Umgang mit Wäsche im Hinblick auf Neue Influenza (A/H1N1)

 

Bönnigheim (6. August 2009) – Stellungnahme der Gütegemeinschaft sachgemäße Wäschepflege zum Thema „Umgang mit Wäsche im Hinblick auf Neue Influenza (A/H1N1) , oder auch Schweine Grippe bzw. Mexikanische Grippe“ (Stand 6.8.2009).

Was müssen Wäschereien bei der sachgemäßen Wiederaufbereitung von Wäsche, die mit Erregern der Neuen Influenza kontaminiert ist, beachten?


 

1. Aktuelle Situation und Fallzahlen in Deutschland

In Deutschland sind mit Datenstand vom 05.08.2009, 15.00 Uhr, insgesamt 8.619 Fälle der Neuen Grippe (Influenza H1N1/2009) dem Robert Koch-Institut übermittelt worden [1]. Gegenüber der letzten Aktualisierung (7.177 Fälle, Datenstand 04.08.2009, 15.00 Uhr) kamen 656 Fälle neu hinzu. Der Anstieg wird nach wie vor hauptsächlich durch Reiserückkehrer verursacht, die nach Rückkehr aus dem Urlaub mit neuer Influenza gemeldet werden (501 Fälle), 155 Fälle wurden in Deutschland erworben (autochton). Die Verteilung der Fallzahlen auf die einzelnen Bundesländer ist unter [2] auf der Homepage des Robert Koch Instituts einsehbar. Mit weiteren Erkrankungen muss gerechnet werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Einschätzung bekräftigt, dass die weltweite Ausbreitung des Virus nicht zu stoppen ist. Die etablierten Maßnahmen und Krisenreaktionsstrukturen in Deutschland werden fortgeführt, bei Bedarf intensiviert und an neue Situationen angepasst.

 

2. Gefährlichkeit der Neuen Grippe

In der Regel sind die Erkrankungen in Deutschland nach wie vor mild verlaufen [3]. Grundsätzlich ist das Virus (A/H1N1) der Neuen Grippe nicht gefährlicher als andere, bekannte Grippeviren.

 

Bei der Neuen Grippe handelt es sich jedoch um ein neues Influenzavirus,

 

  • gegen das kein oder kaum ein Immunschutz in der Bevölkerung existiert,
  • an dem anders als bei der jährlichen Grippe bisher vorwiegend jüngere Menschen erkranken,
  • bei dem noch kein Impfstoff zur Verfügung steht
  • und dessen weitere Entwicklung und Folgen im Herbst und Winter, zur üblichen Grippezeit, unbekannt sind.

 

3. Allgemeine Maßnahmen

Angesichts der aus betroffenen Staaten eingeschleppten Infektionen und den auch in Deutschland („autochthon“) erworbenen Infektionen, steigt die Bedeutung der persönlichen und betrieblichen Hygienemaßnahmen, insbesondere bei Kontakt zu Reiserückkehrern und bei vielen Kontakten zu anderen Personen. Es ist bekannt, dass sich die Influenza unter Kindern und Jugendlichen besonders rasch ausbreiten kann. Influenzaviren werden vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen. Insbesondere beim Niesen oder Husten können Erreger auch auf die Hände gelangen und dann durch direkten Kontakt oder z.B. über die Hände weiterverbreitet werden. Daher wird – neben dem Husten in den Ärmel anstatt in die Hand – häufiges Händewaschen und von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene DGKH insbesondere das Händedesinfizieren [4] empfohlen.

Weiterführende allgemeine Informationen zur Bekämpfung von Viren finden sich unter [5].

 

4. Maßnahmen in der Wäscherei

Wäsche, die mit dem Erreger der Neuen Grippe kontaminiert ist, muss als infektionsverdächtiges Wäschegut unter Anwendung desinfizierender Waschverfahren behandelt werden.

Grundsätzlich werden Grippe-Viren durch desinfizierende Waschverfahren (d.h. RKI-gelistete Verfahren mit Wirkungsbereich A und B) zuverlässig abgetötet. Dies ist auch bei den Erregern der Neuen Grippe (A/H1N1) der Fall.

Darüber hinaus sollten zur Minimierung des Ansteckungsrisikos mit der Neuen Grippe – und auch jeder anderen Infektionskrankheit – die unter Punkt 3 angeführten persönlichen und insbesondere die folgenden betrieblichen Hygienemaßnahmen genau beachtet werden:

 

  • Gründliche Händedesinfektion
  • Gründliche Maschinenreinigung und -Desinfektion
  • Anwendung RKI gelisteter desinfizierender Waschverfahren mit genauer Einhaltung der Verfahrensparameter (Desinfektionsmittelkonzentration, Temperatur und Zeit)
  • Grippeschutzimpfungen im Rahmen der üblichen betrieblichen Vorsorgemaßnahmen von Mitarbeitern mit erhöhtem Kundenkontakt (Fahrer, Außendienst etc.)

 

Dr. Jan Beringer und Dr. Helmut Mucha, Hohenstein Institute

 

 

Quellenangabe

 

Homepage des Robert Koch Institutes mit folgenden Unterseiten:

[1] http://www.rki.de/influenza

[2] http://www.rki.de/cln_100/nn_200120/DE/Content/InfAZ/I/Influenza/IPV/Schweineinfluenza__Situation.html

[3] http://www.rki.de/cln_100/nn_200120/DE/Content/InfAZ/I/Influenza/IPV/FAQ__schweineinfluenza__tab__ges.html

[4] http://www.krankenhaushygiene.de/pdfdata/presse/2009/2009_07_27_schutz_vor_schweinegrippe_neu.pdf

[5] http://www.wir-gegen-viren.de

 


 

Quelle: Pressemitteilung des Instituts Hohenstein vom 06.08.2009.

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