MEDIZIN

DOC-CHECK LOGIN

Tropfen-Immuntherapie hilft auch bei oralem Allergiesyndrom

 

Wedel (22. September 2008) – Wie eine aktuelle Studie berichtet, können Heuschnupfenkranke auch hinsichtlich einer durch Pollenallergene ausgelösten Nahrungsmittelallergie von einer so genannten sublingualen Immuntherapie profitieren.(1) Diese Therapieform mit Tropfen ist daher eine geeignete Alternative zur Immuntherapie mit Spritzen, deren Wirksamkeit bei einem sogenannten oralen Allergiesyndrom (OAS) bereits in mehreren Studien gut dokumentiert ist. Die SLIT könnte einen Vorteil gegenüber der Spritzentherapie haben: Sie wirkt über die Mundschleimhaut, genau dort, wo bei einem OAS die allergischen Nahrungsmittel-Symptome auftreten.

 

Pollenallergiker mit OAS können ihren allergischen Schnupfen und ihre durch Nahrungsmittel ausgelöste Allergie bei einem allergologisch tätigen Facharzt behandeln lassen. Die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) ist die einzige Behandlungsmethode, die ursächlich gegen Allergien wirkt. Im Rahmen einer sublingualen Immuntherapie (SLIT) kann der Betroffene die Allergene einfach selber unter die Zunge tropfen. Die Wirksamkeit der SLIT auch gegen ein OAS belegt eine vor kurzem veröffentlichte Studie(1): 102 Heuschnupfenpatienten mit gleichzeitigem OAS nahmen an der Studie teil und wurden über 12 Monate mit einer SLIT behandelt. Die behandelnden Ärzte beobachteten bei 75 Prozent ihrer Patienten eine deutliche Verbesserung des OAS. Gleichzeitig reduzierte die Immuntherapie die Symptome des allergischen Schnupfens signifikant um 50 bis 86 Prozent sowie den Medikamentenverbrauch. Über die gesamte Therapiedauer traten kaum Nebenwirkungen auf.(1)

 

Die SLIT wirkt sicher, lang anhaltend und sogar vorbeugend gegen ein allergisches Asthma.(2,3) Der Allergiker tropft dazu eine Allergenlösung unter die Zunge. Die Behandlung kann sofort mit einer „MonoDose“ täglich, ganz bequem ohne Tropfenzählen beginnen. Wie die Studienergebnisse zeigen, können Patienten mit Heuschnupfen auch hinsichtlich des OAS von der Behandlung profitieren.

 

Bei Menschen mit einer Pollenallergie reagiert das Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Eiweiße in den Pollen. Rund 70 Prozent der Bevölkerung mit Heuschupfen haben gleichzeitig ein durch Nahrungsmittel ausgelöstes OAS.(1) Grund ist eine Kreuzallergie: Die Allergene aus Gräser-, Kräuter- oder Baumpollen gleichen in ihrer Struktur beispielsweise den Eiweißen aus bestimmten Früchten oder Gemüsesorten. Ist das Immunsystem auf ein Pollenallergen sensibilisiert, kann es auch beim Kontakt mit ähnlichen Eiweißstrukturen aus Nahrungsmitteln mit allergischen Symptomen reagieren. Zumeist verlaufen diese mit Juckreiz im Mund- und Rachenbereich oder an den Lippen eher mild. In einigen Fällen sind allerdings schwere allergische Reaktionen möglich, wie beispielsweise ein Anschwellen der Zunge oder sogar ein allergischer Schock.

 

Anmerkungen

1) Bergmann K-C et al. Effect of Pollen-Specific Sublingual Immunotherapy on Oral Allergy Syndrome. An Observational Study. WAO Journal 2008;79-84.

2) Di Rienzo V et al. Long-lasting effect of sublingual immunotherapy in children with asthma due to house dust mite: a 10-year prospective study. Clin Exp Allergy. 2003 Feb;33(2):206-10.

3) Novembre E et al.: J Allergy Clin Immunol 2004; 114: 851-7

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Firma ALK-Abelló Arzneimittel (MasterMedia) vom 22.09.2008  (MasterMedia) (tB).

MEDICAL NEWS

COVID-19 vaccines are estimated to have prevanented 20 million deaths…
Novel sleep education learning modules developed for nurse practitioners
Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…

SCHMERZ PAINCARE

Aktuelle Versorgungssituation der Opioidtherapie im Fokus
Individuelle Schmerztherapie mit Opioiden: Patienten im Mittelpunkt
Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…

DIABETES

Typ-1-Diabetes: InRange – auf die Zeit im Zielbereich kommt es…
Suliqua®: In komplexem Umfeld – einfach besser eingestellt
Suliqua®: Überlegene HbA1c-Senkung  im Vergleich zu Mischinsulinanalogon
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 

ERNÄHRUNG

Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen

ONKOLOGIE

Krebspatienten unter Immuntherapie: Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schwere…
WHO veröffentlicht erste Klassifikation von Tumoren im Kindesalter
Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…
Stellungnahme zur 3. Impfung gegen SARS-CoV2 bei Personen mit MS
NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…