Studie von Lilly und Boehringer Ingelheim

Vorbehalte überwinden:
Gemeinsam gut in die Insulintherapie starten

 

Bad Homburg und Ingelheim (6. Juni 2019) – Immer wieder haben Menschen mit Typ-2-Diabetes Vorbehalte beim Start der Insulintherapie und entwickeln eine psychologische Insulinresistenz, die nicht selten dazu führt, dass eine notwendige Intensivierung der Behandlung unterbleibt oder unterbrochen wird. Neue Ergebnisse einer Studie von Boehringer Ingelheim und Lilly zeigen nun, welche Patienten besondere Aufmerksamkeit benötigen.

Immerhin rund 30 % aller Menschen mit Typ-2-Diabetes entwickeln eine psychologische Insulinresistenz und lassen den Start der Insulintherapie für Patienten und Praxisteam zu einer großen Hürde werden.(1) Das bestätigt auch der niedergelassene Diabetologe Dr. Gerhard Klausmann, Aschaffenburg: „Die psychologische Insulinresistenz ist zum Teil sicher auch ein iatrogenes Problem. Viele Patienten werden oder wurden in der Vergangenheit mit der Androhung einer Insulintherapie zu einer entsprechenden Lebensstilveränderung angehalten. Dann ist es natürlich nicht verwunderlich, wenn die Therapie, die früher als Drohgebärde aufgebaut wurde, dann nicht sofort problemlos angenommen wird.“

Lilly und Boehringer Ingelheim haben in der Studie EMOTION mittels einer Befragung von Patienten in mehreren Ländern untersucht, wann eine Therapieerweiterung mit Insulin bei Patienten gelingt, die anfänglich Vorbehalte gegenüber dieser Therapieform hatten. Unter anderem wurde ermittelt, welche Verhaltensweisen des Arztes dazu beitragen können, dass Patienten ihre Vorbehalte überwinden, zeitnah mit der Therapie beginnen und diese auch beibehalten. Neue Erkenntnisse dieser Studie wurden beim Diabetes Kongress in Berlin präsentiert. Sie zeigen, welche Anzeichen auf Patienten hinweisen können, die besonders schwer von einer Insulintherapie überzeugt werden können. An Merkmalen wie z. B. einer erst kürzlich erfolgten Diagnose oder einer schweren Hypoglykämie in der Historie kann der Arzt erkennen, ob Patienten ein hohes Risiko für eine psychologische Insulinresistenz aufweisen.(2)


Psychologische Insulinresistenz positiv beeinflussen

Diese Patienten benötigen eine besonders engmaschige Führung und Motivation durch ihren Arzt, um ihnen die Insulinängste zu nehmen. Hilfreich ist laut Erkenntnissen der Studie ein partnerschaftlicher Umgang mit dem Patienten auf Augenhöhe sowie die Verdeutlichung der Vorteile von Insulin auch im Hinblick auf die Verbesserung der Lebensqualität. Darüber hinaus sollte das Praxisteam Patienten die Injektion vor Ort ausprobieren lassen, um zu demonstrieren wie einfach diese ist. Auch ist die Erreichbarkeit für Rückfragen ein wichtiges Kriterium für die Stärkung der Adhärenz. Diese Erkenntnisse können dem Arzt dabei helfen, in der täglichen Praxis schwierig zu führende Patienten im Vorhinein zu identifizieren, um sie besser zu unterstützen, damit auch sie vom Nutzen einer Insulintherapie profitieren können.(2, 3)

Mit Blick auf den Praxisalltag ordnete Dr. Klausmann die Studie ein: „Je informierter der Patient ist, umso einfacher ist es für den Therapeuten die notwendige Therapieentscheidung mit dem Patienten einvernehmlich durchzuführen. Das wichtigste Instrument, um dies zu erreichen, ist eine stadien- und altersgerechte strukturierte Schulung, die die diabetologischen Schwerpunktpraxen in der Regel permanent anbieten. Die EMOTION-Studie zeigt deutlich, dass nur mit einem entsprechenden Aufwand an Erklärung, persönlicher Hinwendung und Demonstration die sogenannte psychologische Insulinresistenz deutlich reduziert werden kann.“


Abasaglar® Einstellungsmappe unterstützt im Alltag

Mit dem Start der Insulintherapie wird in den meisten Fällen ein Basalinsulin wie Insulin glargin (z.B. Abasaglar®) verordnet. Mit der einmal täglichen Gabe zu einem frei wählbaren Zeitpunkt und dem leicht handhabbaren KwikPen™ unterstützt Abasaglar® einen einfachen Einstieg in die Insulintherapie. Patienten erhalten mit der Abasaglar®-Einstellungsmappe zudem wertvolle Tipps und Anleitungen zur Umsetzung der Insulintherapie, die als Ergänzung zur Schulung das Management von Diabetes im Alltag erleichtern.

