Thromboseprophylaxe bei Erwachsenen nach elektiven Knie- und Hüftgelenksersatzoperationen

Akut- und Rehakliniken profitieren vielfach von der Umstellung auf orales Xarelto®

 

  • Xarelto® vereint überlegene Wirksamkeit und vergleichbares Blutungsrisiko gegenüber Enoxaparin sowie einfaches Handling
  • Einziges orales Antithrombotikum, das in Verbindung mit regionalanästhesiologischen Verfahren angewendet werden kann (1)
  • Hohe Akzeptanz seitens der Patienten 

 

Hamburg (30. Juni 2010) – Knie- und Hüftgelenksersatz-Operationen zählen heute zum Alltag in orthopädischen Kliniken. „Trotz aller Routine handelt es sich dabei um Eingriffe mit einem hohen Risiko für thromboembolische Komplikationen“, warnte Professor Dr. Wolfgang Rüther, Bad Bramstedt.* Die aktuellen Leitlinien sehen daher eine medikamentöse Thromboseprophylaxe von 11 bis 14 Tagen (nach Kniegelenksersatz-Operationen) beziehungsweise von 28 bis 35 Tagen (nach Hüftgelenksersatz-Operationen) vor.(2)

 

In der Vergangenheit wurden dazu vor allem subkutan injizierte, niedermolekulare Heparine eingesetzt. Seit der Markteinführung des oralen direkten Faktor-Xa-Inhibitors Xarelto® (Rivaroxaban) gibt es jedoch gute Gründe, auf eine orale Thromboseprophylaxe umzustellen. An erster Stelle nannte Rüther die überlegene Wirksamkeit von Rivaroxaban im Vergleich zu Enoxaparin. „In der gepoolten Analyse der RECORD-Studien 1-3 war das Risiko für den kombinierten Endpunkt aus venösen Thromboembolien und Gesamtmortalität unter Rivaroxaban nach zwei Wochen (primärer Wirksamkeitsendpunkt) um 56 Prozent und bis zum Ende der geplanten Medikationsphase (sekundärer Wirksamkeitsendpunkt) um 62 Prozent niedriger als unter Enoxaparin. Dabei gab es keine signifikanten Unterschiede in der Inzidenz schwerer Blutungen weder nach zwei Wochen noch bis zum Ende der geplanten Medikationsphase (primärer Sicherheitsendpunkt).“(3) „In unserem Haus fiel unter anderem daher die Wahl auf Xarelto® als orales Antithrombotikum,“ so Rüther.

 

Zu dieser Wahl trägt nicht zuletzt bei, dass Rivaroxaban in der zugelassenen Indikation als einziges orales Antithrombotikum in Verbindung mit regionalanästhesiologischen Verfahren angewendet werden kann. „Dieser Aspekt ist sehr wichtig, weil Gelenksersatzoperationen sehr schmerzhaft sind und zur postoperativen Schmerztherapie alle kontinuierlichen Regionalanästhesieverfahren angewendet werden“, erläuterte Privatdozent Dr. Marko Fiege, Itzehoe. Weiterhin führte er aus, dass der postoperative Therapiebeginn der oralen Thromboseprophylaxe ein zusätzliches intraoperatives Blutungsrisiko ausschließt.

 

Laut Doktor Johannes von Bodman, Bad Bramstedt, greifen die therapeutischen Vorteile von Rivaroxaban auch in der stationären Rehabilitation. Hinzu komme die hohe Akzeptanz der Patienten gegenüber der oralen Thromboseprophylaxe und der dadurch bedingte Imagegewinn. „In unserer Reha-Klinik setzen wir daher im Rahmen der zugelassenen Indikationen die orale Thromboseprophylaxe ein“, so Bodman.

 

Wie diese Umstellung vonstatten geht, erläuterte Doktor Oliver Niggemeyer, Bad Bramstedt. Er empfahl, zunächst einen zentralen Ansprechpartner für die orale Thromboseprophylaxe zu bestimmen. Dann solle man sich auf einen festen postoperativen Zeitpunkt einigen, an dem Rivaroxaban erstmalig verabreicht wird. „Anschließend kann die Tabletteneinnahme im Rhythmus der Klinik erfolgen“, so Niggemeyer.

 

Schließlich sollte das Personal in der Anwendung von Xarelto® geschult werden. „Für viele ist neu, dass mit Rivaroxaban keine routinemäßigen Laborkontrollen notwendig sind und keine Nahrungsmittelinteraktionen auftreten, und dass das Risiko für Medika­menteninter­aktionen mit häufig eingesetzten Arzneimitteln sehr gering ist“, sagte Niggemeyer. Weiter müssten die Mitarbeiter wissen, dass bei Rivaroxaban Dosisan­passungen im Hinblick auf Alter, Geschlecht und Körpergewicht sowie bei leichten bis mittelschweren Nieren- und bei Leberfunktionsstörungen ohne Koagulopathien entfallen. Zu guter Letzt sollte das Team Anweisungen erhalten, was bei Überdosierung, Ausfall einer Dosis, Erbrechen und Durchfall zu tun ist.

 

 

Über Rivaroxaban

 

Rivaroxaban wurde in den Bayer-Laboratorien in Wuppertal synthetisiert und wird gemeinsam von Bayer HealthCare und Johnson & Johnson Pharmaceutical Research & Development, L.L.C. entwickelt. Rivaroxaban ist unter dem Markennamen Xarelto® 10 mg Filmtabletten in der Europäischen Union zur Prophylaxe von venösen Thromboembolien bei erwachsenen Patienten nach elektiven (geplanten) Hüft- oder Kniegelenksersatzoperationen zugelassen. Weitere Zulassungen für Xarelto® wurden in einer Vielzahl anderer Länder erteilt, darunter Australien, China, Kanada, Mexiko und Singapur. Derzeit wird Xarelto® in mehr als 45 Ländern weltweit vermarktet.

 

Aufgrund des umfangreichen klinischen Studienprogramms gehört Rivaroxaban zu den intensivsten untersuchten modernen oralen Antikoagulantien weltweit. Mehr als 65.000 Patienten sollen an dem klinischen Entwicklungsprogramm für Rivaroxaban teilnehmen, in dem das Potenzial des Präparats in der Prävention und Therapie eines breiten Spektrums akuter und chronischer thromboembolischer Erkrankungen untersucht wird. Dazu gehören unter anderem die Behandlung von tiefen Beinvenenthrombosen und Lungenembolien, die Schlaganfallprävention bei Patienten mit Vorhofflimmern, die Sekundärprävention bei Patienten nach einem akuten Koronarsyndrom und die VTE-Prophylaxe bei stationär behandelten Patienten mit akuten internistischen Erkrankungen.

 

 

Anmerkung

 

* Journalisten Workshop „Orale Thromboseprophylaxe – ein neues Konzept in der klinischen Umsetzung“ der Bayer Vital GmbH, 30. Juni 2010, Klinikum Bad Bramstedt / UKE Hamburg

 

 

Quellen

 

  1. Xarelto® Fachinformation Mai 2009
  2. S3-Leitlinie Prophylaxe der venösen Thromboembolie (VTE)
  3. Erikkson et al. J Bone Surg Br. 2009; 91(5): 636-644

 

Download

 

 

 

 


 

Quelle: Journalisten Workshop der Firma Bayer HealthCare zum Thema „Orale Thromboseprophylaxe – ein neues Konzept in der klinischen Umsetzung“ am 30.06.2010 in Hamburg (Medizin und Markt) (tB). 

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung