Wundversorgung

Vakuum-assistierter Wundverschluss

 

Wiesbaden (4. November 2009) – Mit professioneller Wundversorgung lassen sich Amputationen vermeiden, denn, so Prof. Gernold Wozniak, Bottrop, chronische Wunden (durch Ulcus cruris, paVK, Tumor, Vaskulitis, Pyoderma gangraenosum) ziehen die höchste Amputationsrate nach sich, nicht etwa Traumata. Eine Umfrage unter 20.000 niedergelassenen Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen ergab, dass 87,4 % der Ärzte pro Quartal mehr als 10 % Patienten mit chronischen Wunden behandeln, Davon werden über 40 % der Patienten ohne „moderne Wundheilungsprodukte“ versorgt, was mit dem Richtgrößenvolumen (83 %), der gesundheitspolitischen Situation (42,6 %) oder mit der Ablehnung durch die Krankenkassen (32,6 %) begründet wurde.

2,5 bis 3 Millionen Menschen in Deutschland leiden an chronischen Wunden, in 80 % der Fälle liegt die Ursache im Gefäßsystem. Zu den wundtherapeutischen Optionen gehören operative Maßnahmen (Gefäße), Kompressionsbehandlung, moderne Verbandtherapie, Lokaltherapie mit Plasma- oder Wachstumsfaktoren, Tissue-Engineering oder hyperbare Sauerstofftherapie und, so Wozniak, leider wird immer auch wieder eine Amputation notwendig.

Um Wunden abzudecken und eine beschleunigte Wundheilung herbeizuführen, bietet sich der vakuum-assistierte Wundverschluss an. Er kommt im Knappschaftskrankenhaus Bottrop, so Wozniak, noch vor Schaumverbänden, speziellen (silberhaltigen) Wundauflagen oder Hydrogelen zum Einsatz. Das V.A.C.® Therapy System/Vacuum Assisted Closure) verbessert die Versorgung von schweren, komplexen Wunden. Das Therapiesystem basiert auf einem offenzelligen Schaumstoffverband, der sich den Konturen des Wundbetts anpasst. Nach dem Abdichten wird ein kontrollierter Unterdruck erzeugt. So schafft das System ein Milieu, das die Wundheilung beschleunigt, die Ödembildung reduziert, das Wundbett zur Schließung vorbereitet, die Bildung von Granulationsgewebe fördert und infektiöses Material entfernt.

 

 

Vakuum-assistierter Wundvers

 

Bisher wurden über 4 Millionen Patienten mit der V.A.C.® Therapy behandelt, sie wird weltweit von über 21.000 Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie von über 11.000 ambulanten Pflegediensten eingesetzt. Die klinischen Effekte sind wissenschaftlich durch 16 randomisierte kontrollierte Studien belegt. Der Vakuum-assistierte Wundverschluss ist sowohl bei unspezifischem (z.B. offene Wunde über dem Brustbein nach Herz-OP, Protheseninfekt nach Hüftgelenksexartikulation) wie auch bei dem genannten spezifischem Patientengut ein relevanter Bestandteil der professionellen Wundversorgung. Für sein Krankenhaus lasse sich sagen, so Wozniaks in seinem Fazit, dass die Rate an Majoramputationen um 40 % zurückgegangen ist, und die Rate derer, die aufgrund ihrer Wunde wieder im Krankenhaus vorstellig werden müssen, um 60 %.

 


Quelle: Journalistengespräch der Firma KCI „Meet the company – Menschen und Medizinprodukte von KCI hautnah erleben“ am  04.11.2009 in Wiesbaden (HillandKnowlton) (tB).

MEDICAL NEWS

Overly restrictive salt intake may worsen outcomes for common form…
COVID-19 vaccines are estimated to have prevanented 20 million deaths…
Novel sleep education learning modules developed for nurse practitioners
Scientists discover how salt in tumours could help diagnose and…
Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19

SCHMERZ PAINCARE

Aktuelle Versorgungssituation der Opioidtherapie im Fokus
Individuelle Schmerztherapie mit Opioiden: Patienten im Mittelpunkt
Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…

DIABETES

Typ-1-Diabetes: InRange – auf die Zeit im Zielbereich kommt es…
Suliqua®: In komplexem Umfeld – einfach besser eingestellt
Suliqua®: Überlegene HbA1c-Senkung  im Vergleich zu Mischinsulinanalogon
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 

ERNÄHRUNG

Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen

ONKOLOGIE

Krebspatienten unter Immuntherapie: Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schwere…
Aktuelle Kongressdaten zum metastasierten Mammakarzinom und kolorektalen Karzinom sowie Neues…
Mehr Lebensqualität für onkologische Patient:innen durch bessere Versorgung: Supportivtherapie, Präzisionsonkologie,…
WHO veröffentlicht erste Klassifikation von Tumoren im Kindesalter
Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver

MULTIPLE SKLEROSE

Aktuelle Daten zu Novartis Ofatumumab und Siponimod bestätigen Vorteil des…
Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…
Stellungnahme zur 3. Impfung gegen SARS-CoV2 bei Personen mit MS

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…