Vakuumtherapie: keine belegten Vorteile oder Nachteile gegenüber der konventionellen Wundbehandlung

 

IQWiG – Systematische Übersicht randomisierter kontrollierter Studien

 

Köln (3. Juni 2011) – Mit der Vakuumtherapie („negative pressure wound therapy“, NPWT) deckt man Wunden luftdicht ab und sorgt für einen Unterdruck, der sich günstig auf die Heilung auswirken soll. Das Ziel dieser systematischen Übersicht ist es, die bisher vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) publizierten Daten zur Evaluierung der NPWT zu aktualisieren.

 

Methode: Es wurde eine systematische Recherche in den Datenbanken PubMed und der Cochrane Library durchgeführt. Eingeschlossen in die Auswertung wurden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) an Patienten mit akuten und chronischen Wunden, die mit einem Vakuumversiegelungssystem behandelt worden waren. Primärer Endpunkt war der komplette Wundverschluss.

 

Ergebnisse: Ausgehend von zwölf bereits in früheren IQWiG-Berichten eingeschlossenen RCTs wurden neun neue RCTs identifiziert. In fünf der neun neuen Studien wurde über nichtkommerzielle NPWT-Systeme berichtet. Der Anteil der Patienten mit einem kompletten Wundverschluss wurde in fünf der neun neuen Studien genannt; er lag zwischen 31 % und 90 %. Nur in zwei Studien wurde ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen der Vakuumtherapie und konventioneller Behandlung berichtet. Ein hohes Verzerrungspotenzial bei acht der neun neuen Studien und eine erhebliche diagnostische Heterogenität erschweren die Interpretierbarkeit der Ergebnisse.

 

Schlussfolgerungen: Wenngleich NPWT möglicherweise einen positiven Effekt auf die Wundheilung hat, gibt es keine sicher belegten Vorteile oder Nachteile gegenüber der konventionellen Wundbehandlung. RCTs mit guter methodischer Qualität sind zur Evaluierung des Verfahrens weiterhin notwendig.

 

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Köln
Dr. med. Peinemann, M.Sc., PD Dr. med. Sauerland, MPH

MEDIZIN: Originalarbeit, DOI: 10.3238/arztebl.2011.0381

 

Weitere Informationen und Originalarbeit unter http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=92264

 


 

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=92264, 03.06.2011 (tB)

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