Siegel und Kollegen drei Patientengruppen, die analog zu den drei Ampelfarben rot, gelb und grün existieren. Grün bedeutet, dass keine Begleiterkrankungen und auch keine Komplikationen vorliegen. Gelb steht für das Vorhandensein von Begleiterkrankungen, aber das Fehlen von Komplikationen und rot zeigt, dass Patienten sowohl Begleiterkrankungen als auch Komplikationen aufweisen.

 

Außerdem wird zur Risikoeinschätzung der HbA1c-Wert der Patienten herangezogen. Liegt dieser unter 7,5 Prozent, gilt der Patient als relativ gut therapeutisch eingestellt und die Blutzuckerselbstmessung dient als Therapie-Monitoring. Bei Werten über 7,5 Prozent ist nicht nur eine Anpassung der Therapie erforderlich, sondern auch ein intensiviertes Blutzuckerselbstmanagement als Basis einer erfolgreichen Therapieoptimierung.

 

Durch diese neue Art der Risikoeinschätzung können insbesondere die Patienten herausgefiltert werden, die nicht optimal eingestellt sind. Bei Patienten aus der roten Gruppe sind ein intensiviertes Blutzuckerselbstmanagement und eine Therapieanpassung notwendig. Es wird ein bestimmtes Therapieregime in Form von 7-Punkt-Tagesprofilen im Quartal vorgeschlagen. Die Ergebnisse aus den 7-Punkt-Tagesprofilen und deren Interpretation dienen dem Hausarzt als Entscheidungshilfe in Bezug auf die Optimierung der Therapie. Je nach Eingruppierung der Patienten in die „Risiko-Ampel“ nimmt die empfohlene Messfrequenz ab, so dass bei der grünen Gruppe nur noch einmal im Monat ein 7-Punkt-Tagesprofil zum Therapiemonitoring benötigt wird.

 

„Mit dieser neuen Vorgehensweise können wir eine praktische Entscheidungshilfe für den Hausarzt anbieten und einen ökonomischen und patientenzentrierten Einsatz des Blutzuckerselbstmanagements gewährleisten“, so Priv.-Doz. Dr. med. Erhard Siegel, Chefarzt am St. Josefskrankenhaus in Heidelberg. Zudem können Ärzte bestimmte Risikofaktoren frühzeitig erkennen. Auch Gewicht und Body-Mass-Index können nachweislich positiv beeinflusst werden, wodurch unter anderem Komorbiditäten vorgebeugt werden kann.(1)

 

 

Über Roche Diabetes Care

 

Roche Diabetes Care ist ein Pionier in der Entwicklung von Blutzuckermessgeräten und weltweit führend in den Bereichen Diabetes Management Systeme und Services. Es Menschen mit Diabetes zu ermöglichen, ein fast normales und aktives Leben zu führen – dafür setzt sich die Marke Accu-Chek seit mehr als 35 Jahren engagiert ein. Zudem unterstützt sie Ärzte und andere medizinische Fachkräfte darin, ihre Patienten optimal zu betreuen. Accu-Chek bietet Menschen mit Diabetes und ihren Versorgern innovative Produkte und umfassende, wirk-same Lösungen für ein komfortables, effizientes und effektives Diabetes Management – von der Blutzuckermessung über die Dokumentation und Interpretation der Daten bis hin zur Insulingabe. Das Accu-Chek-Portfolio umfasst Blutzuckermessgeräte, Insulinpumpen-Systeme, Stechhilfen sowie Lösungen im Bereich Informations-Management und Schulungsprogramme für Ärzte, Diabetesberaterinnen und Menschen mit Diabetes – die zu einem verbesserten Therapieergebnis beitragen können. Nähere Informationen finden Sie unter www.accu-chek.de.

 

 

Anmerkung 

  1. Kempf K, Kruse J, Martin S: ROSSO-in-praxis Follow up: Langzeiteffekte von Blutzuckerselbstkontrolle auf Gewicht, HbA1c und Lebensqualität bei Patienten mit Typ 2 Diabetes mellitus. [abstract]. Diabetologie Stoffwechsel 2011;6:S92.

 


 

Quelle: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, 15.05.2012 (tB).

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