 

Literaturverweise

  1. Hosomura N, et al. Decline of insulin therapy and delays in insulin initiation in people with uncontrolled diabetes mellitus. Diabet Med. 2017 Nov;34(11):1599-1602
  2. Fisher L, et al. Patient-Level Predictors of Delay in Insulin Initiation and Periods of Insulin Discontinuation Among Adults with Type 2 Diabetes, presented at DDG (2019) Berlin, Germany; May 29-June 1, 2019, EP 54
  3. Polonsky WH, et al. Identifying solutions to psychological insulin resistance: An international study. J Diabetes Complications. 2019 Apr;33(4):307-314

 

 

Über Boehringer Ingelheim und Lilly

Im Januar 2011 gaben Boehringer Ingelheim und Eli Lilly and Company ihre Zusammenarbeit im Bereich Diabetes bekannt, die sich auf Wirkstoffe konzentriert, die verschiedenen vielversprechenden Substanzklassen zur Behandlung von Diabetes angehören. Durch diese Allianz können die Stärken zweier weltweit führender pharmazeutischer Unternehmen wirksam eingesetzt werden: Durch ihren Zusammenschluss unterstreichen Boehringer Ingelheim und Lilly ihr Engagement in der Entwicklung von Arzneimitteln, die sich eng an den Bedürfnissen der Patienten orientieren.


Über Boehringer Ingelheim

Die Gesundheit von Mensch und Tier zu verbessern, ist das Ziel des forschenden Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim. Der Fokus liegt auf Erkrankungen, für die es bislang noch keine zufriedenstellende Behandlungsmöglichkeit gibt. Dabei konzentriert sich das Unternehmen darauf, innovative Therapien zu entwickeln, die das Leben der Patienten verlängern können. In der Tiergesundheit steht Boehringer Ingelheim für fortschrittliche Prävention.

Seit der Gründung im Jahre 1885 in Familienbesitz, zählt Boehringer Ingelheim heute zu den 20 führenden Unternehmen der Branche. Für die drei Geschäftsbereiche Humanpharmazeutika, Tiergesundheit und Biopharmazeutika schaffen rund 50.000 Mitarbeiter tagtäglich Werte durch Innovation. Im Jahr 2018 erwirtschaftete Boehringer Ingelheim Umsatzerlöse von rund 17,5 Milliarden Euro. Die Aufwendungen für Forschung & Entwicklung entsprechen mit knapp 3,2 Milliarden Euro 18,1 Prozent der Umsatzerlöse.

Als Familienunternehmen plant Boehringer Ingelheim in Generationen und zielt auf langfristigen Erfolg ab. Dafür strebt das Unternehmen primär organisches Wachstum aus eigener Kraft an bei gleichzeitiger Offenheit für Partnerschaften und strategische Allianzen in der Forschung. Bei allen Aktivitäten ist es für Boehringer Ingelheim selbstverständlich, Verantwortung für Mensch und Umwelt zu übernehmen.


Über Lilly

Eli Lilly and Company gehört zu den weltweit führenden Unternehmen im Gesundheitswesen. Gegründet wurde Lilly vor über 140 Jahren von einem Mann, der sich der Entwicklung und Herstellung qualitativ hochwertiger Medikamente für Erkrankungen mit dringendem medizinischem Bedarf verschrieben hatte. Diesem Ziel sind wir bis heute treu geblieben. Lilly verbindet Fürsorge mit Forschergeist, um das Leben der Menschen weltweit zu verbessern. Überall auf der Welt arbeiten wir daran, Medikamente zu erforschen, die in der Behandlung einen Unterschied machen, und sie denjenigen, die sie benötigen, zur Verfügung zu stellen. Wir helfen, Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten besser zu verstehen und nehmen unsere gesellschaftliche Verantwortung ernst. Viele Menschen bei Lilly engagieren sich zudem auch persönlich für das Gemeinwohl.

 

 

 


Quelle: Lilly Deutschland und Boehringer Ingelheim, 06.06.2019 (tB).

Schlagwörter:

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung